Mittwoch, 15. April 2009

Klein Sray und die Eltern



Derzeit ist die Woche der Nostalgie. Das heißt, es dreht sich in dieser Woche alles um das Bisherige in meinem Leben. Ich erzähle ein bisschen mehr über mich als sonst, weil in dieser Woche nicht viel Neues passieren wird, wohl erst in der nächsten Woche, wenn die Vorlesungszeit wieder beginnt. Bis dahin gibt es so gewisse Erzählungen über meine Vergangenheit...
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Die Eltern und die ersten Lebensjahre. Also der Ursprung des ganzen. Vor vielen vielen Jahren begegneten sich mein Vater und meine Mutter irgendwo in Deutschland und irgendwann in den 80ern. Leider habe ich nie nachgefragt, wie sie sich kennengelernt haben. Was ich nur weiß ist, dass beide in Laos geboren wurden, einem Binnenstaat in Südostasien. Meine Mutter in Vientiane, der Hauptstadt Laos, mein Vater in Savannakhet, einem kleineren Ort. Dann wurde es für beide schwierig, in Laos zu bleiben, da einerseits die USA mit dem Land Krieg führte (Fliegerangriff von 1964 bis 1973), andererseits drangen die nicht minder brutal vorgehenden Roten Khmer ebenfalls in das Land.
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Beide mussten fliehen, was besonders für meinen Vater ein Abenteuer mit ungewissem Ausgang darstellte. Er musste vieles zurücklassen, Dokumente und Andenken. Seine Eltern hingegen nicht, da sie, als er noch ganz jung war, beide starben. Mein Vater gelang mit seinem älteren Bruder als junger Mann dann in den 70ern nach West-Deutschland, besser gesagt, nach Wertheim, und konnte sich gut in die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt integrieren.
Meine Mutter floh zu einer ähnlichen Zeit mit ihrer Mutter und ihrer Schwester nach Belgien in den wallonischen (frankophonen) Teil, wo sie, im Gegensatz zu meinem Vater, noch eine europäische Schule besuchte und dadurch eben auch Französisch und die Gepflogenheiten Belgiens erlernte/kennenlernte.
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Ich weiß nicht, was meine Mutter dazu bewegte, hier her zu kommen, während ihre Mutter und ihre Schwester in Belgien blieben. Sie fanden sich, wie gesagt, in Deutschland. Sie verliebten sich und heirateten, während meine Mutter bereits mit mir hochschwanger war. Mein Vater verließ den eher rauen Wertheimer Stadtteil Wartberg (Baden-Württemberg) und fand eine größere Wohnung in dem Großkaff Kreuzwertheim (Bayern), das ruhiger und bürgerlicher daherkam. Eine bessere Gegend für mich, dachten sie wahrscheinlich. Außerdem war Wertheim, die nächstgrößere Stadt, auch nur 1km davon entfernt und bloß auf der anderen Seite des Mains.
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Meine Mutter stürzte (ich weiß nicht, auf welche Weise, und wie es dazu kommen konnte) irgendwann während der Schwangerschaft mitten auf dem Marktplatz in Wertheim. Bauchlängs. Ich wurde zwei Wochen zu früh geboren. Ein Kaiserschnitt war zusätzlich nötig gewesen und so wurde ich bereits Anfang September, und nicht in der Mitte des Monats auf die Welt gebracht. Als Frühchen gelang ich in eine Art Brutkasten, um das ungewöhnlich magere Gewicht von 2000g zu überwinden. Sonstige Komplikationen gab es aber zum Glück nicht...ich entwickelte mich trotz Frühgeburt normal, ohne schwerwiegende Krankheiten oder so...puh!

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