[Bild kommt irgendwann mal...]
21.12.2010 / 06:30
Verstrahlte Flocken, schwer und viel und kalt,
Beschienen von grellem Laternenlicht.
Sie fallen durch solch Gefälle sonst nicht
Auf, faszinieren, gefallen schon bald.
Denn unter Morgendämmerung, blau-schwarz,
Ja, werfen die zahlreichen Sechsecke
Schatten auf die weiche Schneedecke
Wie lauter Staubfussel, dunkel wie Harz.
Auf dem Bürgersteig, da grenzt die Arktis
Oberhalb der Knöchel an, Anwohner
Kommen zum Salzen, Kehren? Keiner
Rechtzeitig! Doch den Schnee gibt es gratis.
Kalendarisch fängt der Winter morgen
An, schon heute bereitet er Sorgen.
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Dienstag, 21. Dezember 2010
Dienstag, 14. Dezember 2010
Japanische Makaken
Japanische Makaken
Japanische Makaken stehen bis
Zu ihren graubraunen Achselhöhlen
In heißen Dampfbädern, blicken bewusst
Aus ihren schönen himbeerfarbenen
Gesichtern wohlig melancholisch drein.
Sie gleichen trotz Nicht-Zugehörigkeit zu
Hominini wundersamerweise
Hier doch erröteten Menschen, Wesen,
Die sitzend, still in einem Whirlpool nun
Sinnieren, sorgenvoll, über zuvor
Ereiltes unvergessliches Schicksal.
Als bloß unrühmlicher Voyeur dieser
Uniquen Szenerie empfinden wir
Ein außergewöhnliches Mitgefühl.
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Inspiriert durch eine ARD-Dokumentation: "Montag, 13.12.2010 | 20.15 Uhr im Ersten: Japan - Inselreich voller Gegensätze. Megastädte wie Tokio auf der einen und abgelegene Bergtäler mit fremd wirkenden Traditionen auf der anderen Seite. Selten sind die Unterschiede innerhalb eines Landes so groß wie in Japan, das sich über 3000 Kilometer von Nord nach Süd erstreckt. Quelle: Das Erste"
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LINKS / QUELLEN
Link zur ARD-Mediathek (ACHTUNG, Video ist nicht für ewig verfügbar!)
Link zu einem SPIEGEL-Artikel mit ähnlichem Thema
Wikipedia-Link zu "Hominini"
Wikipedia-Link zu "Makaken"
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Samstag, 11. Dezember 2010
Dezemberschnee
Nie weißer war
Zuvor solch ein
Letzter Monat
Im Jahr wie in
Diesem: null, zehn.
Heuer wurde
Sogleich schon zu
Monatsanfang
Zuckerpuder
Weit, weich verstreut.
Da half jedoch
Eher wenig
Viel Salz und Sand,
Glätte dann noch
Unvermeidbar.
Stockender, gar
Auch krachender
Verkehr die Folge,
Verspätungen,
Main-Hochwasser.
Trotz des Matsches
Unten, schwarzbraun,
Erstrecken sich
Berglandschaften,
Schiere Schönheit.
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Mittwoch, 8. Dezember 2010
Limerick (+)
Limerick (+)
Fremd werde ich immer hier sein
Gar nicht auszuschließende Pein.
Im Kosmos draußen fühl' ich mich,
Als Plus-Size-Model, schön füllig.
Hier werde ich immer fremd sein.
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Dienstag, 23. November 2010
Der Busfahrersitz

Der Busfahrersitz
Erste Reihe, linke Seite,
Sitze hinterm Busfahrer.
Dessen Sitz wippt unaufhörlich
Auf und ab, und ab und auf-
Lustig sieht die Bewegung aus, denn
Wenn der Sitz des Fahrers pendelt,
Höh' betreffend, horizontal,
Dann denke ich an früher.
Ja, ich war auch ganz gern draußen
Auf den Spielplätzen der Gegend
Meines Wohnortes Umgebung:
Rutschen, Wippen, Karussell.
Pferdatrappen gab es dort auch:
Sitz und Gesicht hölzern gebaut,
Unten die Eisenspirale
Elastisch, für vor <-> zurück.
Losgelöst von meiner Kindheit
War ich nie, nein, ich war's nie,
Weil lauter Erinnerungen
Wiederkehren und mich auch
Irritieren in dem Glauben,
Ich, der sei nun erwachsen,
Dreiundzwanzig erst, geworden.
Wer bin ich, wer will ich sein?
Klar ist, dass ich im Bus sitze.
An dem Sitz des Fahrers ist
Integriert ein Mikrofon, wie
Teil eines PC-Headsets.
Sitz und Mikro wippen nun nicht,
Bus hält an einer Kreuzung.
Rote Ampel! Wechselt die nie?
Nach der Werbung geht es weiter...mit meinem Leben...
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Freitag, 19. November 2010
Dinomann, Gröhlmann, Duschradiomann

Dinomann, Gröhlmann, Duschradiomann
Jede kleinere Großstadt -
Der Marken Würzburg, Heilbronn -
Besitzt auch ein paar Weirdos,
In ihnen die reisten Wonn',
Die aus der Masse heraus -
Sie sind eh'r nicht zu meiden -
Stechen, der Rest der Menschen
Verzieht sein Gesicht, leiden.
Straßenfreaks beleben doch
Die Städte, lasst sie so sein!
Es gibt zum Bleistift einen
Mann, der fällt mir spontan ein:
Der ist um die dreißig Jahr
Alt, hält in seinen Händen
Spielzeug-Dinosaurier,
Will nur reden mit Fremden.
Oder ein älterer Herr
Um die Fünfzig gibt es auch,
Der gröhlt in der Innenstadt
Einfach drauf los, ist sein Brauch,
Schlagerlieder jeglicher Art,
Und falls man Blickkontakt hat
Mit ihm, so ganz zufällig,
Will er reden, nimmersatt.
Und ein Mitte-Vierzig-Typ
Sitzt auch in der Straßenbahn,
Immerzu um seinen Hals:
Ein Duschradio, ist an.
Es tönt wie beim Phänomen
Der Handyposer, zumeist
Migrantenkinder. Laute
Musik, ist das nicht dreist?!
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Freitag Morgen in der Universität

Freitag Morgen in der Universität
Wie leer es hier ist, die Caféteria
Der Uni Würzburg, und außer mir
Hier sitzen nur Ü30-Menschen, trinken
Und essen, lesen, Müllwägen drauß' blinken.
Die Frau, vor mir, liest "Main Post", dritte Seite.
Bebrillt, wirkt lieb, die Zeitung in voller Breite.
Sie isst Mehrkornbrötchen und trinkt Traubensaft.
Ich nehme mal an, das Frühstück gibt ihr Kraft.
Der Mann mit Kappe, auch Nordisches Format.
Ihn wach macht sein Kaffee, nicht "vom Automat".
Er schüttelt den Kopf, kämpfend mit Müdigkeit,
Die Nase reibend, zehn vor Acht, die Uhrzeit.
Und angestellte Handwerker sind auch da,
Hängen Bilder auf: in der Caf'teria!
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Freitag, 12. November 2010
Die leere Grube und das Pendeln

Ich denke an Poe, Edgar Allan
Während meiner fast täglichen Fahrt
Von Wertheim nach Würzburg, an Baustellen
Der Autobahn vorbei, Tagesstart.
Um sieben Uhr, frühs, sitz' ich im Bus
Die Morgendämmerung macht sich breit.
Nicht viel, was aus Fenstern drauß' Fokus:
Außer Pony, schlafend, nichts breit und weit.
Ich wohne gar nicht mehr in dem Ort
Meiner Universität, es stört
Mich, das Leben vereinsamt sofort.
Von meinen Freunden nicht viel gehört.
Doch Trägheit, Unmut, Selbsthass machen
Mich dauernd unglücklich, kein Erwachen.
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Der Titel dieses Sonetts bezieht sich auf eine fabelhafte und sehr eindringlich geschriebene Kurzgeschichte des großen amerikanischen Schriftstellers Edgar Allan Poe (1809-1849), welche im Original "The Pit and the Pendulum" heißt, demnach als "Die Grube und das Pendel" (link!) zu übersetzen. Darin geht es um einen Charakter, der in einem vollkommen dunklen Raum aufwacht und langsam merkt, dass über ihm ein bedrohliches Pendel schwebt. Im Laufe der short story stellt sich heraus, dass die Hauptfigur zur Zeit der Spanischen Inquisition eingesperrt ist.
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Nicht mit dieser Geschichte wirklich vergleichbar, fühlt sich mein derzeitiges Leben dennoch ähnlich qualvoll an, nur anders. Eine Art Pendel des Gewissens und des Drucks scheint auch über meine Person zu hängen. Die Uhr, sie tickt, denn Zeit verinnt.
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Nicht mit dieser Geschichte wirklich vergleichbar, fühlt sich mein derzeitiges Leben dennoch ähnlich qualvoll an, nur anders. Eine Art Pendel des Gewissens und des Drucks scheint auch über meine Person zu hängen. Die Uhr, sie tickt, denn Zeit verinnt.
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Mittwoch, 20. Oktober 2010
Mittwoch, 11:11, Universitätsbibliothek

Mittwoch, 11:11, Universitätsbibliothek
Verloren starre ich auf den Laptop-Bildschirm,
Während an meinen Lippen,
Herbstwindbedingt trocken,
Hautschüppchen sind, die ich hinwegrubbele.
Hangelnd von Website zu Website sitze ich hier
Obwohl ich eigentlich Besseres zu tun hätte,
Wie man so bildschön sagt,
Denn der Bildung sollte ich hier nachgehen.
Es ist wohl noch zu früh für meinen Kopf,
Sodass ich nun aus dem Fenster schaue:
Gelb-grün-braunes Laub, dazu
Grauer Teer und ein ähnlich gefärbter Himmel.
Meine dritte Form der Ablenkung
Ist das Beobachten von anderen Studierenden:
Nerds, Hipster, Bootsschuhträger,
Normalos, Schicksen, Sportskanonen, alle dabei.
Ich sehe wieder durch die Glasscheibe hindurch,
Mein Ausblick wird auch von leichtem Flimmern getrübt,
Sich herausstellend als Nieselregen.
Ebenso wenig Klarsicht: mein Bildschirm, von Staub befallen.
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Samstag, 4. September 2010
23 Haikus: Prolog und I

PROLOG
Gestern, am 3. September 2010, wurde ich 23 Jahre alt. Am späten Abend zuvor war ich etwas nachdenklich gewesen, als ich die kleine Party bei uns in der WG zu meinem Geburtstag geplant hatte. Ich zweifelte daran, dass viele der eingeladenen Leute tagsdrauf auftauchen würden, vielleicht weil sie entweder anderweitig verplant waren oder weil sie dann doch tatsächlich keine Lust hatten, mich am Freitagabend zu besuchen oder zu sehen. Ich wusste von vielen nicht die wahren Hintergründe, jedoch fühlte ich mich bestätigt: es waren tatsächlich nur fünf weitere Leute zu meiner Mini-Feier gekommen, Chrissie als meine Noch-Mitbewohnerin exklusive. Viel zu wenig.
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Auch überlegte ich mir sodann: wie bin ich eigentlich zu der Person geworden, die ich jetzt bin oder darstelle? In insgesamt dreiundzwanzig meist melancholischen Haikus, die ich kurz vor dem Tageswechsel um 00.00 Uhr spontan verfasste, ging ich in mir und durchstöberte mein Erinnerungs- und Gefühlsarchiv.
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Haikus sind dreizeilige Gedichte, die ihren Ursprung in Japan haben, jedoch längst in andere Sprachwelten als die des Japanischen exportiert und im Wesen modifiziert und den Sprachen entsprechend angepasst wurden. Es gibt unzählige Regeln für ein Haikus, aber was alle Haikus gemein haben, ist, dass sie aus insgesamt 17 Silben bestehen, Abweichungen nicht ausgeschlossen. Die erste Zeile kommt in der Regel mit fünf, die zweite mit sieben, die dritte wieder mit fünf Silben aus. Schwierig war es, sie zu verfassen, denn Wörter sind im Deutschen oft mehrsilbig, im Englischen hingegen gibt es weitaus mehr "monosyllables". Die richtigen Worte zu finden war nicht einfach. Durch die strenge Form wird, denke ich, meist ein klassisches Reimschema ersetzt, was aber der Poesie keinen Abbruch leistet...manche Haikus könnten aber auch (zunächst) banal erscheinen...
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I
Unterm Küchenlicht
Versinkt mein Verstand zutiefst
In alte Sphären.
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Gestern, am 3. September 2010, wurde ich 23 Jahre alt. Am späten Abend zuvor war ich etwas nachdenklich gewesen, als ich die kleine Party bei uns in der WG zu meinem Geburtstag geplant hatte. Ich zweifelte daran, dass viele der eingeladenen Leute tagsdrauf auftauchen würden, vielleicht weil sie entweder anderweitig verplant waren oder weil sie dann doch tatsächlich keine Lust hatten, mich am Freitagabend zu besuchen oder zu sehen. Ich wusste von vielen nicht die wahren Hintergründe, jedoch fühlte ich mich bestätigt: es waren tatsächlich nur fünf weitere Leute zu meiner Mini-Feier gekommen, Chrissie als meine Noch-Mitbewohnerin exklusive. Viel zu wenig.
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Auch überlegte ich mir sodann: wie bin ich eigentlich zu der Person geworden, die ich jetzt bin oder darstelle? In insgesamt dreiundzwanzig meist melancholischen Haikus, die ich kurz vor dem Tageswechsel um 00.00 Uhr spontan verfasste, ging ich in mir und durchstöberte mein Erinnerungs- und Gefühlsarchiv.
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Haikus sind dreizeilige Gedichte, die ihren Ursprung in Japan haben, jedoch längst in andere Sprachwelten als die des Japanischen exportiert und im Wesen modifiziert und den Sprachen entsprechend angepasst wurden. Es gibt unzählige Regeln für ein Haikus, aber was alle Haikus gemein haben, ist, dass sie aus insgesamt 17 Silben bestehen, Abweichungen nicht ausgeschlossen. Die erste Zeile kommt in der Regel mit fünf, die zweite mit sieben, die dritte wieder mit fünf Silben aus. Schwierig war es, sie zu verfassen, denn Wörter sind im Deutschen oft mehrsilbig, im Englischen hingegen gibt es weitaus mehr "monosyllables". Die richtigen Worte zu finden war nicht einfach. Durch die strenge Form wird, denke ich, meist ein klassisches Reimschema ersetzt, was aber der Poesie keinen Abbruch leistet...manche Haikus könnten aber auch (zunächst) banal erscheinen...
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I
Unterm Küchenlicht
Versinkt mein Verstand zutiefst
In alte Sphären.
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23 Haikus: VI und VII

VI
Danach: gute
Noten, Mobbing seitens 4c,
Halt in meiner Klass'.
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VII
Letzte Reise von
Vieren nach Laos: nett, lang,
Jahr '98.
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23 Haikus: II und III

II
Rötliches Frühchen:
Lag im Brutkasten, ähnelnd der
Warmen Grilltheke.
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III
Die allererste
Erinnerung: Winter,
Gelbe Fäustlinge!
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23 Haikus: IV und V

IV
Der Kindergarten
Brachte mir Freunde, deutsche
Sprache und "Kunst" bei.
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V
Die ersten Jahre
In der Schule: harmonisch.
Ich: wissbegierig.
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23 Haikus: VIII und IX

VIII
Mit elf Jahren dann
Lernte ich sie kennen:
Sexualität.
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IX
Nun fünfte Klasse:
War spitz auf Schulkollegen:
Bleibt ein Geheimnis...
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23 Haikus: XII und XIII

XII
Pubertät = Irrsinn
Des Lebens. Optisch, psychisch:
Siege, Verluste.
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XIII
Zweites, drittes Mal
Unglückliches Verliebtsein
Nach 18 nie mehr da.
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23 Haikus: X und XI

X
Ein Jahr später:
Einsamkeit, Stimmbruch, Chaos.
Heißt: erste Krise.
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IX
13, erste Liebe
Mitschüler, unerwidert,
Hoffnung bis 16.
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23 Haikus: XIV und XV

XIV
Schlechtere Noten,
Trübsal, Zukunftsangst:
Was ist los mit mir?
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XV
Das Kleinstadtleben
Engt einen immer mehr ein.
Bald nun Freiheitssucht.
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23 Haikus: XVI und XVII

XVI
Nach Abi mit zwanzig
Beginnt nun mein Studium:
Vorwärts, neues Leben!
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XVII
Neue, sehr viele
Freunde bedarfen auch Networks:
Lust, Sucht, Frust, Wucht, Spaß.
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23 Haikus: XVIII und XIX

XVIII
Ich grüße, spüre,
Begehre, hasse, öffne
Und entwickle mich.
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XIX
Bin ich denn etwa
So beziehungsunfähig?
Liebe -> Musik bloß?
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23 Haikus: XX und XXI

XX
Prüfung, Klausuren.
Hausarbeit, Referate.
Jedes Semester.
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XXI
Erwachsen bin ich...
Meinen Ängsten und Träumen
Meiner Kindheit...nicht.
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