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Donnerstag, 4. November 2010

Nachtrag: Das Wochenende mit Karo in Wertheim




Kurz nach dem Auszug aus der WÜ-Altstadt-WG traf ich mich nach langer Zeit wieder mit Karo aka Wolta, was eine willkommene Ausflucht aus der Kreuzwertheim-/Wertheim-Ödnis war. 2. Oktober und 3. Oktober 2010.

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Nochmal zur Klärung der nicht einfach auseinanderzuhaltenden Provinzscheiße: Das Großkaff Kreuzwertheim (ca. 4000 EinwohnerInnen) ist der Ort, in dem ich einst 20 Jahre lang bei meinen Eltern wohnte und nun aus weniger freiwilligen Gründen wieder wohne. Dort ging ich auch vier Jahre lang zur Grundschule.
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Die Kleinstadt Wertheim (über 25000 EinwohnerInnen) hingegen ist mein Geburtsort und der Ort, in dem ich von der 5. Klasse bis zur 13. Klasse aufs Gymnasium (ein humanistisches, naturwissenschaftliches, alt- und neusprachliches) ging. Und Wertheim ist nicht gleich Wertheim Village, denn das „bei uns“ auch FOC (Factory Outlet Center) genannte künstliche Psuedo-Schnäppchen-Dörfchen für Mittel-/Oberschicht-Portemonnaie-Besitzer ist ca. 10km vom eigentlichen Stadtkern entfernt. Es kommt sehr häufig vor, dass wenn ich preisgeben soll, woher ich komme, den unwissenden Menschen beim Stichwort Wertheim sofort Wertheim Village einfällt: „Ah, Wertheim Village!“ Nicht ganz, ihr Leute, muss ich da immer weiter ausführen.
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In Wertheim fand heuer seit dem 1. Oktober 2010 wie an jedem ersten Oktoberwochenende die sogenannte Michaelismesse statt: die Hauptattraktion der Provinz in Sachen Volksfest, vergleichbar mit der Würzburger Kilianimesse oder der Marktheidenfelder Laurenzimesse. Als Jugendlicher war es DER Kick, sich dort zu besaufen und Spaß zu haben. Als Kind war natürlich nur letzteres der Fall, gerade durch die vielen Stände, Spaßbuden und Attraktionen wie Riesenrad, Karussell oder Krake. Den Autoscooter-Bereich fand ich hingegen lange Zeit blöd. Als Fast-Erwachsener – „not a boy, not yet a man“ – hat diese Kirmes jedoch fast jeglichen Reiz verloren.
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Nun war es so, dass Karo dieses Jahr beim sogenannten Messelauf mitmachen wollte. Bei diesem nahm ich auch einst 2006 mit ihr teil. Ich kann mich gut noch an den prasselndem Regen und meinen dadurch zerstörten Haarwachs-Seitenscheitel erinnern. Dadurch tropfte die Wachs-Wassermischung tränenartig herunter und kam gar in meine Augen, wodurch ich am restlichen Tag nur noch glasig gucken konnte, haha! Barock- oder Rokoko-Kleider als Frau oder Knickerbocker und/oder Wrack als Mann sollten da vorgeführt werden. Es gibt eine bestimmte Route, die durch den Messeplatz und die Wertheimer Altstadt führt und als Mann-Weib-Gespann (je zwei Menschen hintereinander) sollte man mehrere Stunden die Strecke durchschreiten. Weil ich dieses Jahr wegen des WG-Auszugs keine Zeit hatte, konnte ich nicht teilnehmen, Karo hingegen erklärte sich bereit. Denn der Initiator des Messelaufs war unser ehemaliger Deutsch- und Geschichte-Lehrer, der gleichzeitig jahrelang die Theater-AG leitete und ihr großen Ruhm und Ansehen brachte. Durch den großen Theaterfundus voller Kostüme und Accessoires kam auch die Idee mit dem Messelauf.

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Ich konnte aus Zeitgründen den Lauf nicht mitverfolgen, konnte mich aber am frühen Abend mit Karo auf der Messe verabreden. Wir haben uns riesig gefreut, uns nach langer Zeit wiederzusehen. Karo war jedoch ein klein wenig mitgenommen von der Belastung durch den Messelauf. Sie wollte sich irgendwo mal für länger hinsetzen. Deshalb beschlossen wir, wenig später den Messelauf-Initiator zu besuchen, der sehr nah am Messe-Spektakel wohnt.
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Dieser überaus gastfreundliche, selbstbewusste und eloquente Mann mit Wohlstandsbauch, der sich auch jahrelang für die Kommunalpolitik eingesetzt hatte, empfing uns und lud uns sogleich gar zum Abendessen ein. Nach einem Plaudern gab es überaus köstlich gebratene Champignons, Tomaten und Zwiebeln. Dazu getoastete Brotscheiben und Bier. Wir waren ob der Einfachheit und gleichzeitigen Köstlichkeit begeistert! Dazu gab es Anekdoten vom Gastgeber, sowie ein paar Themen, bei denen ich nicht wirklich mitreden konnte, weil es da um mir unbekannte Personen ging, die Karo jedoch kannte.
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Nach der Tagesschau verließen wir das Haus, in dem Karo das Wochenende über übernachten durfte, weil sie ja mitlief und ihre Eltern beide längst aus Wertheim weggezogen waren. Wir suchten dann auf der Messe Babs. Babs hat mit Karo und mir Abi gemacht. Babs' Eltern wohnen auch in Kreuzwertheim und als wir 15 und 16 waren, haben wir mit noch anderen viel gemeinsam unternommen, u.a. Zelten am Ammersee. Babs konnte mit jedem, kann/konnte genauso gut mit den LAN-Party-Nerds wie mit den Alternativen und Punks oder den beliebten Mädels (≠ Tussis unserer Klassenstufe). Und auch mit eher außen gestandenen Freaks wie mit Karo und mit mir, die wir damals zum Teil schon waren. Babs war immer so eine, die von allen gemocht wurde, weil sie immer vertrauensvoll und integer war, egal, mit wem sie es zu tun hatte. Als wir sie fanden, suchten wir nach dem Weinzelt, dass in den letzten Jahren immer eine angenehme Alternative zum überladenen stumpfen Bierzelt darstellte. Wir liefen herum und suchten und suchten, doch am ehemaligen Standort war nichts davon zu finden.
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Anscheinend existierte das kleine Weinzelt nicht mehr, es wurde wohl in das Bierzelt (eher: Bierhalle, für Wertheimer: Main-Tauber-Halle) integriert. Also gingen wir dort rein. Was zu erwarten war: voll, kaum freie Bänke, schreckliche Volks-Blasmusik, ein Gewusel, laut. Wenn man seine eigenen Erwartungen an sowas so niedrig wie möglich herunterschrauben kann, wenn man von Haus aus Dorftrottel, Antenne-Bayern-HörerIn, jugendlicher Macho oder Trash-Girl ist, oder einfach schon vollgetankt, kann dort im Zelt sicherlich Spaß haben. Leute wie Karo, Babs und ich jedoch...eher nicht, auch wenn wir alle keine überheblichen Menschen sind. Nach einem Federweißer für jeden verließen wir auch schon wieder die sonderbare rustikale Szenerie.

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Zuflucht suchten wir dann zunächst am Gebratene-Mandeln-Stand, später im Bistro Ionis, die sich gerne In-Bar schimpft und nicht allzu spelunkig, aber auch nicht allzu versnobt herüberkommt. Karo, Oli/Horschdä und ich waren zu Schulzeiten oft hier, bei Babs war es wohl auch nicht anders.
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Dort fanden wir auch zum Glück angenehmere Plätze als noch im vollen Bierzelt. Einzig die House-Musik war sehr penetrant laut und die halbstarken Kids darin, die natürlich nur bis 12 dort bleiben durften, waren auch erschreckend in der Überzahl im Ionis. Weil ich sonst selten Gelegenheiten (wegen Geld, Begleitpersonen, etc.) habe, irgendwelche Sachen in Bars zu bestellen, nahm ich erst einen Whisky, den 12 Jahre alten Chivas Regal (erstaunlich untrüb) und dann einen Melon Sour, der atemberaubend gut schmeckt. Babs bestellte sich u.a. einmal einen Cosmopolitan, Karo Bier und einen Martini d'Oro. Betrunkenheitsskala: 3 von 10.

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Der Sonntag mit Karo am Tag der Deutschen Einheit und ohne Alkohol diesmal war noch schöner, weil ich nach all dem Umzugsstress den Tag frei hatte und ihr diesen voll und ganz widmen konnte. Außerdem war es frühsommerlich warm und dadurch eine geile Zeit. Ich beschränke mich beim Sonntag in meiner Ausführung mal auf das Wesentliche, weil der Tag entspannter. Wir waren zunächst so gegen Mittag im Da Barista, dem besten Café Wertheims, wo wir Kaffee tranken. Anschließend schlenderten wir durch die Stadt. Karo sah Wertheim durch die Rückkehr nach drei Jahren mit ganz anderen Augen. Vom ungeliebten Wertheim zur faszinierenden Stadt mit jüdischer Tradition, wodurch sie manchen Stationen fast wie eine Touristin begegnete. Am Nachmittag aßen wir dann zu Mittag. Wir aßen Pommes rot/weiß, den Klassiker, den es in einer Dönerbude im Angebot gab. Wir machten dann noch einen kurzen Abstecher in die Michaelismesse, aber dort blieben wir nicht lange. Wir saßen mal auf einer Bank am Tauber-Ufer oder mal vor einem Brunnen und unterhielten uns über alles Mögliche, z.B. über die zu der Zeit noch frische Trennung von Su. Am frühen Abend brachte ich sie dann zum Bahnhof und versprach ihr, sie in der kommenden Woche mal in Frankfurt zu besuchen...
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Montag, 28. Juni 2010

B'day-Feier: ASIBRAUT und ihre viel zu coolen Freunde



Tja, der Geburtstagsmarathon hat - vor Tümmis Doppel-Feier am kommenden Donnerstag und am Freitag - erst einmal mit der "ASIBRAUT"-Feier vom 26. Juni (Samstag) vorerst ein Ende.

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Wer ist ASIBRAUT? Sie heißt eigentlich Jana und studiert etwas mit Design an der Fachhochschule WÜ-Schweinfurt. Meine Mitbewohnerin Chrissie wohnte einst mit ihr im selben Haus, nämlich zwei Stockwerke über ASIBRAUT. ASIBRAUT habe ich damals kennengelernt, als Chrissie ASIBRAUT einst beim Einkauf beim "Kupsch" wiedergetroffen hatte. Chrissie brachte sie mit zu unserer WG hoch, wodurch wir unweigerlich miteinander vorgestellt wurden. Sie kam sehr sympathisch und offen herüber! Es sollte ein Vorglüh-Abend vor dem Laby-Gang sein, doch Spontan-Gast ASIBRAUT wollte, weil sie nicht zu Abend gegessen hatte, lieber ihre Pizza in ihren Ofen schieben als mitzukommen (natürlich hatten wir ihr auch Sachen zum Essen angeboten, aber sie lehnte dankend ab).
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Vor kurzem kam eine Einladung von ASIBRAUT an Chrissie und mich. Chrissie meinte, ASIBRAUT wollte mich mit jemandem verkuppeln, der auch an der Geburtstagsfeier zugegen sein werden würde. Ahja! Letztendlich war es an jenem Samstag so, dass Chrissie aus Lernstress-Gründen (Englisch- und Deutsch-Zwischenprüfungen) dann leider doch daheim blieb.

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Chrissie hatte mich vorher vorgewarnt, dass die Leute und Freunde, die ASIBRAUT einladen wird, wohl von der "coolen" Sorte gehören. Was Chrissie und ich gemeinsam haben, ist die Tatsache, dass wir in der Schule nie zu den angesagten Menschen gehörten. Chrissie hatte nicht viele Freunde in der Klassenstufe. Ich hatte wenige richtig dicke Freunde in der Klassenstufe, viele MitschülerInnen, mit denen ich eher oberflächlich befreundet war und es gab sicherlich auch Leute, denen ich egal war. Und seitdem ich studiere, habe ich zwar mehr Freunde, mit denen ich dicke befreundet bin, dennoch gehöre ich eher zu der Sorte "sympathische kluge Freaks", meine Freunde sind das auf jeden Fall auch, mal mehr freakig, mal weniger. Aber hip, cool (link!), begehrenswert oder überaus charismatisch war ich nie und werde ich auch nie sein.
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Nein, ich bin weder hip noch nerdig, noch stinklangweilig (d.h. "normal"). Aber irgendetwas anderes werde ich wohl schon sein. Und mit der Einstellung, mich an jenem Abend nicht in die Pseudo-Coolness-Richtung verbiegen zu lassen, ging ich allein ohne Chrissie (das Verbindungsglied zwischen ASIBRAUT und mir) dorthin, zur WG von ASIBRAUT, die sich ebenfalls in der Würzburger Innenstadt befindet.

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Anfangs waren neben ASIBRAUT vier Leute da, sie haben sich umgehend vorgestellt. Da war ASIBRAUTs beste Freundin (eher schlank, groß, schulterlang - und dunkelhaarig, eher bodenständig) und ihr Freund (ähnlich groß wie ich, aber etwas kräftiger gebaut, noch bodenständiger als sie). Dann ihre sehr sehr lässig wirkende kurzhaarige Mitbewohnerin, die mit ihren Bermudashorts wirklich sehr lässig wirken wollte und deren Freund Max, der Bio studiert und mit dem ich erst später unterhielt, aber dafür ziemlich gut. Ich dachte dennoch erst: und wo sind die Möchtegern-Coolen?
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Die kamen dann nach ca. 20 Minuten auch nach und nach, aber dafür zahlreich. Humorvoller kurzhaariger Typ mit Lippen-Piercing, chaotischer schulterlanghaariger Typ mit Lippen-Piercing. Beides wohl Skater, auch so etwas ach so cooles. Braun- und Langhaarige mit Modelgröße und -proportionen und mit, na was wohl, Piercing an der Lippe. Die Leute waren ja noch einigermaßen nett zu mir. Dann aber: Typ, der zwar kein Piercing trägt, zumindest nicht im Gesicht sichtbar, aber hübsch und jungenhaft, rasiert. Nur war dieser im Gegensatz zu seinem redseligerem Kumpel sowas von unkommunikativ, dass die Gesprächsversuche von mir nur scheitern konnten.
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Es gab dann mindestens zwölf Jungs, die zum Teil attraktiv, aber so was von lässig waren. Hörten bestimmt Hardcore, Punkrock, Conscious Rap oder Indie. Oder die beschissenen Elektro-Punker von Frittenbude. Trugen Klamottenmarken wie "Carhartt", "Drykorn", "Vans", "Fred Perry". Also ach so alternative Großstadt-Labels, die jedoch sicherlich nicht viel günstiger sind als klassische Labels wie z.B. "Marc O'Polo". Hauptsache dem Skateroutfit entsprechend, "baggy", hauptsache "cooooole" Streetwear. Die dazugekommenen Mädels waren eher "girly" angezogen und ähnlich von sich selbst überzeugt wie die Jungs. Eine trieb es auf die Spitze. Sie war mächtig aufgetakelt, vom gesträhnten Pony über das Make-up (sie sah aus wie 35!) bis hin zu ihren Stiefeletten, hätte auch ins "Odeon" gehen können: sie passte noch weniger rein als ich, verstand sich aber dafür mit der Meute viel besser.
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Alles kam mir so fremd vor. Die WG war zwar gemütlich, aber die Leute, die man höchstens anhimmelt, aber mit denen niemals abhängen würde, gaben mir das Gefühl, im falschen Film zu stecken. Sie würden zwar eher nicht ins oberflächliche "Studio" (link!) gehen, noch weniger in das abgehobene Etablissement "Odeon", aber auf jeden Fall zum "Café zum schönen René". Der Titel ist ironisch gemeint und der kleine Club schart gerade solche Menschen herum, die nicht nur studieren, sondern auch Piercings tragen, gern skaten, stylisch sind, sich in ihrem lässigen Alternativtum so wohlfühlen, dass sie sich für etwas Besseres halten können.

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Als ich hoffte, Chrissie oder den anderen von ASIBRAUT verkuppelten Typen doch noch auf dieser Party zu begegnen, was aber bei beiden nicht der Fall war, lernte ich drei Psychologie-Studentinnen kennen, von denen eine gerade mit ihrem Studium fertig wurde, alles abgeschlossen hat. Sie hieß Christine und war sympathisch UND bodenständig. Natürlich ließ ich meinen Frust bei ihr schnell aus, weil sie das alles nachvollziehen konnte. Aber wir konnten uns über fast alles unterhalten, über ihr beendetes Studium, über mein noch andauerndes Studium, übers Wohnen in Würzburg, über die Uni, über ihre zukünftigen Pläne, über Musik, usw. Sie kannte auf der Party auch niemanden so wirklich, denn eine ihrer mit anwesenden Psycho-Kumpelinnen kannte die Gastgeberin, also ASIBRAUT.
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Dann verließen die Psycho-Ladies und ich die WG, um zu einer anderen WG-Party zu gehen, die unweit von dieser entfernt war. Denn ein gemeinsamer Kumpel von ihnen soll da auch feiern. Als wir ankamen, standen zwei Typen, die rauchten und meinten, dass alle bereits in Richtung "Café zum schönen René" gewandert seien. Dahin wollten auch 90% der ASIBRAUT-WG-Leute hingehen. Vorher Zwischenstopp im "Café Standard", weil zwei von den dreien dort arbeiten. Dann "Café zum schönen René". Ich hatte wegen der Vorurteile nicht überaus viel Bock darauf.

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Dann war ich drin, lernte deren gemeinsamen Freund Kalle kennen, der wie ich auch Englisch studiert und netter herüberkommt als in der Uni. Lernte noch mehr Leute kennen. Lernte einen von der ASIBRAUT-Party kennen, der zufälligerweise der Mitbewohner einer ehemaligen Mitschülerin von mir ist, welche mit mir Mathe-Nachhilfe bekam und ein Indie-Chick war und nun in Wien studiert. Weil er aus der Nähe meines Heimatortes kommt. Dessen Kumpel, auf den ich schon länger stehe, den ich oft in der Uni sehe, und der - wie durch Zufall - auch auf der Party landete, war hingegen weitaus unsympathischer zu mir. Ich lernte dann noch eine Kommilitonin von ASIBRAUT kennen, die wie ich einen asiatischen Migrantenhintergrund hat und auch auf der Party war.
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Und das "Café zum schönen René" war okay. Musik: instrumentaler Electro-House. Gin Tonic: teure 5,50 Euro. Klo: teilweise verstopft. Aber es überraschte mich nicht, dass viele dort waren, die genauso aussahen und wirkten wie die Mehrheit der auf ASIBRAUTs Party eingeladenen Leute. Also cool, hip, alternativ, irgendwie hedonistisch, selbstverliebt. Der Abend war durchwachsen, aber nicht so schlimm wie befürchtet. Er hatte seine guten Momente. Zum Glück!
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Montag, 7. Juni 2010

Na Klasse! Zum Zweiten: Stufentreffen 2010



Letzten Samstag fand das zweite Stufentreffen meiner Abschlussklasse 07 nach der Schulzeit statt. Es war...weitaus besser als erwartet!

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Ich hatte beim letzten Treffen meiner Co-Abiturienten 2008 ja keine schönen oder guten Erfahrungen gemacht. Damals war die Grüppchenbildung noch viel stärker. Als jemand, der in der Schule zwar auch einer Art Clique angehörte, aber dennoch entgegen aller Gruppenschranken sich mit vielen Leuten verstand, war das vor zwei Jahren doch recht enttäuschend.
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Problem: die Gesprächsgruppen waren schon vordefiniert. Ich wechselte als Nomade damals immer von Gruppe zu Gruppe, da entweder das Gesprächsthema mir nicht zusagte oder weil die Gruppen-"Mitglieder" mir nicht das Gefühl gaben, "Willkommen" zu sein. Es war eigentlich absurd, aber ich hatte mich irgendwie dadurch als Außenseiter gefühlt. Vielleicht war ich aber auch schlecht drauf an jenem Abend? Lag es vielleicht auch am fehlenden Alkohol, was dadurch bedingt war, dass ich mit Papas Auto fahren und niemanden mitnehmen musste (ob Hin- oder Heimfahrt)?

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Letzten Samstag konnte ich auch diesmal wieder nicht trinken. Ich befürchtete wieder so eine Art Stammessituation mit vielen kleinen Grüppchen, die leicht Neulinge ausschließen konnten. Meine Erwartungen an dem Abend waren denkbar gering bis kaum vorhanden.
Und siehe da: es hatte doch Spaß gemacht. Das Stufentreffen fand in der Pampa zwischen den Dörfern Bettingen und Lindelbach statt, genauer gesagt auf dem sogenannten CDU-Platz. Okay, der Name ist erstmal nicht einladend, aber es gab eine Grillstelle, zwei Klos, eine runde Lagerfeuerstelle und Bierzeltbänke.
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Es war ungefähr die Hälfte aller Abi07-Leute da. "Karo aka Wolta" oder "Horschdä / Oli H" waren nicht da. Bis auf eine Ausnahme war auch keiner der Ach-so-Coolen da. Vollständig vertreten waren jedoch die, naja, ich würde sie mal liebevoll "Bauern" nennen. Und drei meiner Englisch-KommilitonInnen an der Uni Würzburg.
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Grillen ist für Fleischverwehrer wie meine Wenigkeit natürlich erst mal nicht ganz unproblematisch. Ich hatte als Vegetarier Auberginen- und Zucchinischeiben mitgenommen, die ich dann auf den Grill legte. Natürlich kam gleich der Spruch: "Nee, hier wird kein Gemüse gegrillt". Ich war mir nicht sicher, ob der blöde Spruch ernst gemeint oder Ironie war. Ich bekam nur die Auberginen gleich gar, die Zucchinischeiben sträubten sich beim ersten Mal.
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Ich trank am Anfang des Abends zwei Bier, die sich schnell in meinem Körper abbauten. Im weiteren Verlauf hielt ich fast immer einen Plastikbecher in der Hand. Unalkoholische wechselnde Inhalte waren:
Bitter Lemon, Apfelsaftschorle, Tonic, O-Saft, Ginger Ale. Cola vermied ich aus Diätgründen.

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Die Gespräche waren oft Small Talks, also Fragen zum Studium, zum Studienort, zur Wohnsituation. Oder man besinnte sich auf alte Zeiten und erzählte Anekdoten, die jeder schon kannte, man lachte über freakige Lehrer und ehemalige Mitschüler, die auch irgendwie durchgeknallt waren. Nee, war schon gut!
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Dann gab es aber auch wenige tiefgründigere Unterhaltungen zu fachlichen (von Kommilitone zu Kommilitone), ernsteren oder traurigen Themen. Z.B. über Literatur oder persönliche Schicksale. Welche das waren und wer betroffen war, verrate ich natürlich nicht. Überraschend jedoch, dass so etwas dort mit den Leuten zustande kam. Hätte ich nicht gedacht!

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Dann gab es natürlich die paar Schnapsdrosseln, die zu tief in den Plastikbecher geschaut haben. Aber alles in allem war die Abi07-Reunion mehr als in Ordnung!
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Montag, 9. November 2009

Another (Jubilee of the) Brick of the Wall


[ (c) 2009 by SR / Sray ]

Heute, am 09.11.09, jährt sich der legendäre Mauerfall zum 20.Mal.

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Am heutigen Tag wird sicherlich keines der Massenmedien es versäumen, mindestens eine Meldung / ein Dossier / ein Special über den Fall der Mauer in die weite Welt hinauszuschicken. Zumindest innerhalb der seit 1990 offiziell bestehenden bundesdeutschen Grenzlinien.
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Ich denke aber, ich sollte auch einen Beitrag, zumindest einen (kleinen) textlichen, dazu leisten.
Schließlich wurde ich zwei Jahre (im Jahre 1987) vor dem Fall des sogenannten "Antifaschistischen Schutzwalls" (so das als Propaganda benutzte Synonym für die "Mauer") geboren...

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Man könnte ewig weit in der deutschen Geschichte zurückgehen: Bis zum Norddeutschen Bund (1867-1871) oder bis zum Deutschen Reich, das erst vom Reichskanzler Otto von Bismarck und dann vom Kaiser Wilhelm II. geprägt wurde, als zum ersten Mal der Nationalstaat per se existierte (1871-1918). Oder bis zur Weimarer Republik (1919-1933), der zum ersten Mal etwas mit einer Demokratie ohne Monarchie zu tun hatte. Oder bis zum grausamen NS-Regime (1933-1945). Oder zumindest bis zum Anfang des Zweiten Weltkriegs (1939-1945).
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Ich fange aber mal danach an: Denn nach der Kapitulation des Dritten Reiches wurde die Vierteilung des Nachkriegsdeutschlands durch die Alliierten 1945 vollzogen. Während die Franzosen, Briten und Amerikaner die westlichen Zonen des Nachkriegsdeutschlands und Sektoren Berlins vereinnahmten - wodurch in gewisser Weise die Grundlage für die Gründung der Bundesrepublik Deutschland geschaffen wurde - besetzte die Sowjetunion die östliche Zone und den Berliner Ostsektor.
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Die auf dem Territorium der Sowjetische Besatzungszone (SBZ) errichtete DDR gab es ja dann 40 Jahre lang, sie wurde im selben Jahr wie die BRD gegründet und entwickelte sich - unabhängig von der, nun ja, anderen Republik - zum "sozialistischen Staat der Arbeiter und Bauern". Hört sich so an sich ja nicht schlecht an. Aber damit war auch eine Einparteiendiktatur verbunden, die die Grundrechte der DDR-Bürger aufs Äußerste beschnitt und mit der einzigen wirklichen wählbaren kommunistischen SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) keine Wahlfreiheit garantierte. Nicht zuletzt das "Ministerium für Staatsicherheit", auch Stasi genannt, erschwerte das Leben der Ostbürger sehr.
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In den 80ern wurde dann die Reisefreiheit zum zentralen Thema. Immer mehr Menschen, die innerhalb der seit 1961 errichteten Mauergrenzen eingeschlossen waren, suchten die Flucht aus der repressiven DDR. Die SED-Führung spürte besonders bei der Öffnung der Grenzen der damaligen Tschechoslowakei und jener Ungarns einen immensen Druck. Die Änderung eines Reisegesetzes sollte der DDR Abhilfe schaffen, doch geriet diese am 9. November zu einem folgenschweren Missverständnis.

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Involviert waren an dem unbeabsichtigten Fall der Mauer das Politbüro des SED-Zentralkommittees, das den Beschluss der Änderung unzureichend ausformulierte, Parteichef Egon Krenz, der dem Vorleser und Politbüro-Mitglied Günter Schabowski die Gesetzesänderungen überreichte und ungenügend über Änderungen informierte. Die Änderung hätte erst am 10.November um 4 Uhr vollzogen sein.
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Schabowski selbst, der während der Pressekonferenz am 9.11. sprechen sollte und wegen der vorzulesenden geänderten Papiere überfordert war, stand im Zentrum der Reaktionskette, die er am Nachhaltigsten anstoß.
Schabowski: "Und deshalb haben wir uns dazu entschlossen, heute eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, über Grenzübergangspunkte der DDR auszureisen."
"Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen (Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse) beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt. [...] Ständige Ausreisen können über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD erfolgen.[...]"
Journalist: "Wann tritt das in Kraft?"
Schabowski zögerlich: "Das tritt nach meiner Kenntnis […] ist das sofort, unverzüglich."
(Er hatte von der Sperrfrist bis 4 Uhr morgens nichts gewusst.)
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Dann die westdeutsche Presse, die zu voreilig das Unfassbare und von Schabowski Gesagte weiterverbreitete und Massen von Ostberlinern mobilisierte. Dies stürmten, nachdem sie über Radio oder Fernsehen mitbekommen hatten, die Mauer sei "offen", den Grenzübergang an der Bornholmer Straße zu Zehntausenden.
Die Grenzer schließlich waren involviert, die von nichts wussten und mit der schieren Anzahl von Menschen überfordert waren.
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Das Ende vom Lied: Die Grenzleute unterließen die Passkontrollen und ließen sehr sehr viele Menschen durch, die die Grenze zu Westberlin überqueren durften, ohne dass ihnen etwas geschieh. Dass seitens der Grenzsoldaten auf Waffengewalt verzichtet wurde, ist das Erstaunlichste an den Novemberereignissen.
Mit Beschüssen hätte jedoch die Situation im negativen eskalieren können, so aber ergab das eine unfassbar friedliche Revolution, die am 3.Oktober 1990 in der Wiedervereinigung der zwei deutschen Teilstaaten endete. Auch den Anfang vom Ende der Sowjetunion hatte der Mauerfall zur Folge.

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Wie gut, dass ich nach dem Behandeln dieser Thematik in der 11.Klasse (mindestens vier Jahre ist das jetzt her) endlich wieder Bescheid weiß. :) Danke, Frau Feulner (meine ehemalige Deutsch-, Geschichts- und Gemeinschaftskunde-Lehrerin) für damals. Danke auch an Wikipedia (link!) für die kompaktere Gliederung der Thematiken, Marie-Luise Reckers Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (link!) und an die Titelstory der SPIEGEL-Ausgabe Nr.45 ("Die Nacht der Wildschweine" von Cordt Schnibben, link!).
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Donnerstag, 15. Oktober 2009

Intranasaler Wasserfall - Teil 3



Schon wieder verschnupft. *seufz*

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Aber zumindest tropft meine Nase nicht permanent. Noch nicht, denke ich mal (wobei...eigentlich doch). Aber es nervt und zum Glück habe ich mir kurz vor dem Schnupfen-Revival heute Morgen zwischen der ersten und dritten Unterrichtsstunde in der Schule, in der ich mein Orientierungs-Praktikum (link!) derzeit mache, ein Pack Taschentücher gekauft. Das sollte für die nächsten vier Wochen reichen.
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DIE LETZTEN BÖSEN SCHNUPFEN-ATTACKEN
April 2009 (link!)
März 2009 (link!)
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Montag, 12. Oktober 2009

Orientierungspraktikum - LA Gym - *seufz*



Tja. In weniger als einer Stunde fängt mein Orientierungspraktikum an...

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...an einem der vielen Gymnasien in WÜ. Dieses Orientierungspraktikum sollte eigentlich jeder Lehramtsstudent machen. Und die meisten in meinem Semester haben dies bereits längst erledigt. Ich habe bisher trotzdem nicht viel Lust und gar ein wenig Angst davor. Angst, es zu vermasseln.
Gut, im Grunde werde ich in dieser Woche nur die eine von insgesamt drei Wochen O-Praktikum ableisten. Trotzdem...
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Denn es ist für Gymnasiallehramts-Studis vorgeschrieben, dass sie mindestens eine Woche an einem Gymnasium dieses Praktikum machen. Die anderen zwei Wochen kann man z.B. an einer Grund- oder Hauptschule durchführen.
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Mich graut's davor...
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UPDATE (15/10/2009)
Mittlerweile sind vier Praktikumstage vergangen. Es war zu keinem Zeitpunkt in irgendeiner Art und Weise anstrengend, jedoch gelang es mir nie, vor dem frühen Aufstehen genug Schlaf einzufangen.
In der Bestätigung, die ich vor dem Praktikumsbeginn unterschreiben und abgeben sollte, stand drin, dass alles soweit streng vertraulich bleiben solle. Daran halte ich mich auch und werde keine Details vom Praktikum hier ausplaudern.
Nur soviel: meine zwei Praktikumskollegen, die fast dieselbe Studienfachkombi aufweisen wie ich (studieren also fast dieselben Fächer), sind heiß! :D
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Freitag, 4. September 2009

Oh, französische Chatsprache!



Als ich heute über Facebook (link!) mal ein wenig Online-Poker gespielt habe, hatte ich in dem Chatfenster rechts unten, in welchem man Frust oder Freude schriftlich herauslassen kann, die zwei Sätze weiter oben entdeckt: <<>> eines Users/Pokerspielers und <<>> eines anderen.

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Obwohl ich Französisch nicht studiere und seit zwei Jahren nicht mehr schulisch gelehrt bekomme, konnte ich einigermaßen erfolgreich entziffern, dass der eine <<>> (= das Wetter ist schön in Belgien / es ist schön in Belgien) und der andere Mensch <<>> (= im Gegenteil, Jean) sagen wollte. Interessant!
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Und auch interessant, dass ich diese stark verkürzten Wörter so auf ähnliche Weise mal im Fernsehen gesehen habe. Nämlich konnte mein Vater eine Zeit mal einen französischen Musiksender per digitalem Satellit empfangen, der fast nur Videoclips von französischen Hiphop-, R'n'B- und Rap-Künstlern spielte. Den Sendernamen habe ich bereits wieder vergessen, so was wie "'zik" Dazu gab es ein unteres eingeblendetes Laufband für SMS-Grüße. So urban die Musik war, so ähnlich "streetwise" war die verwendete Umgangssprache in den Kurznachrichten.
Nicht nur "Verlan" (link!) war darin, sondern auch dieses Verschrumpfen von Wörtern in der Buchstabenanzahl. Eigentlich ist das sehr vernünftig in dieser Form von Umgangssprache, denn so ist die Rechtschreibung / Schreibweise ziemlich passgenau und unkompliziert mit der Aussprache des jeweiligen Wortes. So wie in der lateinischen oder oft in der deutschen Sprache halt.
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Verlan ist - diese Erklärung ist jetzt für alle, die kein Französisch in der Schule hatten - ein typisch französisches Phänomen in der Umgangssprache, bei dem z.B. die Stellung der Silben oder Buchstaben eines Wortes der Standardsprache verdreht wird.
Beispiele:
Fêteur (Person, die gerne Party macht) → teufer
Femme (Frau) → meuf → feumeu
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Montag, 20. April 2009

Klein Sray und das Sommerloch nach 13 Jahren Schule



So schön zwar die Tatsache war, dass ich endlich 13 Jahre Schule hinter mir hatte und so überraschend es war, nach all der psychischen Achterbahn doch noch meinen Hochschulabschluss erreicht zu haben, so schrecklich waren für mich die Wochen und Monate danach.
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Denn wie bereits berichtet (link!) hätte ich nie gedacht, das Abi zu schaffen, weil ich mein Leben zuvor nicht auf die Reihe brachte. Ich dachte ja eine ganze Zeit lang vor dem Abi, ich würde zurückgestuft werden in die 12.Klasse. So steckte ich in der Gegenwart fest und hatte dementsprechend auch gar nicht für die Zukunft geplant.
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"Zivi" oder "Bund" musste ich beide wegen Ausmusterung nicht machen. Wie wäre es mit einem Studium? Ich dachte mir: wer soll mich denn bei DEM schlechten Abi-Durchschnitt nehmen?
Ich dachte aber wegen Verpeiltheit erst gar nicht daran, ein Studium anzufangen, dass mit gar keiner Zulassungsbeschränkung (in Form vom Numeri clausi (NC) oder von Aufnahmeprüfungen) gekoppelt war.
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Wie wäre es denn mit einem Ferienjob für den Sommer? Ich hatte leider überhaupt keine Motivation gehabt, eine Arbeit zu finden. Nicht mal meine Eltern konnten mich pushen, ich hatte so ein Brett vor dem Kopf gehabt. Diese Art der Unfähigkeit und das permanent einhämmernde schlechte Gewissen haben mich dann komplett heruntergezogen. Denn alle, aber auch wirklich alle anderen Co-AbiturientInnen hatten alle einen Ferienjob gemacht oder machen können. Und wenn ich mich im Spiegel dann so anschaute...oje. Scheiß Druck!
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Während der ganzen freien Zeit im Sommer habe ich lediglich meine Mutter, die keinen Führerschein hat, morgens zur Arbeit gefahren und nachmittags wieder abgeholt. Mein Fahrer wollte so oft wie möglich mit dem Fahren zu seinem Arbeitsplatz fahren.
Manchmal musste ich sie nach ihren Feierabenden in die Stadt (also in die Innenstadt Wertheims) fahren, weil sie Sachen aus diversen Drogerien kaufen wollte. Shampoos und Zahnpasten.
Oder ich musste sie zu Supermärkten und Discountern hinchauffieren und ihr natürlich auch beim Tragen und Einkauf helfen. Ich habe es zwar insgesamt als Sohnemann gerne gemacht, aber es gab dennoch Momente, da hätte ich meine Mutter einfach im Laden stehen gelassen und wäre ohne sie sonst wohin gefahren (habe ich natürlich nie gemacht).
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Mein Tages- und Schlafrhythmus war futsch. Ich schlief bis Ende Nachmittag, kurz vor dem Abholen. Holte meine Mutter ab. Machte dann die Nacht fast durch, weil ich einfach nicht einschlafen konnte. Ich schlief dann um 3 oder 4 Uhr nachts ein, wurde um 6 Uhr geweckt, fuhr halb-verschlafen meine Mutter zur Arbeit, fuhr wieder zurück nach Hause und schlief wieder den Vor-, den Mittag und den halben Nachmittag. Immerhin wurde durch das späte Aufbleiben mein Zimmer von Tag zu Tag sauberer und aufgeräumter, weil ich gegen die Wachheit Unterrichtsblätter und Mitschriften aus der Schulzeit in Ordnern reinpackte.

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Willkommene Abwechslungen waren "Meetings" mit Karo aka Wolta und mit Oli H./Hörschdä. Erstere traf ich entweder bei ihrer Mutter oder in der Wohnung ihres Vaters in Wertheim. Oder in der Stadt. Oder wir fuhren nach Karlstadt, wo ihre Freundin in der Nähe wohnte. Karaoke, Musikhören, Kaffeetrinken, Philosophieren, Lästern, das Drehen freakiger und lustiger Amateurfilme.
Mit Oli war ich meist in der Stadt im "Da Barista" (link!), ein Café voll italienischem Flair und eine der tollsten Innen-Locations in Wertheim. Oder im "Ionis" (link!), eine In-Bar, fast so gut wie das "Da Barista". Manchmal fuhren wir abends aber auch nach Würzburg zu den queeren Wochenend-Events im AKW oder Zauberberg.
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Auch eine Unterbrechung des öden Post-Abitur-Alltags stellte einerseits das U&D-Festival in Karlstadt dar, die Mini-Version des Würzburger Festivals "Umsonst & Draußen". Dort half ich 2007 das erste Mal ehrenamtlich mit in Form von Tellerwaschen und Bierzelttischabbau und lernte viele nette Leute kennen. Ein zweites Mal war ich ja 2008 mit von der Partie (link!).
Andererseits war da ja die mehrtägige Abifeier (link!).
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Nicht sehr förderlich hingegen war die Frage, die mir eigentlich jeder dann stellte: "Was machst du jetzt nach deinem Abi?" Ich: "Keine Ahnung." Ein Kerl hatte als Antwort darauf als einziger Mensch dann einmal etwas sehr Hilfreiches gesagt. Er sagte:
"Mensch, du bist noch so jung, du kannst doch noch gar nicht wissen, wie dein Leben auszusehen haben soll. Nimm dir die Zeit, die du brauchst, bist du es dann weißt." Dies befreite den Druck ungemein.
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Einige Tage später feierte Karo als Einzige mit mir in meinen 20.Geburtstag rein. Während dieser Zeit Anfang September hatte sie es dann irgendwie geschafft, mich doch zu überreden, ein Studium anzufangen. Es ist zwar nicht der gleiche Wortlaut, aber so oder so ähnlich lief das Gespräch ab:
"Wie wäre es mit Englisch? Da warst du doch immer so gut darin", sagte sie.
"Und dann studier das halt mit einem weiteren Fach auf Lehramt." - Lehramt? -
"Wenn du das auf Magister studierst, stehen die Berufschancen schlechter." - Aber ich kam doch gerade von der Schule, die mich im Übrigen ja auf den Kieker hatte, wie du weißt. -
"Ja, aber nach dem Staatsexamen kannst du ja dann auch andere Berufe ausüben, du bist nicht unbedingt daran gebunden, später Lehrer zu werden."
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Und, peng, war mein Schicksal besiegelt. Kurz nach dem Gespräch recherchierte ich für Studiengänge. Ich nahm Lehramt an Gymnasien und dazu die Fächer Englisch und Sozialkunde als Hauptfächer. Und dann schrieb ich mich dank Karos Hilfe an der Uni Würzburg ein, was aber auch der Tatsache geschuldet war, dass die Einschreibefristen sich zeitlich bis kurz vor Semesterbeginn befanden. Gut für mich.
Das mit der Wohnungssuche war dann noch ein Kapitel für sich, das klappte ja dann erst mehr als ein halbes Jahr später...
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Samstag, 18. April 2009

Klein Sray und die Feiereien rund um das Abitur



Zuerst war da, chronologisch gesehen, der Abitanz. Dieser hat im Rahmen des alljährlichen "Frühlingsfestes" des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums Tradition, er wird kurz vor Schluss, als eine der Höhepunkte des DBG-Frühlingsfestes, von allen Fast-AbiturientInnen aufgeführt, da das Fest vor den Abiturprüfungen zeitlich angesetzt ist.
Wie bei unserem Abitanz damals auch, gibt es zwei immer wieder zwei wiederkehrende Parts der gesamten Tanzshow: die sexy Tanzeinlage mancher Mädels allein und der nicht minder sexy "Strip" einer Minderheit von mutigen Jungs, die auf jeden Fall ihren Oberkörper entblößen mussten.
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Daneben gab es bei uns speziell eine Art Agenten-Tanz, bei dem Jungs und Mädels, in Anlehnung an James Bond, mitmischten, die nicht so viel Haut zeigen wollten wie die zwei erstgenannten Parts. Und es gab den Tango-Part, ebenfalls geschlechtergemischt, bei dem u.a. Karo aka Wolta die Bühne unsicher machte. Ich war eine der Agent-Tänzer.
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Und zum Schluss tanzten alle Tänzer eine gemeinsame Choreografie. Auch wenn die Begleitmusik hierbei zunächst gewöhnungsbedürftig war, es war "Rock This Party (Everybody Dance Now)" (2006) von Bob Sinclar mit Cutee B feat. Dollarman & Big Ali, hatte dies von allen Parts allen am meisten Spaß bereitet.
Viel Vorbereitung war vonnöten gewesen (Choreografie-Übungen, Erstellen der Tanzkleidung und Requisiten), aber es hatte sich ausgezahlt!
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Als zweites kam die Abifahrt. Diese fand kurz nach den schriftlichen Abiprüfungen und vor den Präsentationsprüfungen, bzw. den mündlichen Abiprüfungen statt. Es war also noch die Zeit, in der ich nicht geglaubt hatte, das Abi zu meistern. Deshalb war ich in den vier Tagen, an denen wir die Sau rauslassen sollten, nie 100%-ig sorglos und gelassen, immer leicht traurig.
Ganz wenige aus unser Klassenstufe blieben aus Geldgründen oder, weil sie keine Lust hatten mitzufahren, daheim. Die meisten aber waren mit an Bord und fuhren mit einem beorderten Bus und Fahrer nach Rimini.
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Schon allein die Busfahrt nach Italien war abenteuerlich! Ich saß wegen Mangels an genügend Bussitzen, wir mussten um die 70 Leute gewesen sein, mit Karo aka Wolta ganz hinten. Wir waren leider die letzten, die von Wertheim aus in den Bus eingestiegen sind.
So saßen wir neben den Pöbel-Jungs, die sich das Saufen nicht zweimal sagen ließen. Sie tranken, und tranken, und waren laut und ausgelassen. Irgendwann ließ ich mich mitreißen, wir freundeten uns mit ihnen an und besonders ich machte bei ihren Trinkspielen mit und...hatte irgendwann sehr viel "Ramazzotti" (link!) intus!
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Stunden später ging es mir gar nicht gut. Ich musste von meinem Platz ganz hinten oft in die Bustoilette, weil ich darin, für alle unsichtbar, kotzen musste. Einmal aber schaffte ich es nicht rechtzeitig dorthin und musste, diesmal für alle sichtbar, in eine meiner Plastiktüten reihern, in der ich panisch und kurz davor alles außer die geöffnete Tüte Nachos rauswarf. Nur bemerkte ich nicht, dass diese weiße Tüte am Boden ein paar Löcher hatte...ja, eklig!!! :D
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Es war sehr spaßig, in Rimini zu sein. Das Wetter war natürlich supertoll und der Strand und das Planschen im Meer. Das Shoppengehen und Essen von Leckereien.
Abends bin ich einmal nicht ausgegangen, da war ich mit ein paar Leuten zu der Zeit am Strand und haben über Filme philosophiert (schön war's, Jojo!). Einmal aber, nachdem ich mit anderen Leute viele viele Shots Tequila hatte, waren wir in einem lokalen Club.
Ich ging, als ich mich dann richtig dizzy fühlte, alleine zu unserem Hotel, das wegen des unwürdigen Essenangebotes diese Bezeichnung nicht verdient hatte, zurück, um zu pennen. Ein Wunder, dass ich zum Hotel wiedergelangen konnte, denn ich schwankte dorthin. Und nachdem ich die Tür zu unserem Hotelzimmer, das ich mit Karo aka Wolta und Sarah teilte, geöffnet hatte, konnte ich mich an nichts mehr erinnern. Am nächsten Morgen war das Waschbecken im Bad dann...durch mich eklig schmutzig.
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Der Abistreich, Feierei Nummer drei, war eine sehr nasse Angelegenheit, obwohl schönes Wetter war. Der Zeitpunkt war sehr gut, denn nur zwei Tage nach dem Termin der Präsentations- und mündlichen Prüfungen kam die Feier, bei der ich mich von dem ganzen Lernstress und von der vorigen frustrierenden Ungewissheit wegen des möglichen Nichtbestehens (ich habe dann ja schließlich doch das Abi bestanden, link!) befreien konnte.
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Einfach nur Feiern und mit Wasserpistolen (hatten die anderen) und Adelholzener-O2-Active-Wasserflaschen von mir (war meine Idee, da kostengünstiger, link!) rumspritzen und damit die Kleinen ärgern. Dazu hatte jeder Abiturient das erste Mal offiziell sein Abi-Poloshirt angehabt. Motto: "ABI7 - Germany's Next Topstudents". Das Schulgebäude wurde von uns mit Absperrbändern schön hässlich gemacht. Ein extra ausgeliehener Anhänger mit Heuballen als Inhalt und Sitzmöglichkeit diente als Thron der neuen Abi-Radaumacher. Musik aus der Anlage und eine Art Catwalk/Bühne machte den Abistreich perfekt.
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Die offizielle Verabschiedung der Abiturienten - vierte Feierei, kurz nach dem Abistreich stattgefunden - war besser als erwartet, da wir befürchtet hatten, dass unser damals von uns nicht so hochgeschätzter Schuldirektor eine peinliche Rede neben tausend anderen Leuten halten würde. Wurde dann aber doch ganz OK.
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Was mich freute, war, dass meine Eltern beide mitkamen, da das Seltenheitwert hat. Denn meine Eltern sind geschieden und meine Mutter war bei gewissen offiziellen Veranstaltungen bisher nicht so oft mit dabei, da sie ein eher scheuer Mensch ist.
Was ich heute bereue, ist, dass ich für dieses Event keine Krawatte tragen wollte, was allerdings auch viele andere Jungs nicht taten, manche aber schon. Aber ich hätte mit dieser Art von Halsschmuck echt würdiger ausgesehen, denke ich.
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Und zuletzt war da die Abifeier. Sie ging im Juli offiziell von Freitag bis Samstag, inoffiziell war auch am Donnerstag davor und am Sonntag danach. Denn an dem Sonntag war Aufräumen angesagt und am Donnerstag feierten wir ohne großes Publikum, sondern einfach nur wir alleine und für uns.
Wir teilten uns die Feierei mit den Abiturienten des Technischen Gymnasiums (TG) und des Wirtschaftsgymnasiums (WG, beide in Wertheim-Bestenheid). Sie fand in einer Lichtung an einem Wald statt. Tolle Party, bei der ich massig viele Leute nochmal kennengelernt habe, vor allem die WGler und TGler, mit denen man sonst nicht so viel zu tun hatte. Und gesoffen wurde natürlich auch! :D

Klein Sray und die Oberstufe (11. - 13.Klasse)



Während es Anfang der 10.Klasse noch recht harmonisch zuging, was das Klassenklima und -verhalten anging, war es gegen Ende des Schuljahres eine unangenehme Sache geworden, in der a-Klasse zu sein.
Dies setzte sich in der 11.Klasse fort. Vorausgegangen war ein Versuch einer Beziehung zwischen dem Alpha-Tierchen schlechthin, Christof, und der nicht minder schlagfertigen Nine. Das ging nur kurz gut, wurde aber dann zu einem Kriegsfeld zwischen den beiden.
Jeder der beiden hatte seine zwei bis drei Kollaborateure und dann ging es rund in den Pausen. Es gab Streitereien und gegenseitige Gedisse. Sie machten sich gegenseitig fertig und über den anderen lustig, was für den Rest der unbeteiligten Klasse manchmal recht lustig, oft aber nur für repressive Stimmung sorgte.
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In der 11.Klasse wurde es auch das erste Mal sehr kritisch mit dem Weiterkommen, nämlich das Weiterkommen in die 12.Klasse. Bis zur 11.Klasse gab es ja noch das alte Notensystem mit den Noten 1 bis 6. Und es war eine der Regeln in BaWü-Gymnasien, dass wenn man zweimal die Note 5 in Hauptfächern (das war bei mir in Mathe und in Physik der Fall) hat, man dies unbedingt mit zwei 2ern, ebenfalls in Hauptfächern ausgleichen muss.
Weil ich gegen Ende der elften Klasse nur eine Note 2 hatte (ich weiß nicht mehr, in welchem Fach), musste das Vertrauen meiner Spanischlehrerin gewonnen werden. Und dank eines zusätzlichen Referates und viel Überredungskunst wurde aus dem Spanisch-Durchschnitt von 2,7 eine Spanischnote 2!
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Die zwölfte Klasse war dann eine ganz neue Erfahrung für alle in meiner Klassenstufe. Neben der neuen Skalierung der Noten (Notenpunkte 15 (= entsprach der Note 1+) bis 0 (= Note 6)) gab es keine Klassen im ursprünglichen Sinne mehr, sondern eine ganze Stufe mit vielen vielen einzelnen Leistungskursen. Dies war sehr nach der anstrengenden Klassensituation in der 11.Klasse (s.o.) befreiend.
Leistungskurse hießen die aber so nur in Bayern, aber nicht in BaWü. Und noch viel mehr änderte sich seitdem. Ich glaube, es würde aufgrund der Komplexität zu weit führen, das alles zu erläutern.
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Aber am wichtigsten zu wissen ist, dass es zweistündige und vierstündige Kurse gab, von denen bei allen SchülerInnen Deutsch und Mathe Pflicht waren. Jeder musste im Abitur dann eine Deutsch- und eine Matheprüfung abhalten.
Außerdem ein Kernkompetenzfach, das ebenfalls zur Abiprüfung führt und was eine Sprache sein sollte (Englisch, Latein, Französisch, Spanisch, Griechisch).
Und zwei weitere vierstündige Fächer, von denen man eines auswählen konnte, das man als vierte Abiturprüfung schreibt.
Daneben gab es viele nicht für das Abi zwangsweise vorgesehene zweistündige Fächer (in Bayern "Grundkurse" genannt und, je nachdem: Geschichte, Erdkunde, Gemeinschaftskunde, Sport, Bildende Kunst, Biologie, Physik, Chemie, Musik, Religion oder Ethik, Wahlfächer, die freiwillig zu wählen waren wie Psychologie, Literatur, Informatik, keine Sprachen!). Deshalb nicht zwangsweise, weil jeder als eine Art "mündliche Prüfung" eine Präsentation halten muss, und die kann man in vielen, aber irgendwie auch nicht in allen Fächern abhalten.
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Meine Fächerwahl: Deutsch (Abi), Mathematik (Abi), Englisch (Sprache im Abitur), Französisch (nicht als Abi-Fach genommen) und Bildende Kunst (Abi) waren meine "vierstündigen Fächer".
Meine zweistündigen Fächer waren Geschichte, Gemeinschaftskunde (in diesem Fach habe ich meine Präsentation abgehalten!), Erdkunde, Biologie, Chemie, Ethik und das Wahlfach Psychologie, das ich im Gegensatz zu allen anderen Nicht-Wahlfächern jedoch nur ein Schuljahr, nämlich in der 12.Klasse hatte. So kam ich dann auf insgesamt 34 Wochenstunden in der 12.Klasse, bzw. auf 32 in der 13.Klasse.
Die Fächer Spanisch, Physik und Musik (jeweils mit den Noten 2, 5 und 1!) konnte ich bereits nach der 11.Klasse "abwählen", sodass ich sie in der 12.Klasse nicht mehr machen musste.

Auch gab es die Studienfahrt nach Rom, in der wir eine Woche in dieser geilen Stadt verbrachten. Zu viel passiert, um darüber ausführlich zu berichten...
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In der 13.Klasse wurde es ganz schön haarig mit dem Erreichen der Notenpunkten, weil ich mir nicht mehr so viel Mühe gab in den Klausuren. Ich war so gefährdet, dass ich schon nach dem 1.Halbjahr der 13.Klasse (13.1) fast sitzen geblieben wäre und freiwillig in die Klasse unter uns gegangen wäre. Zum Glück konnten mich die Oberstufenberater - das sind immer zwei Lehrer, die sich über das ganze Notensystem und die Fächerkombinationen in der Oberstufe und all sowas auskennen und dich beraten können - überreden weiterzumachen.
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Bei den Abiturprüfungen selbst sah es dann aber nicht viel hoffnungsvoller aus: in Deutsch war ich im Kurs zwar noch durchschnittlich, in der Prüfung dann weniger, in Mathe waren nach schlechten Kurs-Ergebnissen die der Prüfung noch schlechter, in Englisch ging es von gut auf durchschnittlich und nur in Bildende Kunst blieb es bei einem durchschnittlichen Ergebnis. Das lag immer daran, dass ich nie fertig geworden war in der Reinschrift und mich bei den Stichwort-Notizen unnötig lange festhielt.
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Retten konnten das Ganze dann nur die "Präsentation" in Gemeinschaftskunde (7 Notenpunkte) und die zusätzliche richtige mündliche Prüfung in Englisch (8 Notenpunkte). Dann war ich aus dem Schneider und so überrascht, doch noch das Abi hinbekommen zu haben, obwohl ich gar nicht mehr an den Triumph geglaubt hatte. Dreizehn Jahre Schule überstanden, ohne einmal sitzengeblieben zu sein! Und ein zwar nicht so guter Abi-Durchschnitt, aber immerhin das Abi in der Tasche. Yes-yes-yes!

Freitag, 17. April 2009

Klein Sray und die Mittelstufe (8. - 10. Klasse)



An die 8.Klasse kann ich mich nicht sehr gut erinnern. Was mir nur dazu einfällt: Erstens, mein Notendurchschnitt betrug in jenem Schuljahr genau 3,0. Zweitens, ich hatte das erste Mal das Schulfach "Physik", was mir nie wirklich lag. Drittens, erreichte ich in dem Fach Mathe erstmals die Note 4, während ich in der 7.Klasse noch eine befriedigende Note, davor sogar noch gute Noten schaffte.
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Und viertens, gab es, von den Mädchen initiert, in der Klasse da so eine Art offizielle Jungs-Umfrage, in der alle Mädchen zu allen Jungs in der Klasse Sympathie-Punkte (wer nett war und wer nicht, aber nicht, wer sexy war und wer nicht, das war in der Klasse nämlich keiner!) vergeben sollten. Denn eigentlich hatten die Mädels nicht viel mit den Jungs zu tun gehabt, vielleicht weil besonders die Jungs noch alle unreif und verklemmt waren ("Mädchen sind doof!"). Ich war eine der wenigen Ausnahmen und verstand mich mit vielen Mädels gut, besonders in der 8.Klasse. Lohn des Ganzen: heraus kam, dass ich auf Platz zwei landete. Yes!
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An mehr Sachen kann ich mich erinnern, wenn ich auf die Zeit in der neunten Klasse zurückblicke. Zuvor war in der 5c, 6c, 7c, 8c. Und viele Jungs (natürlich nicht alle) darin waren zu der Zeit "Bauern", rückschrittlich und recht pöbelhaft.
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Das änderte sich bei der dritten Sprachenwahl. Zur Auswahl standen so allgemeinhin die Sprachen Spanisch, Griechisch und Französisch. Da man für Griechisch auf jeden Fall Latein gehabt haben muss, fiel das für mich flach. Hätte mich sowieso nicht interessiert. Und Französisch war auch nur für diejenigen, die als erste Fremdsprache Latein und dann Englisch hatten (Englisch war spätestens ab der 7.Klasse Pflicht). Also nichts für mich, denn Französisch hatte ich bereits gehabt. So konnte ich als dritte Fremdsprache eh nur das Fach "Spanisch" wählen.
Oder, das war die einzige Alternative, hätte ich keine Sprache ausgewählt und es bei zwei gelassen, sodass man so dann den naturwissenschaftlichen Zweig wählt und dann verstärkt Bio, Physik und Chemie, was in der 9.Klasse bei allen dann hinzukam, gehabt. Aber nein, ich wollte die Naturwissenschaften nicht mit der vollen Breitseite durchleiden und entschied mich für Spanisch.
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Worauf ich hinaus will ist, dass durch die unterschiedlichsten Sprachkombinationen, die sich ergeben, neue Klassen entstanden. Ich landete mit einer Handvoll anderer Leute mit Spanisch-Faible aus meiner alten c-Klasse in der 9a, in der die meisten dann als erste Fremdsprache Latein hatten. Und auch, im Gegensatz zur 9c und 9d, auch eine dritte Fremdsprache hatten, was die einzige Gemeinsamkeit aller in der a-Klasse war.
Und die neue Klasse war anfangs die coolste, die ich mir vorstellen konnte. Aufgeschlossenere Menschen waren das, sowohl die Mädels als auch die Jungs. Die waren cool, gelassen, aufbauend. Auch gab es da nicht keinen inoffiziellen Geschlechterkrieg wie zuvor, Mädels und Jungs haben sich im Großen und Ganzen gut verstanden, besonders ich hatte keine Probleme.
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In der 10.Klasse, u.a. hatte ich das erste Mal das Fach "Gemeinschaftskunde" (heißt ja u.a. in Bayern Sozialkunde) hatte ich erreichte das Klassenklima einen einmaligen Höhepunkt. Nicht wenig Einfluss hatte der Klassenaustausch mit den italienischen SchülerInnen von Wertheims Partnerstadt Gubbio auf das Zusammenleben im Mikrokosmos der Klasse gehabt. Ich hatte in der einen Woche, in der wir alle in Gubbio (link!) waren und bei Familien der AustauschschülerInnen wohnten, selten so viel Spaß gehabt.
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Alles war toll: Die süßen Italienerinnen, die mich fast alle überaus ins Herz schlossen (was mich verwunderte, aber auch sehr schmeichelte) und die wenigen coolen Italiener in deren Klasse. Die Abendaktivitäten, die Fahrten nach Perugia (link!) und Assisi (link!), die Familie meiner Austauschschülerin, deren Mutter aus Spanien kam und mit der ich mich erstaunlich gut verstand. Das Essen, natürlich. Und vieles mehr.
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Dort in Gubbio habe ich auch das allererste Mal Alkohol zu mir genommen. Ich war ein richtiger Spätstarter in Sachen Alk. Damals hat man mir noch attestiert, ich sei trinkfest. Dieser Ruf hielt aber nicht lange an...
Und...ich habe mich die ersten Male geoutet. Einmal bei meiner damaligen besten Freundin Steffi, und dann bei einem Jungen aus meiner Klasse, nennen wir ihn M., der später mein erster bester Freund sein werden würde und in den ich mich dann auch verliebte. Nach Andy und nach einem anderen Kerl in der a-Klasse, den nennen wir jetzt W., für den ich immerhin eineinhalb Jahre was empfand. Auch diese Opfer meiner Verliebtheit hatten für mich liebestechnisch nichts übrig. So kann's gehen...
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Klein Sray und die Unterstufe (5. - 7.Klasse)



Kommen wir zur Gymnasialzeit. Eine extrem prägende und aufregende Zeit! Sie erstreckt sich von der 5. bis zur 13.Klasse bei mir, da ich auf einem baden-württembergischen Gymnasium war.
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Vor meinem Entschluss, auf das „Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium“ in Wertheim zu gehen, hatte ich zwei Möglichkeiten zur Auswahl gehabt. Welche der zwei sollte meine zukünftige Schule werden? Es gab zum einen das „Balthasar-Neumann-Gymnasium“ in Marktheidenfeld (link!), was ein bayerisches ist, und eben die BaWü-Version in Wertheim (link!).
Letztendlich entschied ich mich gegen das Gymnasium in Marktheidenfeld, weil diese Mini-Kleinstadt (kleiner als Wertheim) erstens knapp 15km von Kreuzwertheim entfernt war und ich dadurch eine weite Busfahrstrecke jeden Tag in Kauf genommen hätte. Zweitens wusste ich durch Hörensagen, dass bayerische Schulen insgesamt strenger und schwieriger waren und immer noch sind. Aus Angst, damit nicht klarzukommen, entschied ich mich für das „DBG“ in Wertheim.
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Als Fünftklässler wurden wir auch Sextaner genannt. In diesem ersten Schuljahr der weiterführende Schule des sekundären Bildungsbereichs, die zur Hochschulreife führt (link!), lernten wir eine erste Fremdsprache. Es gab Latein und es gab Englisch. Ich entschied mich für zweiteres, weil ich Latein als ein langweiliges und unlustiges Sprachenfach empfand. Später sollte sich herausstellen, dass ich das doch erlernen musste (link!). Englisch sollte dann das Fach sein, dass ich bis zum Abitur gehabt hatte. Durch die Sprachenwahl wurden dann die Klassen aufgeteilt.
Es gab die "5a" mit allen „Lateinern“ und die Klassen 5b, 5c, in der ich war, und die 5d.
Im Fach Englisch war ich in den ersten zwei Jahren sehr gut, was vielleicht auch an meinem Lehrer lag, der tatsächlich Herr Hund hieß und mich zudem scheinbar mochte und der sich während Stillarbeiten tatsächlich dem Stricken widmete.
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Während es in der Grundschule (1.-4.Klasse) noch Förderunterricht für diejenigen SchülerInnen gab, die weder katholisch noch evangelisch waren, gab es für die Konfessionlosen und Andersreligiösen wie meine Wenigkeit…nichts. Zumindest bis zur 8.Klasse gab es dann Freistunden, während die anderen ihren Religionsunterricht hatten.
Die Freistunden waren für mich eigentlich eine meist angenehme Zeit, manchmal aber auch eher langweilig, weil nur wenige MitschülerInnen auch kein „Reli“ hatten. Ab der 9.Klasse gab es dann das Fach „Ethik“.
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In der 5.Klasse gab es das erste Mal für mich die Schulfächer „Biologie“ und „Erdkunde“ (Geographie). Bis zur siebten Klasse hatte ich denselben Klassenlehrer gehabt: Herr Weinmann, ein sehr gutmütiger Lehrer, der nach den drei Schuljahren den Wohnort und demnach auch seinen Arbeitsplatz wechselte. Ich stand auf unseren Vize-Klassenlehrer Herr Lieb, der unser Deutsch- und Sportlehrer war.
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Auch schnupperte ich in der 5.Klasse das erste Mal Schulchor-Luft. Ich war im „Unterstufen-Chor“ allerdings dort nur ein Schuljahr lang, und wir sangen u.a. Stücke aus der Musicalfassung von „A Christmas Carol“ (link!) von Charles Dickens (glaub ich), wo es ja um einen Weihnachtshasser geht, der von Geistern heimgesucht wird (siehe „Die Geister, die ich rief“). Eine spaßige Angelegenheit!
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Was noch ab der 5.Klasse neu war: Ich interessierte mich mehr für Jungs als zuvor, aber natürlich wusste das zu der Zeit keiner so richtig. Ich sammelte Blockblätter von Diddl (link!) – sehr peinlich. Und ich hatte am Ende der 5.Klasse meinen Stimmbruch. Die Sache mit dem Stimmbruch war etwas, was mich dann seitdem sehr verunsichert hatte und die Zeit in der sechsten Klasse schwierig gestalten ließ.
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Die sechste Klasse stellte, das kann man schon sagen, den seelischen Tiefpunkt in der ganzen Schullaufbahn dar. Wegen des Stimmbruchs wusste ich nicht, wie meine Stimme auf andere wirkte, sie klang von meinem Standpunkt aus täglich oder zu jeder Situation anders, was ich damals für anormal hielt. Dies macht mich unsicher.
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Auch saß ich, was neu und ungewohnt war, das erste Mal ganz alleine im Klassenzimmer an einer Bank. Damals fragte ich mich sehr, warum das so war, und ob mich keiner leiden würde. Im zweiten Halbjahr kam zwar eine neue Mitschülerin, die sich dann natürlich neben mich saß, weil es der einzige freie Platz war, aber mit ihr redete ich nicht viel.
Und im Sommer trug ich, außer vielleicht im Sport, kein einziges Mal in der Schule Ärmelloses, sondern hatte immer einen Pulli an. Ich weiß aus heutiger Sicht überhaupt nicht mehr, was der Grund dafür war. Ich hatte zwar Kontakt zu den anderen Mitschülern, eher zu den Jungs, aber war ein introvertiertes Wrack.

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Angenehmer war dann die eine Woche, in der wir nach Österreich fuhren, ganz nah bei der Tourismusgemeinde Ramsau am Dachstein (link!). Wir fuhren ins Skilandheim (Schullandheim im Skigebiet) und fuhren dann eine Woche lang auf Langlaufskieren. Mal fuhren wir in Loipen (link!), mal auf der freien Schneefläche, was mir nicht immer gelang. Ich war nicht wirklich gut, eher langsam. Durch die 1-wöchige Fahrt lernte ich auch das erste Mal den Almdudler (link!) kennen. Ein sehr leckeres Getränk!
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Die Zeit in der siebten Klasse hingegen war eine weitaus schönere Zeit.
Es kam zum einen das Fach „Geschichte“ neu zu unserem Stundenplan hinzu. Zum anderen mussten wir uns eine zweite Fremdsprache aussuchen. Heutzutage ist es im Zuge der Einführung von "G8" (das Abitur nach zwölf Jahren statt nach dreizehn Jahren, link!) so, dass die Fremdsprache Nr.2 schon in der 6.Klasse gelehrt wird, aber wir als G9-SchülerInnen damals eben erst ab der 7.Klasse. Ich hätte wieder die Möglichkeit gehabt, Latein zu wählen. Aber nein, ich wollte lieber die Sprache Französisch zu meiner zweiten Fremdsprache machen.
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Und noch mehr gefiel es mir, WER mein Banknachbar war: es war ein gewisser Andy, der in der Klasse sehr beliebt war und in den ich mich nach kurzer Zeit ziemlich verliebt hatte.Für ihn empfand ich dann drei Jahre lang unerwiderte Liebe. Bis heute habe ich ihm diese Verliebtheit nicht gestanden. Ich hatte ihn...sehr gerne.
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