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Montag, 16. August 2010

Mercury Prize 2010 - Die Nominees (B-K)



Am 7. September 2010 wird es soweit sein. Denn an diesem Tag wird bekanntgegeben, wer den (Barclaycard) Mercury Prize in diesem Jahr gewinnen wird.

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Die Initiatoren dieses Preises haben die Nominierung und Auszeichnung von britischen, nord- und irischen Bands und KünstlerInnen immer als Förderung von eher alternativer Musik und von Musikschaffenden verstanden, oft Kritikerlieblinge und/oder solche, die nicht so sehr vom kommerziellen Erfolg verwöhnt sind.
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Außerdem ist der Mercury Prize auch die alternative Antwort auf die kommerzialisierten Brit Awards. Die Nominierten lauten...

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1) Biffy Clyro mit dem Album Only Revolutions (2009)
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Oliver (link!) ist bekanntlich Fan des Trios, ich eher nicht so, vielleicht weil mir die Musik neuerdings etwas zu Classic-Rock-mäßig herüberkommt. Früher haben Biffy Clyro (was für ein Bandname!) eher New Prog, Experimental- und Alternative-Rock gespielt. Ich finde es putzig, dass die drei Bandmitglieder oft halbnackt auf Fotos posieren, gerade der Leadsänger und Gitarrist Simon Neil im Musikvideo zu "The Captain", in voller Babyöl-Montur. Ausgewählt habe ich jedoch das eine Video mit den Anzügen und den Blitzen, siehe unten.
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Ich denke jedoch nicht, dass es wahrscheinlich ist, dass das Album der Band mit den vielen Fans und dem vielen kommerziellen Erfolg den Preis mit nach Hause nehmen wird. Wahrscheinlichkeit des Sieges: 2 von 10 (gering).
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Biffy Clyro - Many Of Horror

Biffy Clyro | MySpace Musikvideos

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2) Corinne Bailey Rae mit dem Album The Sea (2010)
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Ach, muss man noch irgendwelche Worte über Corinne Bailey Rae verlieren? Die Frau ist einfach hinreißend!
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Aber die Wahrscheinlichkeit, dass sie gewinnen wird, ist auch bei ihr nicht sehr groß. Vielleicht fehlt ihr, obwohl sie im aktuellen Album The Sea auch Alternative-Sounds einsetzt, der gewisse Indie-Faktor. Das Album ist trotzdem toll! Wahrscheinlichkeit des Sieges: 4 von 10.
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Corinne Bailey Rae - Closer
Hochgeladen von EMI_Music. - Entdecke weitere Musik Videos.

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3) Dizzee Rascal mit dem Album Tongue n' Cheek (2009)
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Dass sich Künstler im Laufe einer Karriere musikalisch und wie auch immer sonst auch entwickeln, ist eine denkbar normale Sache. Das sollten sie auch, um nicht wie U2 oder die Rolling Stones zu enden. Dizzee Rascal entdeckten viele Hörer erst 2008, als er mit Calvin Harris, der irgendwie nicht mehr so gut ist wie früher, kollabierte und prompt seinen ersten Nummer-1-Hit "Dance wiv Me" hatte. Doch 2003 veröffentlichte er noch keine Party-Dance-Rap-Sachen, sondern harten Grime und bissigen HipHop, zu finden auf seinem experimentellen Debütalbum Boy in da Corner (2003). Es gehört zu einen der besten Alben des Jahres 2003 und des 00er-Jahrzehnts. Ein Kritikerliebling, auch jenseits der Hip-Hop-Gemeinde. Im selben Jahr gewann Dizzee Rascal für dieses Album auch den Mercury Prize und ist damit der einzige in der 2010er-Liste, der bereits diesen Preis gewonnen hat.
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Das mit dem Grime ging noch zwei weitere Alben so weiter. Doch Tongue n' Cheek (2009) stellte eine Zäsur dar. Mehr House, mehr Alternative Dance, weniger Grime, aber immer noch HipHop. Und alles nur wegen "Dance wiv Me". Dadurch: weitere vier Number Ones, darunter der blöde WM-Song "Shout" mit dem UK-Komiker James Corden. Seine Rap-Skills sind wie gehabt Oberklasse, doch die Musik, auf der die Vocals basieren, ist so halb-halb. Auf der qualitativen Habenseite hingegen: die Kollabo mit Armand Van Helden "Bonkers" und das süchtig machende "Dirtee Cash", was auf dem Sample von "Dirty Cash (Money Talks)" basiert, von The Adventures Of Stevie V (britischer Dance-Act aus den 90ern).
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Aber weil er eben erstens bereits einmal gewonnen hat und zweitens die Kritiker seit 2009 nicht mehr geschlossen hinter ihm stehen, sieht es ungünstig für einen zweiten Sieg Dizzee Rascals aus. Man will ja auch Newcomer oder Unterschätzte mit der Auszeichnung helfen und nicht nur auf der Stelle treten und Erfolgsverwöhnte mit Preisen berieseln. Aber durch den Veteranen-Bonus beträgt die Wahrscheinlichkeit des Sieges nicht 1, sondern: 2 von 10.
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DIZZEE RASCAL "Dirty Cash." from phil tidy on Vimeo.

Music Film directed by WIZ and produced by Phil Tidy. Shot in 5 hours next to Tower Bridge with 125 cast and with only 4 days of prep. The wind got up and so did the rain on the shoot but it went to create the feeling of Guy Fawkes night meets the burning of Joan of Arc.

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4) Foals mit dem Album Total Life Forever (2010)
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Die lieben Fohlen wurden dieses Jahr das erste Mal von den Mercury-Prize-Verantwortlichen nominiert, obwohl sie von der Musikfachpresse zwei Jahre zuvor richtig auch schon viel Aufmerksamkeit und Ehre erhielten für Antidotes (2008), das Debütalbum der fünf Indie-Mathrocker. Nun haben sie die Musikkritiker mit Total Life Forever (2010) noch mehr auf ihrer Seite, sie loben die Atmosphäre, die Ausweitung des Sounds bei gleichzeitiger Catchiness.
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Alles klingt geerdeter und nicht mehr so hektisch wie z.B. auf dem 2008-Hit "Cassius". Welcher Videoclip soll nun als Teaser herhalten? Schließlich habe ich bereits die drei Single-Musikvideos "This Orient", "Miami" und "Spanish Sahara" bereits verbraten. Also gibt es einen Trailer für die Myspace-Secret-Shows der Foals, denn die Foals gelten als begnadete und vor Energie sprühende Liveband.
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Wahrscheinlichkeit des Sieges: 7 von 10! Sie könnten es dieses Jahr mit dem Gewinn schaffen, denn das Album hat sehr viele Qualitäten. Dass sie das Rad nicht unbedingt neu erfinden mit Total... ist klar, aber für sie selbst ist das Album auf jeden Fall eine Weiterentwicklung.
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Myspace Secret Show - Foals from The Grindhouse on Vimeo.

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5) I Am Kloot mit dem Album Sky at Night (2010)
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I Am Kloot, die Brit-Alternative-Rocker, gehören zu den am meisten unterschätzten Bands: was heißt das? Sie sind, wie so viele Bands, Lieblinge von einer gewissen Anzahl von Kritikern. Doch eine Mehrheit ignoriert sie, sie gelten für eine Minderheit als Liebhaberstücke. Doch dieses Jahr kann sich alles ändern. Wer hier nominiert wird, kann gar nicht mehr unterschätzt oder übergangen werden. Nominiert zu werden, das heißt, dass viele Leute von einem Notiz nehmen.
Ein Versuch, Aufmerksamkeit zu erhaschen, war bereits die Singleauskopplung "Northern Skies" (siehe unten).
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Sky at Night (2010) könnte, das wäre der Elbow-Faktor, dieses Jahr der unüberraschend überraschende Sieger werden, weil sich gewisse Juroren denken: oh, jetzt sollten sie es dieses Jahr mal verdient haben! Wahrscheinlichkeit des Sieges: 7 von 10!

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6) Kit Downes Trio mit dem Album Golden (2010 in D-Land)
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Kit Downes Trio stehen für den obligatorischen Jazz-Nominierten. Eine der 12 Nominee-Stellen wird immer für einen Jazz-Künstler oder eine -Band besetzt. Auch kontemporäre Jazz-Musik soll laut den Mercury-Leuten gefördert werden, denn schließlich ist Jazz-Mucke in der öffentlichen Wahrnehmung noch viel mehr "indie" als das, was wir (teilweise falsch) als Indie-Musik bezeichnen. Noch als Newcomer bekam der britische Jazz-Pianist Kit Downes viel Aufmerksamkeit und erntete viel Ruhm. 2010 ist schon allein deswegen sein Jahr, weil er in der Nominiertenliste auftaucht. Als Jazzer! Da es kein offizielles Musikvideo gibt, gibt es unten ein Live-Clip des ersten Songs des Albums Golden (2009 im UK) : "Jump Minzi Jump".
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Doch Jazzer haben es traditionell schwer, sich gegen elf Nicht-Jazz-Bands und -Artists zu behaupten. Noch nie hat jemand aus der Jazz-Ecke gewonnen, und trotz allen Talents oder Virtuosität ist Jazz nun mal nicht jedem sein Ding, auch nicht im Juroren-Zimmer. Kit Downes Trio bleibt als Jazz-Vertreter ein Außenseiter. Wahrscheinlichkeit des Sieges: 1 von 10.
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Hier: zweiter Stapel der Nominierten (link!).

Mittwoch, 2. Juni 2010

Tagversüßer des Tages Vol.228

[Bild kommt morgen...]

Foals mit "Miami".

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Das Musikvideo wurde zum bereits dritten Mal hintereinander von Dave Ma gedreht. Aber zurecht, denn Dave Ma hat sein Metier als Videoregisseur drauf.
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Im Musikvideo ist nicht nur viel gebräunte muskulöse Haut und Hantel-Metall zu sehen, es treten laut NME.com (link!) auch Transgender-Schauspieler wie Calpernia Addams and Glamourous Monique auf. Das ist deshalb erwähnenswert, weil dies einerseits bisher in der Popmusik noch nicht so oft vorgekommen ist. vor allem auf gerade nicht bösartige und lustigmachende Art.
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Andererseits galten die fünf britischen Boys von Foals, die sicherlich bei vielen Mädchen beliebt sind, bisher als Heten-Band, die, wie bei so vielen anderen Heten-Bands, kaum "queer interests" berühren oder berührt haben. Interesse ist meist eher gering, gerade, jenes für transgender-Angelegenheiten. Wobei...klickt mal hier (link!) drauf. Tja, wer weiß... 
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Das als humorvoll gedachte Musikvideo zur zweiten offziellen Single der Foals (aus Total Live Forever, 2010) könnt ihr unten anschauen.

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Foals - Miami

FOALS | MySpace Musikvideos

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Freitag, 23. April 2010

Tagversüßer des Tages Vol.215

[Bild kommt am Dienstag...]

Foals mit "Spanish Sahara".

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Die Nicht-Single aus dem zweiten Album der britischen Post-Afrobeat-Rock-Band Foals namens Total Life Forever (2010).
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Eher ein Album-Teaser. Schönes Musikvideo! Von Dave Ma (Foals' "This Orient") gedreht.

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Foals "Spanish Sahara" from Sub Pop Records on Vimeo.

Video for "Spanish Sahara" off Foals' 6/15/2010 release, Total Life Forever.
More information about Foals here: http://www.subpop.com/artists/foals


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Mittwoch, 21. April 2010

Tagversüßer des Tages Vol.214



Foals mit "This Orient".

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Die fünf Fohlen aus England sind zurück. Das zweite Album der nach Indie-Rocker klingenden (sie selbst sind beim Majorlabel Warner unter Vertrag) Math-Funk-Rocker namens Total Life Forever mit dem coolen Cover (link!) werden sie am 7. Mai 2010 veröffentlichen. Bis dahin gibt es "Spanish Sahara" als Nicht-Single und Teaser und "This Orient" als erste "offizielle" Single.
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Ich fand bei dieser Band schon immer ihre Knuffigkeit in ihren Bandfotos toll. Außerdem waren mir ihre Kunstverliebtheit und die mit einhergehenden wiederkehrenden Symbole sehr recht: der Titel und das Cover (link!) ihres ersten Albums Antidotes (2008) sowie die Tracklist und die behandelten Themen in ihren Songtexten faszinierten mich. Viele Titel ihrer mysteriösen Songs bezogen sich auf das nasse Element ("Heavy Water", "Like Swimming") oder das unsichtbare Element ("Balloons", "Olympic Airwaves"). Auch ihre Musikvideos waren immer leicht schräg, "artsy" und absichtlich unklar. Ebenso Songtitel wie "Red Socks Pugie" oder "Big Big Love (Fig.2)".
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Die Briten haben nun - wie schon länger die Exotfreunde von Vampire Weekend ("Horchata", "Cape Cod Kwassa Kwassa") - ein gewisses Faible für ferne Orte entwickelt. Ein Track aus Total Life Forever heißt "Miami". Mit "Spanish Sahara" oder "This Orient" hingegen wollen sie - wohl aus Fernweh - ihre eigenen neuen Reiseziele kreieren. "Fugue", ein anderer Song, bedeutet auf Deutsch "Fluchtreflex" oder "krankhafter Wandertrieb". Andere Songs beziehen sich auf vermeintlich Edles ("Black Gold", Alabaster"), was in Großbritannien eher nicht zu finden ist.
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Das vom Regisseur Dave Ma gedrehte Musikvideo zu "This Orient" ist zwar nicht ganz so überragend wie jenes zu "Spanish Sahara" (link!), ist aber immer noch besser als so manch anderes Performance-Musikvideo anderer Bands. Es erinnnert ein wenig an die ebenbürtigen Performance-Videos "Questing, Not Coasting" von Maxïmo Park oder "Sea Within A Sea" von The Horrors. Wirklich schön sind die immer wieder eingeblendeten Vogelscharen.
Eine Band wie die von mir musikalisch nicht gemochten Wilco konnte mich mit dem Cover (link!) ihres Albums Sky Blue Sky (2007) durchaus für einen kurzen Moment begeistern. Auch wenn es nichts mit ihrer Musik zu tun hat.

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Foals "This Orient" from Sub Pop Records on Vimeo.

Video for "This Orient" off Foals' 6/15/2010 release, Total Life Forever.
BUY: http://www.subpop.com/artists/foals
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