Posts mit dem Label karo aka wolta werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label karo aka wolta werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 5. November 2010

Nachtrag: Das Wochenende mit Karo in Frankfurt



Und nochmal gibt es eine Aufarbeitung der letzten zwei Monate in meinem Leben. In diesem Post geht es darum, dass ich nach dem gemeinsam mit Karo aka Wolta verbrachten Wochenende mit Karo in Wertheim, unserer Schulstadt, nun das darauffolgende Wochenende in ihrer derzeitigen Wohn- und Studienstadt Frankfurt verbrachte, 8. bis 10. Oktober 2010.

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

Freitag Mittag ging es los. Ich nahm meine neue Laptop-Tasche und einen mittelgroßen Rucksack für die drei Tage in Frankfurt am Main mit. Ich nahm die für mich günstigste Zugverbindung am helligten, nicht zu frühen, nicht zu späten Tag.
--------------------------------------------------------------------

Leider war die erste Zugfahrt vor dem Umsteigen quälend, weil der Zug nach Aschaffenburg HBf sehr voll war. Gerade vor Ankunft der an Wertheim nächstgelegenen Ortschaften saßen und standen eine Legion aus SchülerInnen, die nach Hasloch, Faulbach, Dorf- und Stadtprozelten wollten. Angenehmer wurde die Zugfahrt erst nach dem Umsteigen in den weitaus leereren Regionalexpress über Frankfurt, da hatte ich sogar eine zentrale tischähnliche Ablage am Vierersitz, den ich mit niemanden teilen musste.

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

Um kurz vor halb 4 kam ich endlich am Frankfurter Südbahnhof an. Mit anschließender U-Bahn fuhren wir zu ihr nach Hause. Sie wohnt im eher mittelständischen Teil des östlichen Frankfurts, nämlich in Bornheim. Als wir bei ihr daheim ankamen, holte ich mein Geschenk für sie aus der Tasche, hatte aber keineswegs erwartet, dass sie sich so über meinen selbstgemachten Schoko-Milchreis freuen würde. Besonders nicht über die lediglich aus Dekorationszwecken verstreuten Espresso-Kaffeebohnen und den Marmorkuchen-Kern in der Mitte als Gimmick. Dafür war ich über ihr als pikant gedachtes Risotto mit Rosinen entzückt.
--------------------------------------------------------------------

Freitag Abend wollte Karo mir die Stadt bei Nacht zeigen, was wir auch beide gemacht haben, sind unter anderem an ihrem aktuellen Nebenjob-Arbeitgeber vorbeigelaufen. Wir waren aber auch für eine Weile im Kuss41, Hessens, und auch Frankfurts erstem Lesben- und Schwulenzentrum für junge Leute bis 27. Toll, dass es so eine Einrichtung (link!) gibt, die hätten Karo und ich zu unserer Jugendzeit im provinziellen Wertheim echt gebrauchen können. Dort fand eine mit Karo achtköpfige Arbeitsgruppe zu schwulesbischer Aufklärungsarbeit in Schulen in Frankfurt und Umgebung statt, was die Erfahrungen durch die Gruppendiskussionen betreffend meinen Lehramtsstudium (manch ein Kollege, allerdings aus Frankfurt, war auch darin) sicher bereichern wird, an der ich aber als Nicht-Frankfurter natürlich nicht teilnehmen kann. Sehr nette Leute waren das aber jedoch!
--------------------------------------------------------------------

Wir waren später auch im PULSE, einer edlen Queer-Bar mit großer Raucherecke und vielen schönen queeren Menschen. Da kam man zwar überhaupt nicht in den Genuss, neue Leute kennenzulernen, doch immerhin waren die Biere top. Schockierend war für einen Zeitlang, dass ich nach dem Verlassen der Bar meinen Geldbeutel nach einer Weile nicht mehr an mir wiederfand. Schuld daran war die warme Abendluft, die mich dazu brachte, meine Herbstjacke unaufmerksam am Boden entlangzuschleifen. Zunächst fanden wir das Portemonnaie an keiner Straßenecke, die wir zuvor passiert hatten. Doch als wieder im PULSE waren und den Inhaber fragten, ob er abgegeben worden sei, meinte er: "Ja, klar, ich erkenne dein Gesicht noch vom Perso-Bild! Er wurde abgegeben. Ich hole ihn, einen Moment bitte!" Super nett, der männlich wirkende Typ, und ich war heilfroh, dass wir nicht gleich heimgekehrt waren.

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

Am Samstag Vormittag machten wir uns auf, um zum Flohmarkt irgendwo in Ost-Frankfurt zu gelangen. Es war erst chaotisch, da aus Gründen der missverstandenen Kommunikation zwischen Karo und den miteingeladenen zwei Kommilitoninnen von ihr die zwei Mädels von ihr einfach nicht kamen. Also machten wir den Flohmarkt zu zweit unsicher. Durch Karo wandte ich das erste Mal in meinem Leben das Feilschen an, vor dem ich bisher zurückgeschreckt hatte. War auch seit Jahren nicht mehr auf einem Flohmarkt.
--------------------------------------------------------------------

So gelang es mir u.a., die toll erhaltene Beatles-Schallplatte Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band (1967) für nur 14 statt 20 Euro zu ergattern. Ansonsten vintage-mäßige schwarze Brogues (Leder-Herrenschuhe mit Lochung) von Lloyd für nur 3 (!) Euro, für die ich nicht mal feilschen musste. Dann noch LP-Singles und Bruce Springsteens Born In The USA (1984) auch als Platte. Und eine schwarz-gelbe Umhängetasche von Camel Active für 5 Euro. Karo kaufte sich ein Mini-Nähzeug, was ein süßes Geschenk für Babs werden sollte. Dann Sektgläser, auch eine Tasche und noch mehr, was mir aber gerade nicht mehr einfällt. Es hat wirklich Spaß gemacht!
--------------------------------------------------------------------

Später am späten Mittag kochten wir ein Linsenrisotto-Eintopf mit Blumenkohl, Karotten und so. Was Karo als scharf anpries, war für mich nicht mal ansatzweise auf meiner Zunge ein kribbeliges Gefühl. Dennoch: saulecker. In den drei Tagen gab es wie an diesem Mittag als Nachtisch, bzw. als Frühstück oft Quark mit Roter Grütze und ähnlichem gesunden, aber gut schmeckendem Zeugs. Und, ach ja, meinen Milchreis gab es auch. Danach gab es, wie am Tag zuvor und am kommenden Tag intensive Gespräche über Verschiedenes und Persönliches, ich musste sie unter anderem wegen der kürzlich stattgefundenen Trennung von su trösten.
--------------------------------------------------------------------

Am Abend kam dann einer ihrer engsten Frankfurt-Freunde zu Besuch, es war Juri. Wir spielten Therapy? (für mich das erste Mal überhaupt), dann mithilfe eines iPhone-Apps von Juri so eine Art Flaschendrehen mit vorgefertigten Pflichtaufgaben und Wahrheitsfragen. Das taten wir eine Weile, Juri wurde sogar zweimal nass und ich musste einmal etwas aus dem Fenster in Richtung Öffentlichkeit grölend singen, ansonsten beließen wir es hauptsächlich bei Fragen, die wahr sein sollten. Leider wiederholten sich die Fragen zur später Stunde sehr. Um halb 1 wurden aus drei...zwei.

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

Am Sonntag: die lange herbeigesehnte Frankfurter Buchmesse. Auf demselben Messeplatz, auf dem ich vor Jahren mal war...nämlich auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA), zweimal. Aufregend! Wir bekamen vor dem Betreten des Eingangs schon gratis gewisse große Tüten inkl. Antiquariats-Bücher-Online-Store, die schon angedeutet hatten, das wir später sehr viel kostenloses Zeugs erhalten würden. So war es dann auch.
--------------------------------------------------------------------

Wir fingen bei ausländischen Verlagen aus der ganzen Welt an, dort war der Andrang der BesucherInnen noch nicht allzu stark. Wir konnten aus Zeitgründen nicht alle Länder durchforsten, hatten aber vor allem weniger für Besuchermassen verdächtige Stände von Verlagen aus Ländern wie Georgien, Tschechien und Türkei besucht. Dazu dann natürlich kurz das Gastgeberland Argentinien und größere Länder wie Italien und Frankreich. Unsere persönlichen "Ziele" waren Polen und Laos, die Herkunftsländer unserer Eltern, deren Stände auch existierten, vor allem die laotischen Verlage haben mich, der Typ, der sonst von seiner Herkunft sich eher entwurzelt fühlt und sich nicht so viel um Sitten, Gebräuche und derlei Sachen schert, zutiefst überrascht und erfreut. Wir waren anfangs eher schüchtern, wurden dann doch dreister und nahmen viele kostenlose Werbegeschenke und Giveaways mit. Teilweise waren sie sehr kreativ und liebevoll. Mitgenommen wurden von mir Lesezeichen aus Peru, litauische Schokobons, eine CD-Rom eines Kochbuchverlags aus Laos, griechische Postkarten, slowenische große Büroklammern, etc. pp.. Es waren zwar Sachen, die man nicht unbedingt braucht, die aber irgendwie auch idellen und seltenen Wert hatten, quasi das Positive an der Globalisierung ausstrahlten.
--------------------------------------------------------------------

Dann kamen die inländischen Sachen. Sachbücher wie Belletristik, Kunstbücher, Schulverlage, Zeitungsverlage, große wie kleine Verlage, verschiedene Medien, auch Hörbucher. Hier mussten wir zeitlich noch mehr aufpassen, trennten uns sogar mit Angabe eines Endtreffpunkts für eine Weile. Denn bei zwei individuell gestrickten Köpfen bleibt sowieso der/die eine mal bei etwas hängen und verliert dann die/der andere/n. Was ich selbst so mitbekam: die berüchtigten und gefürchteten eBooks waren zwar eigentlich das große Thema auf der Frankfurter Buchmesse, doch von dessen Einfluss habe ich an den Ständen nicht viel mitbekommen. Es war aber bei fast allen Bereichen gerammelt voll, viel Interesse herrschte laut Karo beim Live-Interview mit Roger Willemsen, den ich verpasst hatte. Und auch hier: Kostenloses wie arte-Tempo-Taschentücher, ein grandioser Graphic-Novel-Katalog, eine kostenlose Ausgabe der linken Zeitung "junge Welt", Hörbücher mit sexy Geschichten, Postkarten, Flyer, und so weiter.

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

Am Sonntag Nachmittag verließen wir dann das große Treiben und fuhren in Richtung Frankfurter Südbahnhof. Mit meinen drei Taschen (Rucksack, Laptoptasche, Buchmesse-Papptasche) verabschiedeten wir uns und stieg in den Zug ein. Drei spannende Tage waren das!
--------------------------------------------------------------------

Donnerstag, 4. November 2010

Nachtrag: Das Wochenende mit Karo in Wertheim




Kurz nach dem Auszug aus der WÜ-Altstadt-WG traf ich mich nach langer Zeit wieder mit Karo aka Wolta, was eine willkommene Ausflucht aus der Kreuzwertheim-/Wertheim-Ödnis war. 2. Oktober und 3. Oktober 2010.

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

Nochmal zur Klärung der nicht einfach auseinanderzuhaltenden Provinzscheiße: Das Großkaff Kreuzwertheim (ca. 4000 EinwohnerInnen) ist der Ort, in dem ich einst 20 Jahre lang bei meinen Eltern wohnte und nun aus weniger freiwilligen Gründen wieder wohne. Dort ging ich auch vier Jahre lang zur Grundschule.
--------------------------------------------------------------------

Die Kleinstadt Wertheim (über 25000 EinwohnerInnen) hingegen ist mein Geburtsort und der Ort, in dem ich von der 5. Klasse bis zur 13. Klasse aufs Gymnasium (ein humanistisches, naturwissenschaftliches, alt- und neusprachliches) ging. Und Wertheim ist nicht gleich Wertheim Village, denn das „bei uns“ auch FOC (Factory Outlet Center) genannte künstliche Psuedo-Schnäppchen-Dörfchen für Mittel-/Oberschicht-Portemonnaie-Besitzer ist ca. 10km vom eigentlichen Stadtkern entfernt. Es kommt sehr häufig vor, dass wenn ich preisgeben soll, woher ich komme, den unwissenden Menschen beim Stichwort Wertheim sofort Wertheim Village einfällt: „Ah, Wertheim Village!“ Nicht ganz, ihr Leute, muss ich da immer weiter ausführen.
--------------------------------------------------------------------

In Wertheim fand heuer seit dem 1. Oktober 2010 wie an jedem ersten Oktoberwochenende die sogenannte Michaelismesse statt: die Hauptattraktion der Provinz in Sachen Volksfest, vergleichbar mit der Würzburger Kilianimesse oder der Marktheidenfelder Laurenzimesse. Als Jugendlicher war es DER Kick, sich dort zu besaufen und Spaß zu haben. Als Kind war natürlich nur letzteres der Fall, gerade durch die vielen Stände, Spaßbuden und Attraktionen wie Riesenrad, Karussell oder Krake. Den Autoscooter-Bereich fand ich hingegen lange Zeit blöd. Als Fast-Erwachsener – „not a boy, not yet a man“ – hat diese Kirmes jedoch fast jeglichen Reiz verloren.
--------------------------------------------------------------------

Nun war es so, dass Karo dieses Jahr beim sogenannten Messelauf mitmachen wollte. Bei diesem nahm ich auch einst 2006 mit ihr teil. Ich kann mich gut noch an den prasselndem Regen und meinen dadurch zerstörten Haarwachs-Seitenscheitel erinnern. Dadurch tropfte die Wachs-Wassermischung tränenartig herunter und kam gar in meine Augen, wodurch ich am restlichen Tag nur noch glasig gucken konnte, haha! Barock- oder Rokoko-Kleider als Frau oder Knickerbocker und/oder Wrack als Mann sollten da vorgeführt werden. Es gibt eine bestimmte Route, die durch den Messeplatz und die Wertheimer Altstadt führt und als Mann-Weib-Gespann (je zwei Menschen hintereinander) sollte man mehrere Stunden die Strecke durchschreiten. Weil ich dieses Jahr wegen des WG-Auszugs keine Zeit hatte, konnte ich nicht teilnehmen, Karo hingegen erklärte sich bereit. Denn der Initiator des Messelaufs war unser ehemaliger Deutsch- und Geschichte-Lehrer, der gleichzeitig jahrelang die Theater-AG leitete und ihr großen Ruhm und Ansehen brachte. Durch den großen Theaterfundus voller Kostüme und Accessoires kam auch die Idee mit dem Messelauf.

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

Ich konnte aus Zeitgründen den Lauf nicht mitverfolgen, konnte mich aber am frühen Abend mit Karo auf der Messe verabreden. Wir haben uns riesig gefreut, uns nach langer Zeit wiederzusehen. Karo war jedoch ein klein wenig mitgenommen von der Belastung durch den Messelauf. Sie wollte sich irgendwo mal für länger hinsetzen. Deshalb beschlossen wir, wenig später den Messelauf-Initiator zu besuchen, der sehr nah am Messe-Spektakel wohnt.
--------------------------------------------------------------------

Dieser überaus gastfreundliche, selbstbewusste und eloquente Mann mit Wohlstandsbauch, der sich auch jahrelang für die Kommunalpolitik eingesetzt hatte, empfing uns und lud uns sogleich gar zum Abendessen ein. Nach einem Plaudern gab es überaus köstlich gebratene Champignons, Tomaten und Zwiebeln. Dazu getoastete Brotscheiben und Bier. Wir waren ob der Einfachheit und gleichzeitigen Köstlichkeit begeistert! Dazu gab es Anekdoten vom Gastgeber, sowie ein paar Themen, bei denen ich nicht wirklich mitreden konnte, weil es da um mir unbekannte Personen ging, die Karo jedoch kannte.
--------------------------------------------------------------------

Nach der Tagesschau verließen wir das Haus, in dem Karo das Wochenende über übernachten durfte, weil sie ja mitlief und ihre Eltern beide längst aus Wertheim weggezogen waren. Wir suchten dann auf der Messe Babs. Babs hat mit Karo und mir Abi gemacht. Babs' Eltern wohnen auch in Kreuzwertheim und als wir 15 und 16 waren, haben wir mit noch anderen viel gemeinsam unternommen, u.a. Zelten am Ammersee. Babs konnte mit jedem, kann/konnte genauso gut mit den LAN-Party-Nerds wie mit den Alternativen und Punks oder den beliebten Mädels (≠ Tussis unserer Klassenstufe). Und auch mit eher außen gestandenen Freaks wie mit Karo und mit mir, die wir damals zum Teil schon waren. Babs war immer so eine, die von allen gemocht wurde, weil sie immer vertrauensvoll und integer war, egal, mit wem sie es zu tun hatte. Als wir sie fanden, suchten wir nach dem Weinzelt, dass in den letzten Jahren immer eine angenehme Alternative zum überladenen stumpfen Bierzelt darstellte. Wir liefen herum und suchten und suchten, doch am ehemaligen Standort war nichts davon zu finden.
--------------------------------------------------------------------

Anscheinend existierte das kleine Weinzelt nicht mehr, es wurde wohl in das Bierzelt (eher: Bierhalle, für Wertheimer: Main-Tauber-Halle) integriert. Also gingen wir dort rein. Was zu erwarten war: voll, kaum freie Bänke, schreckliche Volks-Blasmusik, ein Gewusel, laut. Wenn man seine eigenen Erwartungen an sowas so niedrig wie möglich herunterschrauben kann, wenn man von Haus aus Dorftrottel, Antenne-Bayern-HörerIn, jugendlicher Macho oder Trash-Girl ist, oder einfach schon vollgetankt, kann dort im Zelt sicherlich Spaß haben. Leute wie Karo, Babs und ich jedoch...eher nicht, auch wenn wir alle keine überheblichen Menschen sind. Nach einem Federweißer für jeden verließen wir auch schon wieder die sonderbare rustikale Szenerie.

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

Zuflucht suchten wir dann zunächst am Gebratene-Mandeln-Stand, später im Bistro Ionis, die sich gerne In-Bar schimpft und nicht allzu spelunkig, aber auch nicht allzu versnobt herüberkommt. Karo, Oli/Horschdä und ich waren zu Schulzeiten oft hier, bei Babs war es wohl auch nicht anders.
--------------------------------------------------------------------

Dort fanden wir auch zum Glück angenehmere Plätze als noch im vollen Bierzelt. Einzig die House-Musik war sehr penetrant laut und die halbstarken Kids darin, die natürlich nur bis 12 dort bleiben durften, waren auch erschreckend in der Überzahl im Ionis. Weil ich sonst selten Gelegenheiten (wegen Geld, Begleitpersonen, etc.) habe, irgendwelche Sachen in Bars zu bestellen, nahm ich erst einen Whisky, den 12 Jahre alten Chivas Regal (erstaunlich untrüb) und dann einen Melon Sour, der atemberaubend gut schmeckt. Babs bestellte sich u.a. einmal einen Cosmopolitan, Karo Bier und einen Martini d'Oro. Betrunkenheitsskala: 3 von 10.

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

Der Sonntag mit Karo am Tag der Deutschen Einheit und ohne Alkohol diesmal war noch schöner, weil ich nach all dem Umzugsstress den Tag frei hatte und ihr diesen voll und ganz widmen konnte. Außerdem war es frühsommerlich warm und dadurch eine geile Zeit. Ich beschränke mich beim Sonntag in meiner Ausführung mal auf das Wesentliche, weil der Tag entspannter. Wir waren zunächst so gegen Mittag im Da Barista, dem besten Café Wertheims, wo wir Kaffee tranken. Anschließend schlenderten wir durch die Stadt. Karo sah Wertheim durch die Rückkehr nach drei Jahren mit ganz anderen Augen. Vom ungeliebten Wertheim zur faszinierenden Stadt mit jüdischer Tradition, wodurch sie manchen Stationen fast wie eine Touristin begegnete. Am Nachmittag aßen wir dann zu Mittag. Wir aßen Pommes rot/weiß, den Klassiker, den es in einer Dönerbude im Angebot gab. Wir machten dann noch einen kurzen Abstecher in die Michaelismesse, aber dort blieben wir nicht lange. Wir saßen mal auf einer Bank am Tauber-Ufer oder mal vor einem Brunnen und unterhielten uns über alles Mögliche, z.B. über die zu der Zeit noch frische Trennung von Su. Am frühen Abend brachte ich sie dann zum Bahnhof und versprach ihr, sie in der kommenden Woche mal in Frankfurt zu besuchen...
--------------------------------------------------------------------

Mittwoch, 3. November 2010

Nachtrag: Mein Dreiundzwanzigster



So richtig Gescheites habe ich seit längerer Zeit nicht mehr gebloggt. Ich versuche aber hier mithilfe von Nachgeschoben-Posts die Zeit der letzten zwei Monate zu rekapitulieren. Angefangen mit meinem 23. Geburtstag (03. September 2010).

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

Ich hatte wirklich viel zu viele Erwartungen an diesen einen Tag und an meine Mini-Party mit anschließendem Besuch des "Labys" (Diskothek Labyrinth). Ich hatte gehofft, dass viele Leute kommen würden, dass ich nonstop Spaß haben würde und dass meine Idee mit den Snacks für den ungezwungenen Abend in meiner WG gut ankommen würde. Zumindest letzteres war der Fall.
--------------------------------------------------------------------

Am frühen Morgen jedoch tat ich etwas, was eher untypisch ist für Geburtstage: ich ging ins Fitnessstudio! Und zwar alleine, ohne meine sonstige Sportpartnerin Chrissie (bis zum Auszug). Ich rackerte mich u.a. 40 Minuten lang auf dem Laufband ab, was ganz gut lief, nur hatte ich eigentlich vorgehabt, lediglich 30 Minütchen zu laufen. Doch als nach 20 Minuten mein Handtuch vom Holmen dieses Fitnessgerätes herunterrutschte und ich reflexartig nach unten griff, hörte das Gerät natürlich sofort auf weiterzuarbeiten. Natürlich ist das eine super Vorkehrung, dass das Band nach so etwas stoppt aber dadurch konnte ich nicht nochmal von neu beginnen oder das Laufprogramm an diesem Gerät weiterexerzieren. Ich musste mir ein anderes Gerät daneben aussuchen und von Neuem beginnen. Doch der Ehrgeiz packte mich und ich lief somit mehr als nur die übriggebliebenen 10 Minuten weiter.
--------------------------------------------------------------------

Danach ging ich in den "Real" und brauchte aber einundhalb Stunden, um Sachen für meinen gemütlichen Abend einzukaufen. Ich hatte zwar eine Einkaufsliste, hielt mich aber nicht 100%ig daran, verwarf vieles, was ich vorhatte zu kaufen. Neben Alkohol und Cola brauchte ich allerlei Zutaten für mein verwegenes Snack-Projekt: das Motto lautete "Die sieben Todsünden". Aber dazu später.
--------------------------------------------------------------------

Mein Tag war randvoll mit Plänen und Terminen. Als nächstes hatte ich ein "Date" mit Christian und Christian. Das Ex-Paar, das trotz Beziehungsendes aus praktischen Gründen noch zusammenwohnt, kam mich in WÜ besuchen, denn der studierende Chris, den ich zuerst kennengelernt habe, hatte die famose Idee gehabt, ein Picknick für mich zu veranstalten, was ein sehr schönes Geburtstagsgeschenk war. Nach kleinen Kontaktierungsschwierigkeiten fanden wir uns vor dem Talavera-Parkplatz wieder und gingen dann zum Mainufer. Ich war total geplättet, dass die zwei Chris an wirklich alles gedacht haben, sogar an Kaffeetassen, Sekt und so. Erstaunlich gut schmeckender Ziegenfrischkäse, noch geilere Holunder-Konfitüre, verschiedene Brötchen-Sorten, Müllermilch, usw. Die Sonne erfreute und sehr und ich erfreute den Studi-Chris, nicht den Lehrer-Chris, mit einer Massage.
--------------------------------------------------------------------

Nach zwei oder drei Stunden liefen wir zu mir nach Hause und sie halfen mir bei der Vorbereitung des Essens, was ebenfalls sehr lieb von ihnen war. Was entstand denn nun aus meiner Idee?

Völlerei: eine Salatschüssel voller Trolli-Gummibärchen in diesen Miniaturtüten.

Trägheit: ich weiß es nicht mehr genau, aber irgend eine Platte, die Schludrigkeit in Sachen Dekoration ausdrücken sollte.

Habsucht: ein Teller voller Spielgeld aus Schokolade und Weingummi-Euro-Münzen von Katjes.

Wollust: mit Zahnstocher aufgespießte Feigen (gelten aus Aphrodisiaka), Trauben und Johannisbeeren, überzogen von einer Schokoglasur, gute Arbeit, Chris²!

Zorn: Käsewürfel mit Zahnstochern und Cayenne-Pfeffer-Überzug. Als Garnitur gab es Chilischoten.

Neid: selbstgemachte Guacamole, also ein mexikanischer Dip aus zermatschten Avocado und Tomaten. Dazu gab es Nachos. Weil: grün vor Neid und so. Außerdem sollten meine Gäste neidisch auf meine Kreation sein. Diese Sünde kam neben der Wollust am besten an.

Hochmut: das war kompliziert. Geplant war eine Art Miniaturmodell vom Turm von Babel, umgesetzt habe ich eine pervertierte Version des Butterkeks-Hauses, die hochragt, aber abgefuckt aussehen sollte. Ich nahm Grillspieße, die eine Art kegelförmiges Gerüst bilden sollten für den Turm inklusive Turmspitze. Unten machte ich ein Keks-Fundament, um die Spieße klebte ich die Kekse mit Zuckerguss fest. Die beiden Chris taten noch Haribo-Colorado-Dinger rein. Es hat wegen des Festhaltens bis zum endgültigen lang gedauert, aber das Ergebnis war wortwörtlich spitze!

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

Weniger spitze war, dass weitaus weniger Leute zu uns kamen als ich überhaupt insgesamt eingeladen hatte. Mit Mitbewohnerin Chrissie und einem nicht von mir, sondern von Chrissie eingeladenen Gast waren wir zu sechst. Versteht mich nicht falsch, ich bin über jeden dagewesenen Mensch sehr froh gewesen, besonders über Karo aka Woltas Ankunft, die extra aus Frankfurt herreiste, es war schon ein wie von mir intendierter gemütlicher Abend geworden, aber trotzdem...zu wenige Leute waren da.
--------------------------------------------------------------------

Schuld war aber wohl die Tatsache, dass ich die Einladungen erst eine Woche vor dem Termin hinausgeschickt habe, und das hauptsächlich mündlich oder per Facebook und nicht per studi-vz oder anderweitig. Andererseits waren zu der Zeit noch Semesterferien, sodass sehr viele entweder im Urlaub oder daheim bei ihren Eltern waren. Zu meiner Schulzeit hingegen waren immer Sommerferien (Bayern und später Baden-Württemberg), sodass es sich schon immer als schwierig herausstellte, Leute um die Zeit zu sehen und für sowas zu kadern.
--------------------------------------------------------------------

Aber irgendwie war es schon lustig in der WG. Alle Jungs - Flo-H, sein Freund und ich - haben vom Zorn-Teller eine Chilischote gegessen. Auch ich, der Asiate, haderte mit der Schärfe der delikaten Zungenabtöter. Als ob man ein Nadelkissen im Mund hätte. Karo aka Wolta nahm sogar zwei Chilis in den Mund und hatte danach den Respekt aller anderen. Ansonsten redeten wir hauptsächlich über unterschiedliche Themen, machte nichts Großartiges.

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

Dann machten wir uns auf, um ins Laby zu gehen. Dort waren meine Kommilitonen Tümmi und Jürgeeen und der gute Kumpel Schmus, die es zwar nicht mehr zu uns nach Hause schafften, aber immerhin noch vor dem Tageswechsel hin zum 4.9. auftauchten. Anfangs kleine Euphorie, später aber: Ernüchterung, nicht nur, was den Alkohol anging.
--------------------------------------------------------------------

Ich merkte, dass sich mittlerweile Zweiergrüppchen aus meinen Freunden und Bekannten gebildet hatten. An sich nicht Schlechtes, doch als ich mich wohl wegen des Themas oder der intensiven Plauderstimmung nicht integrieren konnte (Denken Sie jetzt nicht an Herrn Sarrazin!), fühlte ich mich erst komisch, dann irgendwie abgewiesen und einsam. Das war sicherlich nicht deren Absicht, aber...hey, immerhin war ICH das Geburtstagskind!
--------------------------------------------------------------------

Ich konnte mich nicht mal zusaufen, es klappte einfach nicht. Es klappt nie, denn an meinen eigenen Geburtstagen werde ich NIE besoffen. Ich lief dann um 3 Uhr nachts oder so dann mit Karo heim, die dann bei mir pennte. Ich war während des Heimweges irgendwie ein klein wenig angepisst, weil sie bei irgendeinem Thema, das wir da hatten, mal nicht einer Meinung waren. Deswegen antwortete ich dann nur noch mit "Hmm", Hmja" und "Hmhm" und schluckte es herunter.
--------------------------------------------------------------------

Nach ein paar Stunden Schlaf hatte ich meinen Mini-Groll auch schon wieder vergessen. Karo hatte einen Kater, ich hingegen natürlich nicht, ich war lediglich müde. Gegen Mittag verließ mich Karo dann auch wieder, weil sie per Bahn weiterziehen musste. Danach putzte ich und war irgendwie unzufrieden mit meinem Leben.
--------------------------------------------------------------------

Betrunkenheitsskala: 3 von 10.
--------------------------------------------------------------------

Dienstag, 27. Juli 2010

Nachtrag U&D Karlstadt 2010



Letzten Samstag Abend bin ich extra von Kreuzwertheim aus mit dem Auto meines Vaters nach Karlstadt gefahren, um mir wieder die Mini-Version des Würzburger "Umsonst & Draußen"-Festivals zu geben. Ich fuhr allein hin und kam auch wieder allein nach Hause. Hin- und Rückfahrt über die Landstraße: ca. 75km.

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

Es war...okay. Highlights waren für mich u.a. die Tatsache, dass ich "Karo aka Wolta" und "Su" wiedergesehen habe, nach fast vier Monaten und dass ich ein paar unserer Freunde wiedergetroffen habe, auch wenn es nur ganz wenige waren, sonst sind es viel mehr.
--------------------------------------------------------------------

Dann war die Band namens Beatshots ziemlich gut, jedoch habe ich ihre Musik erst dann gerafft, also im Sinne von "voll gut gefunden", als sie bereits ihren vorletzten Song des ganzen Auftritts spielten. Eine britische New-Wave-Elektro-Rock-Band mit einer coolen Schlagzeugerin, einer coolen Sängerin mit Drumkit und ordentlichem Performance-Potenzial, einem viel zu stylischen Keyboarder (einziger Minuspunkt) und einem vierten Band-Mann. Sie haben etwas Glam in die verschlafene Kleinstadt gebracht! Hier (link!) gibt es ihre Myspace-Seite zum Entdecken.
--------------------------------------------------------------------

Ansonsten gab es ein paar wenige "Schnitzel" inmitten von lauter Dorfdeppen und -deppinnen. Dämlich war außerdem die Band, die nach den Beatshots spielte: sie hießen Die Springer und spielten furchtbaren Poprock auf Deutsch mit ekelhaftem überstilisierten fränkischen Akzent und bescheuerten Liedtexten und einem blöden Gehabe. Sportfreunde Stiller in tausendfach unangenehm. Bäh!

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

Ich blieb jedoch nicht so lange dort, da sowohl Karo als auch Su den ganzen Abend über (ehrenamtlich) arbeiten mussten. Und sonst war niemand da, mit dem ich den späten Abend über hätte verbringen können. Es gab auch nichts, was mich da hätte halten können, denn sowohl die Cola als auch das Softeis und die eine Scheibe Crêpes waren schnell verputzt.
--------------------------------------------------------------------

Nach ein paar Schwierigkeiten mit der Ausfahrt aus dem Festival - vom zum Parkplatz gemachten Weizenfeld (alles bereits abgemäht) verfuhr ich mich leicht, sodass ich mit dem Auto auf einem Fußweg landete, kam jedoch wieder heil heraus - fuhr ich etwas enttäuscht wieder heim.
--------------------------------------------------------------------

Mittwoch, 3. Februar 2010

Der Umzug von Su und Karo - Teil 1




Der Grund, warum ich so verf***t früh am letzten Samstag Morgen aufstehen musste war, dass ich sehr früh nach Würzburg-Lengfeld fahren musste, um Su aka Susi und Karo aka Wolta beim Umzug in eine gemeinsame Wohnung zu helfen.

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

Es ist natürlich doof, wenn man am Abend zuvor (link!) ausgeht. Also frühstückte ich ein wenig bei "Flo-H", der mich dankenswerterweise bei sich übernachten ließ, bevor ich mich nochmal frisch machte und über meine verquollenen Haare und meine zerzausten Augen...äh...andersherum eigentlich, haha! ...und über meine verquollenen und geröteten Augen und meine zerzausten Haaren darüber hinwegsah.
--------------------------------------------------------------------

Zunächst muss ich erwähnen, dass ich erst gar nicht begeistert war von der sehr kurzfristige Bitte Karos, ihr und Su den ganzen Samstag über beim Umziehen zu helfen. Schließlich hatte ich diesen Samstag eigentlich für andere Sachen wie dem Lernen und einem Kinobesuch ("Synechdoche, New York" -> lief auf dem Internationalen Filmwochenende in Würzburg zu der Zeit) verplant.
Selbstlos, wie ich war, aber - das bilde ich mir immer ein - sonst leider zu selten bin, sagte ich nach ein wenigem Hinundherüberlegen dann doch zu. Lust hatte ich, wie gesagt, überhaupt nicht darauf, aber einer muss es ja machen, da sonst nur noch ihre Eltern und eine Kommilitonin von ihr bereitstehen würden. Und ich tat das für die beiden.
--------------------------------------------------------------------

Der besagte Samstag lässt sich nun in vier Tagesabschnitte aufteilen:

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

1) Würzburg -> Würzburg. Zum Würzburger Stadtteil Lengfeld erreichte ich per Bus "Su aka Susis" alte Wohnung an, wo die bereits fast vollständig verpackten Sachen vom obersten Stock (das muss wohl die dritte Etage gewesen sein) auch gleich nach ganz unten befördert werden sollten. Sus Mama und Sus Stiefpapa halfen bei vielen Dingen mit, beim Abschrauben der Lampen, beim Absaugen der Böden oder auch beim Heruntertragen. Interessant sah das Waschbecken aus. Dampf entstieg der ungewöhnlich dunkeltrüben Flüssigkeit darin.
Nach ca. zwei Stunden fuhr ich mi Su und Karo in dem gemieteten Transporter mit, denn dieser hatte vorne drei Sitze. Mit einem der Elternteile wollte ich nämlich erst nicht mitfahren, da ich diese nicht kannte.
--------------------------------------------------------------------

Wir hörten Music For Men (2009) von Gossip und "Karo aka Wolta" und ich tauschten Geschichten aus, besonders gerne: Anektoden von früher. Es war bereits auf dieser Fahrt ersichtlich, dass der gefallene Schnee uns das Fahren auf der Autobahn und Hin- und Herschleppen schwierig machen sollte.

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

2) Würzburg -> Frankfurt. Wir kamen nach einer Stunde ungefähr in Frankfurt, wo beide in Zukunft zusammen leben werden, an. Man merkt beiden an, dass sie ein Gespür haben, sich Wohnungen auszusuchen, die sich im obersten Stockwerk eines jeden Gebäudes befinden. So war es jetzt schon ein Graus, die ganzen teils schwer wiegenden Möbel und die anderen Besitztümer hochzutragen. Während ich meine jetzt schon nach kürzester Zeit aufkochende Erschöpft- und Genervtheit noch einigermaßen im Zaun halten konnte, erklang die Unzufriedenheit aus dem Mund von Sus Mum im Fünf-Minuten-Takt. Nach ihr konnte man die Zeit stellen.
--------------------------------------------------------------------

Wie gut nur, dass Karos coole und sehr nette Kommilitonin Alicia bald hinzukamm sodass wir zu sechst waren und die Menschenkette im Treppenhaus für das Hochtragen schneller vonstatten ging. Doch auch als nun alle Sachen im Transporter hochgebracht wurden, war nur die Hälfte der gesamten Schufterei geschafft: Jetzt mussten nicht nur Sus Sachen, sondern auch Karos Sachen aus ihrer bisherigen Wohnung in Offenbach geholt und nach FFH gebracht werden. Dazu war ein leerer Umzugswagen, der er jetzt nun war, nötig...
--------------------------------------------------------------------

Der Umzug von Su und Karo - Teil 2




Der Umzug von "Karo aka Wolta" und "Su aka Susi" (nicht im Bild) ging weiter...die Vorgeschichte gibt es hier (link!)...

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

3) Frankfurt -> Offenbach. Nun ging es von Frankfurt, übrigens Karos Studienort (sie rechts im Bild), aus nach Offenbach zur nun nicht mehr existierenden Wohngemeinschaft von ihr und unserer gemeinsamen Co-Abiturientin "Babs". "Babs" war nicht da, und konnte, da sie lernen musste, nicht mithelfen. Da musste ich an mich denken, der ja im Gegensatz zu ihr trotz Lernens da war. Diesmal fuhr ich nicht mit dem jungen Pärchen mit, sondern mit den älteren Eheleuten. Die Summe der jungen Menschen belief sich mit dem Hinzukommen der Kommilitonin Karos namens Alicia (links im Bild) auf insgesamt vier. Da aber der Transporter über nur drei Sitze verfügte, solidarisierten Alicia und ich uns und saßen zu zweit auf der Rückbank des Autos von Sus Eltern.
--------------------------------------------------------------------
Nachdem wir den Schneetrubel im Auto überlebt hatten, kamen wir dann auch endlich in Offenbach an. Diesmal mussten Karos Sachen in den Transporter, Sus Eigentum wurde ja schon nach Frankfurt verfrachtet. Jetzt waren es um die fünf Stockwerke, die es zu bezwingen galt. Zum Glück gingen die zu beladenen Güter mithilfe der Menschenkette hauptsächlich nur nach unten, doch war das Treppenhaus an sich eine recht unangenehme und schmale Angelegenheit. Die langen Schrankwände und der Lattenrost waren wegen der Enge demnach schwierig herunterzumanövieren.
--------------------------------------------------------------------

Eine angenehme Ablenkung von der Umzieh-Arbeit war der Anblick eines Russischsprechenden, der gut aussah, ca. dreißig Jahre alt und ein nun Ex-Nachbar Karos war. Vor seinem Werkstattkeller schliff er gerade Fliesen zurecht.

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

4) Offenbach am Main -> Frankfurt. Als auch das geschafft war, ging es ein letztes Mal von Offenbach nach Frankfurt, um auch Karos Sachen zur neuen 2-Zimmerwohnung hochzubefördern. Diese beinhaltete zwei eher klein bemessene Zimmer, Küche, Bad und ein Dachboden.
--------------------------------------------------------------------

Vor dem Umzugsfinale wurde aber noch an einer Tankstelle ein Zwischenstopp (zwischen OF und F) getätigt. Dies hat mich eigentlich aufgepisst, doch zeigte ich meinen Unmut öffentlich nicht, Denn es war so, dass nachdem Sus Stiefvater aus dem Auto ausstieg, um sich etwas Überteuertes zu essen zu kaufen, auch Alicia und die Mutter den Wagen verließen. Die Mutter tat dies nicht mit der Frage "Kann ich dir etwas mitbringen?", sondern mit den Worten: "Du bleibst doch hier im Wagen, oder?"
Tja, schon. Wer hätte sonst auf den nicht abgeschlossenen Skoda mit laufendem Radio aufpassen sollen, wenn nicht ich? Da ich mich aber nicht von den kalten, zähen und wirklich ekligen Bäcker-Brezeln ernähren wollte wie zuvor, blieb demnach mein hungriger, aber eigentlich appetitloser Magen komplett ungefüllt.
Dann fiel der Mutter später im Auto ein, dass sie mich "vergessen" hatten, doch nahm ich aus willenstarker, vielleicht auch aus falscher Bescheidenheit nichts von denen an. Wer will sich schon gerne anbiedern?
--------------------------------------------------------------------

Mit letzten Kräften verrichtete ich meinen Teil der Arbeit beim Umzug und hätte vor lauter Missmut und Mattheit fast kotzen können. Bei den vielen Bücher-Kisten von Streberin Karo war es fast unmöglich, diese alleine hochzutragen. Natürlich hatte ich mir dies nicht anmerken lassen, im Gegensatz zur Mutter.
--------------------------------------------------------------------

Doch es gab eine Person, die mir den Tag dann doch noch nachhaltig versüßen konnte. Es war die direkt nebenan wohnende Nacharin, die sicherlich auch den anderen das Arbeiten weniger schwer machte. Wie das? Die jung gebliebene 50plus-Frau hätte vom Charakter her nicht süßer, sympathischer und selbstloser - da hätten wir die am Anfang erwähnte Selbstlosigkeit wieder - sein können. Sie ließ die Haustur nicht nur offen, sondern stellte auch unter ihrer Türschwelle einen niedrigen Tisch hin, welcher mit einer Kaffeekanne, Kaffeetassen und Vollmilch-Schoki-Pralinen liebevoll gedeckt war. Wir konnten es kaum fassen! Sie lud uns noch zu sich ein, was wir nach getaner Arbeit - auch diese Tatsache konnten wir kaum fassen - auch annahmen.
--------------------------------------------------------------------

Die - wie gesagt - jung gebliebene Rentnerin tat im Grunde alles, damit wir uns bei ihr - auf Sofa und Sessel - wohlfühlten. Natürlich haben wir die Hälfte ihrer sehr lieb gemeinten Vorschläge - Saftmitnahme, Süppchen, Scotch, etc. - bescheiden nicht angenommen. Denn sie konnte es voll und ganz nachvollziehen, wie kräftezehrend solch ein Umzug sein kann. Nach der gut getanen Koversation bedankten wir uns bei ihr vielmals.

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

Tja, und wie kam ich heim? Sus Eltern, die selbst in einem Dörfchen nahe Karlstadt wohn(t)en, fuhren mich nach Würzburg. Dies klappte fast reibungslos, weil sie ein Navi an Bord hatten. Hinten im Auto stellte ich mich meist schlafend, weil ich wegen der Schufterei und wegen ihrer Art nicht ins Labern kommen wollte. Trotz der extremen Witterungsverhältnisse kamen wir aber alle gut an und ich bedankte mich natürlich für das Heimfahren von mir und kam sicher im Wohnheim an.
Daheim stopfte ich mich dann mit Essen voll. :D
--------------------------------------------------------------------

Montag, 21. Dezember 2009

Socialized & Partied Hard! - Dez 09, Teil 3




Nach der gay.volution (18.12.09, link!) ging es ein Tag später wieder weiter mit dem Sozialisieren und Partymachen...

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------



1) Am Samstag (19. Dezember 2009) wurden drei Geburtstage nachgefeiert und in einen "reingefeiert". Oder anders ausgedrückt: "Die Fantastischen 4 Feiern Geburtstag". So lautete das Motto der Super-B'day-Party, zu der ich pro Nase einen Piccolo-Sekt mitbrachte. Denn Alkoholisches sollte ja selbst mitgenommen werden. Es feierten zwei Geschichts-Kommilitonen, Tine, eine Sozialkunde-Kommilitonin und eine, deren Studienfachkombination ich nicht kenne.
--------------------------------------------------------------------

Jeder besaß eine quadratische Leinwand, auf der bereits der Name und der Geburtstag der jeweiligen Person auf schöne Art und Weise aufgedruckt war. Auf jeden dieser vier Wände musste eine Unterschrift mit Eddings getätigt werden. Ich hielt dies für eine schöne Idee.
--------------------------------------------------------------------



Ich hatte mich besonders gut mit der Zahnmedizin studierenden Freundin eines...äh...leicht attrativen Geschichts-Mitstudierenden (siehe oberstes Foto) gut verstanden so wie mit...naja, vielen anderen auch. Zeichen meines Wohlfühlens an jenem Abend war, dass ich sehr oft beim kollektiven Exen von Plastikschnapsbechern mitgemacht hatte, die zunächst mit Waldmeisterlikör und dann mit "Pfeffi" (Pfefferminzlikör) gefüllt waren. Pfeffi ist super, aber auch super verhänglich!
--------------------------------------------------------------------



Nur gut, dass ich weder kotzen musste noch dass ich einen Filmriss davon trug. Aber ein Kater blieb mir dennoch nicht verwehrt. Genauso wenig wie das 45-minütige Heimlaufen in der winterlichen Kälte danach...
--------------------------------------------------------------------

Betrunkenheitsskala: 6,25 von 10.

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------



2) Karo aka Wolta und Susi aka Su besuchten mich gestern, am 20. Dezember 2009. Trotz des Schneegestöbers und der mangelhaften Straßenstreuung schafften sie es zu meinem Wohnheim.
--------------------------------------------------------------------



Es gab Heiße Schokolade von mir und Plätzchen von Karos Schwester. Und Konversation und Anekdoten! Und es wurden auch Geschenke, wenn auch nur kleine, aber feine, getauscht. Die Tasse aus dem Freudenhaus und die fünf Teebeutel waren ein süßes Geschenk von Karo (mit neuer Kurzhaar-Frisur) und Su!

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

3) Am selben Tag noch wurden "Herr Leo", der zu 2) zwischenzeitlich zu Besuch kam, und ich dank Su in die Stadt heruntergefahren. Wir holten nämlich Bine ab, mit der wir eigentlich vorgehabt hatten, ins "theater ensemble" (link!) zu gehen, ein Off-Theater in der Nähe des stillgelegten "AKW". Aus Geldgründen mussten Leo und ich vor dem Eintritt auf dem Weg dorthin noch zur Bank, wodurch wir die perfekte Straßenbahnlinie nicht in Anspruch nehmen konnten.
--------------------------------------------------------------------



Als wir dann mit einer Freundin von Bine, somit zu viert, endlich ankamen, wurde bereits, das konnten wir von außen hören, bereits das Stück "Vorstadtminiaturen" (link!) aufgeführt. Ein Kassierer oder eine Kassiererin war am Eingang nicht zu sehen. Also liefen wir wieder zurück, malten während unseres Spazierganges auf verschneite Auto-Windschutzscheiben und -Motorhauben und machten uns einen stressfreien Sonntag Abend bei Bine daheim. Wir ersparten uns dadurch die sieben Euro.
--------------------------------------------------------------------



Wir bereiteten in Bines WG - eher spontan - Bratäpfel zu, sowie Milchreis und gaben dazu nicht selbst gemachtes Vanilleeis hinzu. Ein Nachspeiseteller, der einen mit Zimtregen sehr glücklich machen konnte.




Später schauten wir uns, gemeinsam mit dem nachgekommenen Tümmi, der von seiner Arbeit kam, auf einer gewissen Videoplattform den bereits von mir auf meinem Blog vorgestellten Kurzfilm "Validation" (link!) an. Danach gab es auch auf Bines Laptop Musikvideos und gefilmte Flashmob-Aktionen zu sehen. Und Debatten über Neologismen ("Behinni-Wörter", Bine) gute Filme, die man gesehen haben sollte. I like!
--------------------------------------------------------------------

Montag, 30. November 2009

Die Salzstreuerin



Karo aka Wolta feierte letzten Samstag (28. November 2009) ihren Geburtstag!

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------



Zuerst ging es abends nach Würzburg-Lengfeld, wo ihre noch durch Erkältung angeschlagene Freundin "Su aka Susi" (zweites Foto links) derzeit wohnt.
--------------------------------------------------------------------

Dort überreichte ich Karo mein kleines, aber sinnbehaftetes Geschenk und bewunderte ihre neue edle Armbanduhr, die sie von Su zum Geburtstag bekam. Eingeladen war auch Franzi, eine gute Freundin der beiden und mir (zweites Foto rechts).

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------



Zu Trinken gab es dort gut gekühlten israelischen koscheren (d.h. ohne Schwefelzusatz oder Ochsenblut oder so) Rotwein, meinen mitgebrachten Wermut ("Cinzano Bianco", link!) und "Asbach Cola".
--------------------------------------------------------------------

Es gab zu Mampfen: Chips, einmal geriffelte paprikanisierte und dann die unwiderstehlichen von Pom-Bär (siehe zweites Foto, link!). Per Post von ihrer Mama gesandte Schoko-Kokos-Muffins.



--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

Und später holten Franzi und Su vom "Pizza Bob" (link!) verschienene Pizzen, von denen die Pizzastücke mit den Tomatenscheiben genial lecker, jedoch die explizit "vegetarischen" (+Broccoli und so) leider unzureichend gesalzen waren.
Ganz sachte hat dann Karo mein P-Stück mit den Salzkörnern aus der Jodsalzpackung bestreut (Da gibt es auch einen Feministinnenwitz dazu, siehe Blogposttitel).



--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

Dann ging es - ohne Franzi, die sich zu müde fühlte fürs Weggehen - in die City Würzburgs (4 - 1 = 3). Die arme Su fuhr uns dort hin: "Du bist eine tapfere Su", wiederholten wir wegen ihrer kränklichen Verfassung immer wieder.
Vor dem Eingang des Clubs "das boot" (link!) holten wir Flo H. ab, den ich wiederum eine Woche vorher auf gay.volution (link!) kennenlernte. Weil Flo aber keinen Lichtbildausweis mitgenommen hatte, durften wir dank dem ungnädigen Security-Typen nicht rein.
--------------------------------------------------------------------

Also entschieden wir uns stattdessen, zu viert (3 + 1 = 4!) in den "Pleicher Hof" (link!) zu gehen. Im oberen Bereich, dem sogenannten "Pleicher Café" (der Disco-Bereich befindet sich nämlich unten), tranken wir Bier, bzw. Cola für Su, denn die musste ja fahren. Dort hatte ich selbst ja vor mehr als zwei Monaten in meinen Geburtstag hereingefeiert (link!). Die Stimmung war gut, die Gespräche sehr nett. Schöner Abend!



--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------

Betrunkenheitsskala: 2,5 von 10.
--------------------------------------------------------------------

Samstag, 28. November 2009

Happy Birthday, Wolta! :)


Alles Gute zum B'Day, Karo aka Wolta! Wir sehen uns...
...heute Abend! ;)
[ Photo (c) 2009 by SR / Sray ]
--------------------------------------------------------------------

Mittwoch, 25. November 2009

Das Doppelte Lottchen - Die Porno-B'Day-Party



Und noch eine B'Day-Feier: Letzten Samstag (21.November 2009) gab es in Bines 4er-WG eine Porno-Party zugunsten zweier Geburtstage!

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------



Zwei ihrer Mitbewohner, zwei Mädels (Zwei, die ein "L" als ersten Buchstaben des Vornamens hatten, deshalb dann auch "Das Doppelte Lottchen" als inoffizieller Partyname), feierten ihren Geburtstag (eine feierte ihn nach). Es war eine wirklich originelle Motto-Party, für die man möglichst pornös (Ich liebe dieses Wort!) aussehen sollte, aber nicht musste: Zuhälter-Style und Nutten-Style waren angesagt.
--------------------------------------------------------------------



Oder du zogst dich wie Tümmi als Lude (siehe dieses Foto links) an. Quarzer! Leo aka "Hef" war auch da. Hinter-die-Binden-Kipper! Auch Karo aka Wolta aka "Nancy Nipple" war da. Multi-Taskerin, säuft UND quarzt! :D
--------------------------------------------------------------------



Viele der von dem doppelten Lottchen, Bine und Mitbewohner Nr.4 eingeladenen Freunde gaben sich sehr viel Mühe bei der Ausgestaltung ihrer Kostüme, besonders die Mädels sahen klasse aus. Sogar ein sich als Domina und Sexsklave inszeniertes Pärchen gab es dort!
Ich war leider weniger kreativ: Mit aufgeknüpftem Hemd, Gel in den zurückgekämmten und einer Piloten-Sonnenbrille (King Orgasmus One!) sah ich nicht viel anders aus als zwei/drei andere Typen dort. Egal, ich schob zur äußerlichen Abgrenzung die Brille nach oben, sodass diese sich für den Rest des Abends zu meinen Gelhaarsträhnen gesellte. Auf diesem Foto sieht man, wie ich kurz die Perücke eines Geburtstagskinds auf hatte, haha!
Ich hätte mich, um meine Queerness zu betonen, vielleicht auch als Stricher verkleiden können, aber: Wie sieht denn bitte so jemand aus?

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------





Man konnte sich auf dieser Feier mal etwas gehen lassen und Versautes und zweideutige Anspielungen von sich geben, ohne schief angeguckt zu werden. Ich hatte viele Leute kennengelernt und viele Fotos von ihnen geschossen.
--------------------------------------------------------------------



Sex-Orgien gab es hingegen nicht, zumindest keine echten wie im Film Die 120 Tage von Sodom. Das Gewagteste war aber das meist leere Zimmer einer der vier, in dem ein Laptop stand, auf dem Pornos liefen - eine gute Idee. Als ich einmal da hereinkam, lief ein Sex-Filmchen mit zwei vollbusigen Frauen in der Hauptrolle. Soso.
--------------------------------------------------------------------



Am Ende des Abends war ich dann so sehr besoffen, dass ich mich an die letzten Minuten vor der Heimfahrt dank Tümmi nicht mehr erinnern konnte. Alles auf der Sray-Festplatte: gelöscht!

--------------------------------------------------------------------
--------------------------------------------------------------------



Betrunkenheitsskala am Ende des Abends: 7,5 von 10! <- UPDATE (03/12/2009)
--------------------------------------------------------------------