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Donnerstag, 4. November 2010

Nachtrag: Das Wochenende mit Karo in Wertheim




Kurz nach dem Auszug aus der WÜ-Altstadt-WG traf ich mich nach langer Zeit wieder mit Karo aka Wolta, was eine willkommene Ausflucht aus der Kreuzwertheim-/Wertheim-Ödnis war. 2. Oktober und 3. Oktober 2010.

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Nochmal zur Klärung der nicht einfach auseinanderzuhaltenden Provinzscheiße: Das Großkaff Kreuzwertheim (ca. 4000 EinwohnerInnen) ist der Ort, in dem ich einst 20 Jahre lang bei meinen Eltern wohnte und nun aus weniger freiwilligen Gründen wieder wohne. Dort ging ich auch vier Jahre lang zur Grundschule.
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Die Kleinstadt Wertheim (über 25000 EinwohnerInnen) hingegen ist mein Geburtsort und der Ort, in dem ich von der 5. Klasse bis zur 13. Klasse aufs Gymnasium (ein humanistisches, naturwissenschaftliches, alt- und neusprachliches) ging. Und Wertheim ist nicht gleich Wertheim Village, denn das „bei uns“ auch FOC (Factory Outlet Center) genannte künstliche Psuedo-Schnäppchen-Dörfchen für Mittel-/Oberschicht-Portemonnaie-Besitzer ist ca. 10km vom eigentlichen Stadtkern entfernt. Es kommt sehr häufig vor, dass wenn ich preisgeben soll, woher ich komme, den unwissenden Menschen beim Stichwort Wertheim sofort Wertheim Village einfällt: „Ah, Wertheim Village!“ Nicht ganz, ihr Leute, muss ich da immer weiter ausführen.
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In Wertheim fand heuer seit dem 1. Oktober 2010 wie an jedem ersten Oktoberwochenende die sogenannte Michaelismesse statt: die Hauptattraktion der Provinz in Sachen Volksfest, vergleichbar mit der Würzburger Kilianimesse oder der Marktheidenfelder Laurenzimesse. Als Jugendlicher war es DER Kick, sich dort zu besaufen und Spaß zu haben. Als Kind war natürlich nur letzteres der Fall, gerade durch die vielen Stände, Spaßbuden und Attraktionen wie Riesenrad, Karussell oder Krake. Den Autoscooter-Bereich fand ich hingegen lange Zeit blöd. Als Fast-Erwachsener – „not a boy, not yet a man“ – hat diese Kirmes jedoch fast jeglichen Reiz verloren.
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Nun war es so, dass Karo dieses Jahr beim sogenannten Messelauf mitmachen wollte. Bei diesem nahm ich auch einst 2006 mit ihr teil. Ich kann mich gut noch an den prasselndem Regen und meinen dadurch zerstörten Haarwachs-Seitenscheitel erinnern. Dadurch tropfte die Wachs-Wassermischung tränenartig herunter und kam gar in meine Augen, wodurch ich am restlichen Tag nur noch glasig gucken konnte, haha! Barock- oder Rokoko-Kleider als Frau oder Knickerbocker und/oder Wrack als Mann sollten da vorgeführt werden. Es gibt eine bestimmte Route, die durch den Messeplatz und die Wertheimer Altstadt führt und als Mann-Weib-Gespann (je zwei Menschen hintereinander) sollte man mehrere Stunden die Strecke durchschreiten. Weil ich dieses Jahr wegen des WG-Auszugs keine Zeit hatte, konnte ich nicht teilnehmen, Karo hingegen erklärte sich bereit. Denn der Initiator des Messelaufs war unser ehemaliger Deutsch- und Geschichte-Lehrer, der gleichzeitig jahrelang die Theater-AG leitete und ihr großen Ruhm und Ansehen brachte. Durch den großen Theaterfundus voller Kostüme und Accessoires kam auch die Idee mit dem Messelauf.

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Ich konnte aus Zeitgründen den Lauf nicht mitverfolgen, konnte mich aber am frühen Abend mit Karo auf der Messe verabreden. Wir haben uns riesig gefreut, uns nach langer Zeit wiederzusehen. Karo war jedoch ein klein wenig mitgenommen von der Belastung durch den Messelauf. Sie wollte sich irgendwo mal für länger hinsetzen. Deshalb beschlossen wir, wenig später den Messelauf-Initiator zu besuchen, der sehr nah am Messe-Spektakel wohnt.
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Dieser überaus gastfreundliche, selbstbewusste und eloquente Mann mit Wohlstandsbauch, der sich auch jahrelang für die Kommunalpolitik eingesetzt hatte, empfing uns und lud uns sogleich gar zum Abendessen ein. Nach einem Plaudern gab es überaus köstlich gebratene Champignons, Tomaten und Zwiebeln. Dazu getoastete Brotscheiben und Bier. Wir waren ob der Einfachheit und gleichzeitigen Köstlichkeit begeistert! Dazu gab es Anekdoten vom Gastgeber, sowie ein paar Themen, bei denen ich nicht wirklich mitreden konnte, weil es da um mir unbekannte Personen ging, die Karo jedoch kannte.
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Nach der Tagesschau verließen wir das Haus, in dem Karo das Wochenende über übernachten durfte, weil sie ja mitlief und ihre Eltern beide längst aus Wertheim weggezogen waren. Wir suchten dann auf der Messe Babs. Babs hat mit Karo und mir Abi gemacht. Babs' Eltern wohnen auch in Kreuzwertheim und als wir 15 und 16 waren, haben wir mit noch anderen viel gemeinsam unternommen, u.a. Zelten am Ammersee. Babs konnte mit jedem, kann/konnte genauso gut mit den LAN-Party-Nerds wie mit den Alternativen und Punks oder den beliebten Mädels (≠ Tussis unserer Klassenstufe). Und auch mit eher außen gestandenen Freaks wie mit Karo und mit mir, die wir damals zum Teil schon waren. Babs war immer so eine, die von allen gemocht wurde, weil sie immer vertrauensvoll und integer war, egal, mit wem sie es zu tun hatte. Als wir sie fanden, suchten wir nach dem Weinzelt, dass in den letzten Jahren immer eine angenehme Alternative zum überladenen stumpfen Bierzelt darstellte. Wir liefen herum und suchten und suchten, doch am ehemaligen Standort war nichts davon zu finden.
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Anscheinend existierte das kleine Weinzelt nicht mehr, es wurde wohl in das Bierzelt (eher: Bierhalle, für Wertheimer: Main-Tauber-Halle) integriert. Also gingen wir dort rein. Was zu erwarten war: voll, kaum freie Bänke, schreckliche Volks-Blasmusik, ein Gewusel, laut. Wenn man seine eigenen Erwartungen an sowas so niedrig wie möglich herunterschrauben kann, wenn man von Haus aus Dorftrottel, Antenne-Bayern-HörerIn, jugendlicher Macho oder Trash-Girl ist, oder einfach schon vollgetankt, kann dort im Zelt sicherlich Spaß haben. Leute wie Karo, Babs und ich jedoch...eher nicht, auch wenn wir alle keine überheblichen Menschen sind. Nach einem Federweißer für jeden verließen wir auch schon wieder die sonderbare rustikale Szenerie.

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Zuflucht suchten wir dann zunächst am Gebratene-Mandeln-Stand, später im Bistro Ionis, die sich gerne In-Bar schimpft und nicht allzu spelunkig, aber auch nicht allzu versnobt herüberkommt. Karo, Oli/Horschdä und ich waren zu Schulzeiten oft hier, bei Babs war es wohl auch nicht anders.
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Dort fanden wir auch zum Glück angenehmere Plätze als noch im vollen Bierzelt. Einzig die House-Musik war sehr penetrant laut und die halbstarken Kids darin, die natürlich nur bis 12 dort bleiben durften, waren auch erschreckend in der Überzahl im Ionis. Weil ich sonst selten Gelegenheiten (wegen Geld, Begleitpersonen, etc.) habe, irgendwelche Sachen in Bars zu bestellen, nahm ich erst einen Whisky, den 12 Jahre alten Chivas Regal (erstaunlich untrüb) und dann einen Melon Sour, der atemberaubend gut schmeckt. Babs bestellte sich u.a. einmal einen Cosmopolitan, Karo Bier und einen Martini d'Oro. Betrunkenheitsskala: 3 von 10.

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Der Sonntag mit Karo am Tag der Deutschen Einheit und ohne Alkohol diesmal war noch schöner, weil ich nach all dem Umzugsstress den Tag frei hatte und ihr diesen voll und ganz widmen konnte. Außerdem war es frühsommerlich warm und dadurch eine geile Zeit. Ich beschränke mich beim Sonntag in meiner Ausführung mal auf das Wesentliche, weil der Tag entspannter. Wir waren zunächst so gegen Mittag im Da Barista, dem besten Café Wertheims, wo wir Kaffee tranken. Anschließend schlenderten wir durch die Stadt. Karo sah Wertheim durch die Rückkehr nach drei Jahren mit ganz anderen Augen. Vom ungeliebten Wertheim zur faszinierenden Stadt mit jüdischer Tradition, wodurch sie manchen Stationen fast wie eine Touristin begegnete. Am Nachmittag aßen wir dann zu Mittag. Wir aßen Pommes rot/weiß, den Klassiker, den es in einer Dönerbude im Angebot gab. Wir machten dann noch einen kurzen Abstecher in die Michaelismesse, aber dort blieben wir nicht lange. Wir saßen mal auf einer Bank am Tauber-Ufer oder mal vor einem Brunnen und unterhielten uns über alles Mögliche, z.B. über die zu der Zeit noch frische Trennung von Su. Am frühen Abend brachte ich sie dann zum Bahnhof und versprach ihr, sie in der kommenden Woche mal in Frankfurt zu besuchen...
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Mittwoch, 3. November 2010

Nachtrag: Drei Wochen Schichtarbeit



Drei Wochen Ferienjob innerhalb der Sommersemesterferien klingt erst einmal nicht viel, und im Vergleich zu den temporären Jobs meiner KommilitonInnen und zu dauerhaften Berufen mancher meiner Freunde mag das vielleicht auch wie ein Kinderspiel anmuten. Aber...

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Ich arbeitete in der Firma, in der mein Vater seit über 20 Jahren schafft, zwischen dem 6. und dem 23. September 2010 als Aushilfsarbeiter. Dies ist aber nicht das erste, sondern das dritte Mal, dass ich das dort tat. Doch das mit der „Schicht“ ist erst das zweite Mal in meiner Nebenjobkarriere so vorgekommen. Dennoch fiel mir der Einstieg in die Arbeitszyklen und in die Materien nicht sonderlich schwer, da ich dies ja schon mal gemacht hatte.
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Kurz gesagt, sollte ich je nach Schicht zwischen zwei und im produktionstechnischen Idealfall vier Maschinen bedienen. Diese Roboter-Maschinen sollten Glasröhren akkurat zersägen. Die kürzeren Röhrchen wurden dann durch Brenner geschmolzen und ausgehöhlt. Mein Job, und quasi auch jener meines direkten Schichtkollegen und gleichzeitigen Aufpassers war es, die anfangs sehr langen Röhren (je nach Bedarf und Maschine unterschiedlich groß vom Durchmesser und dick- oder dünnwandig) einzulegen und das Zwischenprodukt, die fertig verarbeiteten Röhrchen, nach Einwandfreiheit zu überprüfen. Wenn sie gut waren, waren sie für die Weiterverarbeitung geeignet und wurden von mir in einen metallenen rostigen Korb gelegt.

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In den drei Wochen, also in 120 Stunden, war ich Schichtarbeiter und musste die Nachtschicht übernehmen. Es hieß also 5x8 Stunden Arbeit von 14 Uhr bis 22 Uhr. Nachtschicht bedeutet auch, dass man nur in den ersten zweiten Stunden die anderen KollegInnen der Firma zu Gesicht bekommen kann, ab 16 Uhr (Feierabend für ca. 95% der restlichen ArbeiterInnen) ist man fast nur noch zu dritt in der Fabrik (abgesehen von Putzhilfe, Inspektion durch Seniorchef oder Juniorchef).
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Ab der zweiten der drei Wochen beschlossen meine Nachtschicht-Kollegen und ich sogar, nicht acht, sondern 10 Stunden täglich werktags zu arbeiten, damit 4x10 Stunden zusammenkommen und der eklige Freitagjob demnach wegfällt. Der eine Freitag in der ersten Woche bis 10 Uhr abends war der härteste Arbeitstag überhaupt, weil das Fabrikgebäude bereits zum Schichtbeginn um 2 Uhr (der Freitag-Feierabend der regulären ArbeiterInnen beginnt bereits um 12 Uhr mittags) fast leer ist. Der „Freitag“ fiel dann zwar weg und ich konnte dann an dem Tag wieder nach Würzburg zur WG fahren, das Manko aber war halt dann, dass ich in Woche Nr. 2 und 3 dann gar bis um 0 Uhr nachts schuften musste. Schon hart. Das war aber im Vergleich zum abendlichen Arbeiten an einem Freitag jedoch das kleinere Übel. Trotz Einschlafprobleme um 2 Uhr nachts.

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Wie bereits erwähnt, arbeitet mein Vater seit einer halben Ewigkeit in diesem Betrieb. Er war es natürlich auch, der mich dazu überredete, dort zu arbeiten, indirekt war es aber auch die Firma, die halt Nachschub in Sachen Ferienjobbber brauchte. Weil mein Vater innerhalb des Betriebes trotz seines einfaches Jobs als Arbeiter hier wohl wegen seiner hilfsbereiten und offenen Art geschätzt wird, hatte ich eine Art Sohnemann-Bonus. Nicht im Sinne der Leistung, sondern im charakterlichen Sinne. So was wie: „Ach, das ist der Sohn von dem, dann muss der bestimmt auch in Ordnung sein“. Beziehungsweise dachte ich, dass ich so einen Bonus hätte und dass mir das weiterhelfen würde, was den Umgang mit mir seitens den anderen KollegInnen anging. Bestärkt auch dadurch, dass ich in der Firma als Ferienarbeiter bereits fast alle möglichen einfach zu bedienenden Maschinen betätigt habe, oft hier schon gearbeitet hatte. Doch ich hatte mich getäuscht und es waren nicht alle nett zu mir.
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Doch wenn Ihr jetzt denkt, dass ich meine Vorgesetzten und eben auch die meines Vaters nun in die Pfanne hauen würde, der irrt. Denn sowohl der spritzige Juniorchef als auch der nicht immer als handzahm und umgänglich geltende Seniorchef waren immer zuvorkommend, ebenso der Verantwortliche für die Produktion, und auch der Verantwortliche für Personal und Buchhaltung. Das war aber auch bei meinen zwei vorigen Ferienjobeinsätzen im Jahre 2006 und 2008 der Fall.
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Nein, es waren eher manche KollegInnen, mit denen man des Betätigungsfeldes wegen innerhalb der Firma eher wenig zu tun hat, die misstrauisch, kühl oder fast schon grantig wirkten, obwohl ich ihnen nichts getan hatte. Das merkt man halt oft, wenn man sich im Vorbeigehen grüßt. Dieses Grüßen ist ja gerade in solchen Mittelstands-Betrieben Gang und Gebe, fast schon ein Zwang. Früher musste ich, weil ich auch schon mal um 6.30 Uhr (wie mein Vater sonst immer) anfangen musste, auch tausende Male „Morgen“ oder „Mahlzeit“ von mir geben. Die Mehrheit der KollegInnen war zwar in Sachen Grußfeuerwerke – wohl doch wegen des Bekanntheitsgrades und der Verwandtschaft mit meinem Vater – mir wohlgesinnt, ein paar spezielle Personen reagierten jedoch leider entweder abweisend oder gar nicht auf mein „Hallo“. Aber vielleicht bildete ich mir auch nur ein, dass die Leute irgendwie ein Problem mit mir hätten. Vielleicht lag dieses komische Verhalten ihrerseits nur darin, dass es einfach ihr Charakter ist. Oder sie waren einfach von ihrer Arbeit gestresst, schließlich hatten die allermeisten während meines jeweiligen Antreffens bereits 8 Stunden gearbeitet.
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Da gab es zum Beispiel einen Typen, der für die sogenannte Werkstatt zuständig war und anscheinend dort eine hohe Position genießt, wahrscheinlich sogar vom Rang her dem Produktionschef ähnlich ist. Doch im Vergleich zu dem oder anderen hohen Tieren verhielt dieser sich gar nicht bodenständig oder sympathisch-kompetent. Im Gegenteil. Wenn man ihn so während seiner Arbeit, also irgendwann zwischen 14 und 16 Uhr vorbeigehen sieht, kann man seine Nase förmlich die Kumuluswolken berühren sehen. Mit anderen Worten: er war erstaunlich arrogant und unsympathisch. Doch gerade dieses Bad-Boy-Image faszinierte mich seltsamerweise. Der Snob war ja nicht sonderlich hässlich, zwar kantig im Gesicht, aber ein klein wenig mehr als nur durchschnittlich schön. Ca. 35 Jahre alt, eher groß, dunkelbraun-haarig und besaß schöne grüne Augen, bei diesem Ferienjobeinsatz diesmal eingerahmt in eine neumodische Brille. Ansonsten wie jeder andere auch das Firmen-Poloshirt in dunklem Blau mit Firmen-Logo, dunkle Jeans, typische solide Werkstattschuhe. Irgendwie hatte ich halt immer die Hoffnung gehabt, dass er mir mal einfach so „Hallo“ sagt und ich ihm genauso wieder antworte und dann im Inneren eine Art Genugtuung empfand. Doch zu solch einer Situation kam es nie.
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Ganz anders der Juniorchef, der auch der Vorgesetzte des Werkstatt-Snobs sein dürfte, und der ebenfalls so um die 35 Jahre alt sein dürfte (schätzungsweise), aber von seiner Persönlichkeit und seinem Auftreten her wie unverbrauchte 25 Jahre wirkt. Man würde sich das ja nur ungern zu sagen trauen, aber für einen Chef sieht er unfassbar knuffig aus. Er ist von der Körpergröße her halt so ähnlich klein wie ich, nicht schlank, aber auch nicht pummelig. Seine braunen Knopfaugen zu seinem rundlichen Gesicht lassen seine leichten Geheimratsecken schnell vergessen. Und dass er meist eine schwarze Anzughose und ein weißes Hemd trägt, also recht formell wirkt, mehr als dessen Vater, der Seniorchef, lassen ihn erst recht interessant wirken. Und sein Charme und seine Lockerheit sind die Krönung des Ganzen. Aber keine Sorge, er ist auch wirklich sehr kompetent und sicherlich durchsetzungsfähig, er lässt nur nicht so sehr das typisch Autoritäre einer Stellung wie seiner innerhalb des Betriebes heraushängen, was natürlich eine große Hilfe für alle in der Firma ist.

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Trotz des lieben Chefs war ich nach den drei Wochen sehr froh über die Beendigung des Ferienjobs. Ich hätte vielleicht auch früher mit dem Jobben anfangen können, dann hätte ich auch mehr Geld verdienen können. Doch ich hatte auch gewisse Sachen für die Uni erledigen müssen. Ich konnte deshalb auch nur drei Wochen arbeiten, weil ich die paar verbliebenen Tage bis zum Ende September Zeit für den Auszug aus der Würzburger-Altstadt-WG benötigte, in der ich ja nur zur Zwischenmiete gewohnt hatte.
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Montag, 9. August 2010

Tagversüßer des Tages Vol. 269



Professor Green feat. Ed Drewett mit "I Need You Tonight".

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Die nächsten zwei süßen Engländer (nach Plan B und Mark Ronson): Der eine heißt eigentlich Stephen Manderson und uneigentlich Professor Green. Natürlich ist Green kein Professor, aber andererseits ist er auch älter, als er aussieht. Ich hätte ihn auf 20 getippt, dabei ist der Protegé von Mike Skinner und der Ex-Tour-Support von Lily Allen (die ihn auf der zweiten Single "Just Be Good To Green" featuret) bereits 26 Jahre alt! Sein Debütalbum Alive Till I'm Dead (2010) kam Mitte Juli bereits in England heraus. Und, irgendwie süß: seine Rap-Stimme ist für einen Rapper erstaunlich hoch, höher als die seiner Kollegen Dizzee Rascal, Plan B, The Streets, usw.
Sein Markenzeichen sind zum einen das Hals-Tätowierung mit den Initialien seines Künstlernamens und zum anderen die große Narbe, ebenfalls am rechten Hals entlanggehend, die aus einer Schlägerei resultierte. In dieser wurde er, angeblich den Streit nicht angefangen, durch eine Flasche mit zerbrochenem Flaschenboden verletzt. Die Verletzung hatte er sich nur wenige Tage nach der Tattoo-Stecherei zugezogen.
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Der andere heißt Ed Drewett und ist ein Pop- und R&B-affiner Singer/Songwriter (link!), der zwar bei EMI Virgin Records unter Vertrag ist, jedoch noch kein eigenes Album oder eine Single draußen hat. Die kommende Single wird aber wohl "Champagne Lemonade" heißen. Er machte 2007 in einer britischen Talent-Castingshow mit, gewann diese aber nicht.
Doch dank der Tatsache, dass er das Feature für Professor Greens "I Need You Tonight" war, das auf einem genialen Sample des INXS-Hits "Need You Tonight" basiert, wurde Ed schlagartig bekannt. Denn die Single schaffte es bis auf Platz 3 der britischen Charts und konnte sogar in den japanischen Single-Charts Platz 14 ergattern!
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Das Musikvideo wurde von Henry Scholfield gedreht und zeigt einen Professor Green, der vergeblich um ein Girl wirbt, das nicht an ihn interessiert ist. Und alles führt zu Chaos und Alkohol.

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Professor Green Feat. Ed Drewett - I Need You Tonight
Hochgeladen von EMI_Music. - Entdecke weitere Musik Videos.
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Samstag, 26. Juni 2010

B'day-Feier am 25.06.10 - Nr.2: Bine in Kürnach



Das war die zweite Feier. Am 25. Juni 2010. Spongebob-Fan Bine hat im Zusatz-Anwesen ihrer Eltern gefeiert, das neben einer Garage und einer Wiese einen Party- und Beamer-Raum beinhaltet. Feucht fröhlich war es! Und das will ich euch - strukturiert nach willkürlich ausgewählten Songtiteln - erzählen...

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"CARRIBEAN QUEEN" (BILLY OCEAN) UND "CANADIAN GIRL" (THE WALKMEN)

Bines Geburtstagsfeier stand unter dem Motto "Karibik meets Kanada". Es war nicht nur eine Geburtstags-, sondern auch quasi eine Abschiedsfeier. Denn Bine fliegt in ein paar Wochen bereits nach Kanada, macht dort ihre zwei Auslandssemester. Und warum jetzt die Karibik? Nun, sie hat vor, dieses Weihnachten über noch von ihrem dortigen Studienort in die Bahamas zu flüchten, da der Winter hart sein soll und weil die Flüge nicht so teuer seien. Letzten Endes waren nicht alle dem Motto entsprechend verkleidet, machte aber nichts.
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"BARBECUTIE" (SPARKS)

Gegrillt wurde eher so nebenbei. Die meisten anderen Gäste hatten bereits gegessen, als Leo, Fahrer Tümmi und Jürgeeen ankamen. Für mich gab es als Veggie sowieso nichts Grillrelevantes, aber die anderen freuten sich über Bratwürste...
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"DRINKING IN L.A." (BRAN VAN 3000)

Eher: "Drinking in Kürnach". Ich hatte mich an jenem Abend ein wenig arg betrunken. Besonders die Rotlinge und Longdrinks führten den Betrunkenheitszustand herbei. Arg besoffen fühlte ich mich dennoch nicht, und dennoch ging ich Herrn Leo mit meiner Dummlaber-Attitüde im alkreichen Zustand auf den Geist. Betrunkenheitsskala: 5,5 von 10. Was dann dazu führte...
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"I KISSED A GIRL" (KATY PERRY)

Ja, nach langer Zeit wurde es für mich wieder soweit. Ich hatte einen Zungenkuss. Mit einer Frau! Mit "Porno-Lara". Es war nicht schlecht! Aber Herr Leo und Tümmi waren irgendwie leicht geschockt, weil ich wohl so etwas sonst fast nie tue. Sie machten grooooße Augen!
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"LET'S MAKE LOVE AND LISTEN TO DEATH FROM ABOVE" (CSS)

Okay, weder ein Lied vom Musiklabel DFA (Death From Above) noch von der brasilianischen Indietronic-Band CSS (Cansei De Ser Sexy) wurde gespielt. Aber mit besagter Lara wurden gewisse frivole "Stellungen" mit angezogenen Hosen - auf dem Sofa und im Stehen - ausprobiert, hat man mir im Nachhinein erzählt. Denn im Gegensatz zum Kuss kann ich mich daran nicht mehr erinnern. :D
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"YOUNG LOVE (TOPLESS)" (KID ALEX)

Jürgeeen zog irgendwann aus heiterem Himmel blank. Interessant...
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"DICK IN A BOX FEAT. JUSTIN TIMBERLAKE" (THE LONELY ISLAND)

Keine Sorge, nichts wurde hierbei "wirklich" ausgepackt. Aber irgendjemand schenkte Bine eine Wasserpistole, die einem männlichen Geschlechtsteil unfassbar stark ähnelte - in Form und Farbe! Keine Frage, natürlich wurden Fotos gemacht, die Leute mit der gehaltenen Pistole an der entsprechenden Körperstelle zeigten. Haha, wie albern.
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"EVERYONE NOSE (ALL THE GIRLS STANDING IN THE LINE FOR THE BATHROOM)" (N*E*R*D)

Naja, hier waren es eher "all the boys". Aber Lara war zunächst auf einem der zwei Klos. Für eine gewisse Zeit. Die Minuten vergingen und vergingen. "Sebbo" und andere Typen und ich warteten. Wir klopften an. Aber nix tat sich an der Tür. Dann klopfte eine französische Auslandstudentin an, Erika hieß sie, sagte "Isch büns, Erikaah!" und sofort wurde sie reingelassen. Toll. Klo war lange Zeit "occupé". Später kam heraus: Lara musste sich duschen.
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"TALK" (COLDPLAY)

Ach ja, es gab neben Besäufnissen und Körperflüssigkeitsaustausche auch noch Gespräche, teilweise waren sie sehr tiefgründig, gerade das eine Gespräch mit "Sebbo" über Sexualitäten und den Studienfächern Sozialkunde und Geschichte am Ende des Abends. Sehr toll! Toller Gesprächspartner!
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"DRIVING HOME FOR CHRISTMAS" (CHRIS REA)

Nix mit Weihnacht. Aber um 03:00 Uhr fuhren wir heim. Die anderen waren etwas verwirrt über die Tatsache, dass ich mich einfach nicht von meinem Gesprächspartner von oben losreißen konnte. Aber danke fürs Hin- und Heimfahren, Tümmi! :)

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ANDERE B'DAYS DER KALENDERWOCHE 25

SchmAdrian + Irina
Jana
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Donnerstag, 20. Mai 2010

Mister Mini-Salzstreuer


[schlechte Grafik (c) 2010 by SR / Sray ]

Mister Mini-Salzstreuer sitzt mit mir in einem Hauptseminar. Eine faszinierende Person. Ihn kenne ich zwar nicht persönlich, dafür aber habe ich mich mit ihm und mit seiner Stimme seit der ersten Sitzung des Seminars auseinandergesetzt.

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Dritte Sitzung, letzte Woche. Das Hauptseminar in Soziologie von Prof. Dr. Sackmann nennt sich "Bedeutung der Dinge". Das Thema dieser Sitzung war "Persönliche Objekte". Jeder Kursteilnehmer sollte, sofern es möglich war, einen Gegenstand mitbringen, welcher eine persönliche Wichtigkeit besitzt. Bei "Herrn Leo" zum Beispiel war es seine Brille, ohne die er nichts sieht und niemand ist. Bei "SchmAdrian" war es der Kaffee-Vollautomat, den er aus logistischen Gründen daheimlassen musste. Bei mir war es meine Digitalkamera, die ich fast immer mit mir herumschleppe, auch wenn ich in der Uni bin.
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In Gruppenarbeit (2er oder 3er-Gruppen) sollten die persönlichen Informationen zu den persönlichen Objekten im Zwie-/Tri(?)gespräch ausgetauscht werden. Anschließend wurden von der charmanten Professorin ein paar Grüppchen herausgepickt. Und in jeder Gruppe sollte eine/r immer das persönliche Objekt des Gesprächspartners / der -partnerin vorstellen. Und dann war der/die andere dran.

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Manche Leute stellten ihr persönliches Objekt auch vor versammelter Mannschaft vor. Zur Sprache gekommen waren z.B. ein etwas zerschlissener Rucksack, der gerade wegen seines Alters für einen Kommilitonen so bedeutend war. Oder das Foto eines Hasen, welcher bereits 13 Jahre alt ist. Bemerkenswert auch die Topf-Palme einer Kommilitonin, welche sie einst "Palmi" getauft hatte. Ein Beitrag eines Studenten hat mich nachhaltig beeindruckt, und die Geschichte von...äh...Simon, hieß er, glaub ich, ging ungefähr so:
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Vor ein paar Jahren war Simon bei einer Besichtigung eines Salzbergwerks in Berchtesgaden (link!) mit dabei. Hier wurden Salzablagerungen entdeckt, die die Firma Bad Reichenhaller (link!) erfolgreich vermarkten und verkaufen konnte. Er fand die Bergwerk-Tour, an die auch ein Dinner danach anschließ, eher langweilig. Als Giveaway erhielt er jedoch von der deutschen Salz-Firma schlechthin einen Mini-Salzstreuer (link!), der z.B. perfekt in eine Lunchbox passt, weil er nur wenige Zentimeter hoch ist und noch wenigere breit. Jener ist aber so ohne Weiteres jedoch nicht zu kaufen.
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Ihm war der Streuer anfangs nicht sehr wichtig, daheim stellte er sie irgendwo auf ein Regal hin, er vergaß dessen Existenz komplett. Nach ein paar Jahren fiel ihm der XS-Salzstreuer (link!) wieder auf, da diese Erinnerungen von der Bergwerksreise mitschwangen. Er benutzte den Bad-Reichenhaller-Salzstreuer für 10g Salz wieder öfter, er wurde ihm mit der Zeit plötzlich wichtig, plötzlich persönlich bedeutend.

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Eine ungewöhnliche, jedoch irgendwie putzige Geschichte, die von seiner Gesprächspartnerin dargeboten wurde. Simon stellte dann die Tasse seiner Gruppenarbeitskollegin vor. Leider weiß ich nicht mehr, was die Geschichte dahinter war. Grund dafür wird wohl gewesen sein, dass Simons Stimme so schön, so sexy, so einlullend war, dass ich seinen Worten keine Aufmerksamkeit mehr geschenkt hatte. Nur dem Klang der Stimme.
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Und wie war sein Stimmklang genau? Tief, sehr sonor (volltönend), nicht heiser, eher kehlig, aber nicht unangenehm kehlig, da die Laute bei ihm nicht von ganz weit hinten im Mundraum kamen. SchmAdrian attestierte Simon einen "doppelten Stimmbruch", für ihn war Simons Stimme ein wenig zu monoton, um ein bisschen zu gefallen (er ist wohlgemerkt hetero). Sie hätte aber für mich Telefonsex-Stimmen-Charakter gehabt, wenn Telefonsex etwas Nobles oder Sublimes wäre, und nicht so eine dirty Sache. Eine Stimme, die man nicht so oft hört, die aber schon besonders ist, auch wenn sie zu polarisieren vermag.
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Hinzu kam der Teddybären-Blick von Simon. Helle blaue Augen, aber noch nicht kühl, noch nicht zu stahlblau. Gerötete Bäckchen, 3-Tagebart, dunkelbraune, dezent gelockte, fast mittellange Haare, wahrscheinlich mindestens 1,80m groß. Älteres Semester, mindestens 5. Fachsemester. Wow, wie knuffig! Dass ich ihn niedlich finde, werden jedoch sicherlich nicht viele Leute nachvollziehen können. Kennen tue ich ihn nicht, klammert man mal die Salzstreuer-Story aus, doch kann ich schon mal sicher feststellen: Mister Mini-Salzstreuer ist höchstwahrscheinlich eine "Hete", leider.
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Dienstag, 18. Mai 2010

30. Todestag von Ian Curtis (1956-1980)



UPDATE (19/05/10): SORRY, MONSIEUR FEHLERTEUFEL WAR GESTERN AM PFUSCHEN! NATÜRLICH SIND 30 JAHRE VERGANGEN, SEITDEM IAN CURTIS NICHT MEHR LEBT, NICHT 20, WIE GESTERN FÄLSCHLICHERWEISE BERECHNET UND BEHAUPTET. :D

Vor exakt 30 (UPDATE) Jahren verstarb Ian Curtis, der Sänger der sehr einflussreichen Band Joy Division.

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Bevor aus der Post-Punk-Band Joy Division die erfolgreiche alternative Synthie-Poprock-Gruppe New Order wurde, die sich aus den ehemaligen Mitgliedern rekrutierte, hieß die Band zunächst Warsaw. Der Bandname war durchaus doppeldeutig zu verstehen (englischer Name für die polnische Hauptstadt Warschau und "Kriegssäge"). Bernard Sumner, Peter Hook und Ian Curtis lernten sich einst auf einem Konzert der Punk-Band schlechthin, die Sex Pistols, kennen.
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Sie musizierten gemeinsam mit dem Drummer Stephen Morris und spielten ihre Art von Punk, jedoch war ihre Musik, so wie bei vielen Post-Punk-Bands, introvertierter, von den Akkorden her weniger simpel und offener gegenüber musikalischen Einflüssen und Experimenten. Schnell benannten sie sich in Joy Division um, eine ziemlich unsensible Referenz an schändliche Vergewaltigungssektoren von Konzentrationslagern zur Zeit des Dritten Reiches. Passend zur oft eher düsteren, trostlos klingenden Musik, ethisch und moralisch sicherlich nicht ganz korrekt.

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Nichtsdestotrotz: Nicht nur der Sound der Musik von Joy Division war für Bands wie Interpol und Editors einflussreich, sondern auch Ian Curtis' Art zu singen. Der eher monotone und wenig melodiöse Gesang, der völlig im Kontrast zu Curtis' sanfter Sprechstimme und seinem jugendlichen Gesicht steht. Aber nicht nur das machte den faszinierenden Widerspruch und den Zwiespalt seiner Person aus.

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Er ging mit Deborah Woodruff, die dann seinen Nachnamen annahm, eine Ehe ein. Doch dies füllte ihn nicht aus, er ging mit der Niederländerin Annik Honoré fremd, während sich sein sowohl körperlicher wie auch seelischer Zustand verschlechterte. Er konnte immer schwieriger mit epileptischen Anfällen umgehen, was in gewisser Weise auch den Reiz der Live-Auftritte ausmachte, die sich dort bemerkbar machten.
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Ian Curtis beging am 18. Mai 1980 in seiner Wohnung in Macclesfield Selbstmord, er erhing sich in der Küche. Drogenkonsum, das Nichtumgehenkönnen mit Epilepsie, Todessehnsucht und erhebliche Stimmungsschwankungen aufgrund von Depressionen führten zum frühen Tod des tragischen Helden. Die Ärzte, die ihn mit Medikamenten gegen seine Krankheiten versorgten, konnten seinen letzten von nicht wenigen Suizidversuchen nicht verhindern. Denn vielleicht wäre es sonst nicht so weit gekommen.
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Tragisch vor allem ist, dass Curtis die Veröffentlichung des zweiten und letzten Albums Closer erlebte Ian Curtis nicht mehr miterlebte, ebenso wenig der posthume Erfolg der bekanntesten Joy-Division-Single "Love Will Tear Us Apart" (link!). Ian Curtis wurde nur 24 Jahre alt.
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Mittwoch, 21. April 2010

100. Todestag von Mark Twain - heute!



Das real erlebte Abenteuer des berühmten amerikanischen Schriftstellers Mark Twain (1835-1910), also dessen Leben, ist ebenso spannend wie sein berühmtester Roman The Adventures of Huckelberry Finn...

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Huckelberry "Huck" Finn, Tom Sawyer, der Kult um den Mississippi River, das Streben nach Glück, also der American Dream, nur kindgerecht erzählt: Ohne dich gäbe es das alles nicht! :)
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LINKS
Shortnews
TAHF - Wikipedia
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Freitag, 19. März 2010

Filmabend #2



Letzten Sonntag kamen "Herr Leo", "Herr Tümmi" und "Frau Bine" und ich wieder zum Filmclub zusammen.

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Was anders war als beim letzten Filmabend (link!): Bines Kumpel "Maddin" war an jenem Abend zu Gast und verspätete sich gleich schon mal. Denn der fand den letztmaligen Ort des Anguckens nicht: Das Wohnheim, indem Leo und ich wohnen. Neuer Anguck-Ort, neuer Film: Die Mehrheit entschied sich für die Tragikomödie Vergiss mein nicht!, welcher den schöneren Originaltitel Eternal Sunshine of the Spotless Mind hat.
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Dieser neosurrealistische Film (link!) vom französischen Regisseur Michel Gondry enthält unter anderem Science Fiction-Elemente und erzählt sehr nonlinear und demnach mit Zeitsprüngen. Es ist Michel Gondrys erfolgreichster Film, nicht nur was das Kommerzielle angeht (72 Mio. Dollar Einspielergebnis - für einen Indie-Film ist das einiges!), sondern auch bei Kritikern und Fans gilt der Film als Meisterleistung. Auf IMDB.com ist er in der TOP250 (link!) zurzeit (Stand: 19.03.10) auf Platz 58.

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Die Verfilmung des Oscar-prämierten Drehbuchs von Charlie Kaufman handelt von einem gewissen Joel (Jim Carrey in einer eher ernsteren Rolle). Dieser stellt fest, dass sich seine Ex namens Clementine (gespielt von Kate Winslet) nach dem Beziehungsende all die gemeinsamen Erinnerungen von der menschlichen Festplatte namens Gedächtnis löschen ließ. Sie erkennt ihn nicht mehr wieder.
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Anschließend sucht er die Firma auf, die für diese Löschprozesse verantwortlich ist. Er lässt dieselbe Prodezur über sich ergehen, jedoch kämpft er im Unterbewusstsein gegen die Ausradierung der schönen und nicht so schönen Erinnerungen an die eigensinnige Clementine, da das Löschen ihm Schmerzen bereitet.
Für eine etwas ausführlichere Beschreibung der Handlung(en) klickt ihr einfach hier (link!) drauf.

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Ein wunderbarer Film mit toller Musik von Jon Brion und durchweg tollen Schauspielleistungen. Kate Winslet ist als impulsive und alternativ lebende Frau einfach bezaubernd, Eigentlich-Komiker Jim Carrey nervt hier kaum, spielt sogar recht überzeugend.
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Und gerade die Nebendarsteller machen aus den Nebenhandlungen der Nebenrolle eine gleichermaßen berührende Angelegenheit. Tom Wilkinson, der den leitenden Arzt von Joel/Jim Carrey spielt, sieht man gekonnt an, dass "Dr. Howard Mierzwiak" ein Geheimnis verbirgt. Dessen erster Angestellter in der Firma, Elijah Wood als "Patrick", ist mal so gar nicht "Frodo", Angestellte Nr.2, Kirsten Dunst, ist als "Mary" erst süß, überzeugt dann aber besonders zum Schluss, wenn sie auf das Geheimnis kommt und mit verletztem Herz sofort darauf reagiert.
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Und der Schauspieler Mark Ruffalo ist für mich der Tollste. Er spielt den technisch versierten "Stan", der mit "Mary" zusammen ist. Der Nerd ist hauptsächlich für die Erinnerungs-Löschmaschine zuständig, nachdem "Patrick" und er dieses Gerät in "Joels" Wohnung mit "Joels" Kopf verbunden haben. Er scheint erst alles im Griff zu haben. Dann aber merkt man ihm an, wie hilflos er jedoch eigentlich ist.
Erstaunlich, wie schnuckelig und doch leicht unbeholfen und gleichzeitig sexy (wenn er mit Dunst (fast) nackt ist) Mark Ruffalo "Stan" spielt. Er ist so toll! Und wer sagt, dass nur Frauen einen entzückenden Rücken haben können?!

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Die gesamte Gruppe fand Vergiss mein nicht! toll und bewertete diesen mit einer Durchschnittsnote von ∅ 4,31. Sensationell! Besonders "Tümmis" Bewertung überraschte in der Gruppe, da er bisher eher nicht als Tragikomödien-Möger auffiel und auch vom Rest des Filmclubs bei der Auswahl des Films überstimmt wurde. Er stimmte für einen anderen anzuschauenden Film. Seine Wertung gehörte nichtsdestotrotz zu den höchsten, er fand den Film richtig gut!
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Maddins Note, die wegen seines Gast-Status nicht hinzugezählt wurde, vergab als einziger komplette 5 von 5 Punkte!
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Dienstag, 26. Januar 2010

Tagversüßer des Tages Vol.169



Bran Van 3000 mit "Astounded".

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Der große und großartige Curtis Mayfield (R.I.P.) veredelt diesen Neo-Soul-Song posthum durch seinen Gesang um ein Vielfaches. In einer Zeit, als Retro-Soul à la Amy Winehouse und Mark Ronson noch nicht so sehr im Lauf war, wurde die Single "Astounded" des kanadischen Musikkollektivs Bran Van 3000 veröffentlicht. Dies war mit dem dazugehörigen Album Discosis im Jahre 2001 geschehen. Die Band verwendete die Gesangsspuren eines unveröffentlichten Songs von Mayfield, da dieser zur Zeit der Albumproduktion bereits krank und altersschwach war. Er verstarb bereits am 2.Weihnachtstag des Jahres 1999.
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Das Musikvideo: Ein Mann und Eine Frau küssen sich und kommen nicht mehr voneinander los. Dies ist bereits der Plot der Handlung darin. Das Musikvideo drehte

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Bran Van 3000 - Astounded
Hochgeladen von pezhammer. - Musikvideos, Sänger Interviews, Konzerte und mehr.


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Montag, 25. Januar 2010

Tagversüßer des Tages Vol.168



John Legend mit "Used To Love U".

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Seine beste Single überhaupt und bisher war die allererste, nämlich "Used To Love U", die aus seinem Debütalbum Get Lifted (2004) stammt. Klassischer Soul und frische Moderne klingen hier zusammen wie aus einem Guss. Einfach toll!
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Und Kanye West funkt zum Glück nicht auf rappende Weise dazwischen, sondern belässt es bei Legends kraftvollen Vocals. West hat bloß diesen Song mit den bitteren Lyrics produziert und das dazugehörige Album auf seinem Label GOOD Music (link!) veröffentlichen lassen. Und spielt, da damals noch musikmäßig John Legends Mentor, halt noch als Pastor eine Rolle im Musikvideo, in dem er stylisch wie eh und je ist und nur vom knuffigen John Stephens - so sein bürgerlicher Name - in der Hinsicht übertroffen wird.

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Freitag, 8. Januar 2010

Mr. Matz und ich



Den 29. und 30. Dezember hatte ich mit "Mr. Matz" verbracht,...

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...mit dem ich zuvor seit längerer Zeit gechattet habe. Er wohnt und studiert in Coburg und entschloss, kurz vor Jahresende nach Würzburg zu fahren, um mich zu besuchen.
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Matz und ich haben nach dem Herumführen von mir durch die regnerische City den "Standard" (link!) aufgesucht, meine Lieblings-Studentenkneipe und eine in Würzburg sehr zentral gelegene . Anschließend haben wir im Wohnheim gutes Bier, teures Schokoeis und Käsebrote gemeinsam konsumiert, tagsdrauf auch frischgepresste Säfte aus der "fruchtbar" (link!) in WÜ.
Zu generell unterschätzter Musik von Gisbert zu Knyphausen und Bran Van 3000 gelauscht und uns über dies und jenes unterhalten. Cooler Typ, dieser Matz!
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Sonntag, 3. Januar 2010

Auch DAS war 2009!



Auch DAS war 2009!

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Meiner Meinung nach die Filme des Jahres: „The Wrestler“ und „Inglourious Basterds“
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Mein Buch des Jahres: Heinz Strunk „Fleckenteufel“
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Meiner Meinung nach die Frau des Jahres: Beth Ditto
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Meiner Meinung nach der Mann des Jahres: Barack Obama – trotz allem
["Michael Jackson" hier jetzt hinzuschreiben, wäre hier etwas unfair gegenüber Miss Ditto gewesen: Dead AND Alive und so...]
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Meiner Meinung nach die Idioten des Jahres: Roland Koch und die Continental-Frau
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Meine Wörter des Jahres: „Abwrackprämie“ und, naja, auch „Schweinegrippe“ halt
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Meiner Meinung nach die Werbung des Jahres: 1. Rocher-Werbung mit Jan-Josef Liefers (*schwärm*), 2. IKEA-Werbung mit den Frauen im begehbaren Kleiderschrank, und 3. die Gucci-Parfümwerbung für "Flora", gedreht von Chris Cunningham (Aphex Twins "Come To Daddy)
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Meiner Meinung nach das No-Go des Jahres: Die Heuchlerischen Hypes um Michael Jackson und um die Schweinegrippe
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Meine persönlichen Events des Jahres: Englisch-Zwischenprüfung und Latein-Prüfung
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Mein persönlicher Erfolg des Jahres: Das Bestandenhaben meiner persönlichen Events des Jahres
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Mein persönlichen Misserfolge des Jahres: Viele kleine...
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Mein Konzert des Jahres: Shantel in der Posthalle in Würzburg am 28.März 2009 (link!)
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Samstag, 5. Dezember 2009

Kürze, Würze und so (Kurzfilme) Vol.1



"Kürze, Würze und so (Kurzfilme)" ist eine neue Rubrik auf meinem Blog. Der erste von mir vorgestellte Kurzfilm heißt Validation.


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Kurzfilme laufen zwar im deutschen Fernsehen auf den Kultursendern arte und 3sat, jedoch nur meist nachts zwischen zwei weitaus längeren Sendungen oder Filmen. Oft zappt man nach ein oder zwei Minuten gleich wieder um. Oder man schaltet, wenn, dann nur zufällig ein.
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Es gibt zwar auf arte die sicherlich gelungene und sicherlich informative Sendung "Kurzschluss" (link!), die sich als wahrscheinlich einzige Sendung mit Kurzfilmen befasst (zwei Kurzfilme, manchmal Berichte über Kurzfilm-Projekte oder -Festivals). Aber auch das findet derzeit freitags nach der Zeitgeist- und Musiksendung "Tracks" statt. Nämlich erst nach null Uhr. Hat man da noch die Zeit, die Muße und die Geduld, weiter aufzupassen? Ich selbst habe das bisher, vor allem gestern, aus lauter Müdigkeit, wieder einmal nicht geschafft "dranzubleiben".
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Paradoxerweise nimmt man sich gerade für Kino- und Langfilme im Fernsehen oder auf Video / DVD die Zeit, sich von bewegten Bildern berieseln zu lassen. Und das in einer heutigen Zeit, die von Hektik, Stress und kurzzeitiger Aufnahme- und Verarbeitungsfähigkeit von Informationen geprägt ist.
Die Devise vieler Menschen scheint aber zu sein: Wenn schon (mit Filmen) abschalten, dann richtig (= für lange Zeit). Und das scheint nicht mit Kurzfilmen zu klappen.
Gibt es eigentlich Kinos in Deutschland, die extra für Kurzfilme gemacht sind?

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Kurzfilmen wird nicht dieselbe Aufmerksamkeit zugeteilt wie Langfilmen. Oder erinnert man sich bei den letztjährigen Oscars (link!) etwa noch an den Besten Kurzfilm (Spielzeugland (link!) von dem Deutschen Jochen Alexander Freydank), an den Besten Dokumentar-Kurzfilm (die indische Doku Smile Pinki (link!)) oder an den Besten Animierten Kurzfilm (Tsumiki no Ie (link!), auf Deutsch: Haus der Bauklötze). Nein, natürlich kennt man nur Slumdog Millionär.
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Man mag sich gar nicht ausdenken, wie viele kurze Film-Schätze man so alles verpasst. Die gibt's! Und wie gut, dass es das Internet und vor allem die Videoportale gibt, die Kurzfilmen zur Verfügung stellen.
Kurzfilme sollen nur etwas für Kenner, Kinoschaffende, Untergrund-Leute interessant sein? Von wegen! Deshalb werde ich - nach den ganzen Musikvideos, also den Tagversüßern des Tages (link!) - in meinem Blog zunehmend auch Kurzfilme vorstellen...

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Den Anfang macht der schöne Kurzfilm Validation (2007) von Kurt Kruene (Regisseur und Autor dieses Films). Ich übersetze mal die Plot-Beschreibung von IMDB.com (link!):
Validation ist ein Märchen über einen Parkwächter, der seinen Kunden eine ECHTE Validation (eigentlich: "Überprüfung", "Bestätigung", "Bereinigung", "Gültigkeitserklärung"; to provide validation = Anerkennung bieten (DICT.cc-link!)) gibt, indem er ihnen sowohl kostenloses Parken als auch kostenlose Komplimente schenkt.
In den USA (link!) ist die Methode es Abstempelns zur Bereinigung der Parkgebühren nämlich gang und gäbe.
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Es spielen mit: Der sexy T.J. Thyne (der sympathische Parkwächter) und Vicki Davis (die Passport-Fotografin), beides Schauspieler, in den USA allseits bekannte Fernsehgesichter, die hauptsächlich in US-Serien mitspielen. Beide spielen hinreißend!

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Validation

Jacob | MySpace Video
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Montag, 19. Oktober 2009

Tagversüßer des Tages Vol.115



The Style Council mit "Shout To The Top".

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Mit dabei war bei The Style Council der große Paul Weller, der mittlerweile eine solide Solokarriere aufweisen kann. Zuerst war er bei der Mod-Band The Jam, die Pop Punk und New Wave-Musik spielte.
Anschließend tat er sich als Gitarrist und Sänger mit dem Keyboarder Michael "Mick" Talbot zusammen und gründete 1982 The Style Council. Später kamen noch weitere Leute zur Band hinzu.
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Im Vergleich zu The Jam konnte Paul Weller in dieser Band die Balance zwischen Mainstream-Tauglichkeit und Musikalität gut halten. Bei The Style Council wurde trotz aller Eingängigkeit mit Pop, Jazz, Soul/R&B, House und folkigen Balladen experimentiert.
Die Songtexte wurden im Vergleich zu denen von The Jam auch politischer, da sie unter anderem den "Thatcherism" kritisierten. Sie wurden allerdings für das Überproduzierte in ihren Songs kritisiert. New Wave und Synthpop wurden mit Pop und Soul vermengt und das klang - in meinen Ohren jedenfalls - fantastisch.
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Am tollsten klappte dies bei "Shout To The Top". Im Gegensatz zu manch anderen 80s-Hits klingt "Shout To The Top" immer noch so frisch, als wäre diese Single erst in diesem Jahr releast worden. Zu doof, dass ich nicht schon früher geboren worden bin, um diesen verdammt mitreißenden Pop- und Soul-Song im Jahre 1984 auch so richtig mitzuerleben.
So charismatisch und souverän wie Paul Weller klingen einfach nicht viele andere Sänger.
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Diese Single war Teil des Soundtracks zum in D-Land eher unbekannten Coming-of-Age-Film "Vision Quest" (Filmelemente: Sport, Romantik, Drama, 1985, link!) und fand 15 Jahre später auch eine Wiederverwendung in "Billy Elliot - I Will Dance" (link!).
Leider wurde das Lied auch von den britischen Konservativen um David Cameron verschandelt. In der Jahresversammlung der "Tories" (link!) Anfang Oktober nämlich, in der mit dem Abspielen dieses Songs anscheinend an deren Glanzzeiten um Margaret Thatcher in den 80ern erinnert wurde. *seufz*

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The Style Council - Shout To The Top
Hochgeladen von aquanote. - Sieh die neuesten vorgestellten Musikvideos.

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