Posts mit dem Label neu im plattenschrank werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label neu im plattenschrank werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 11. Oktober 2008

Neu im Plattenschrank: Sia "Other People Have Real Problems"



Die CD besitze ich zwar schon seit 'nem Monat, aber erst jetzt bin ich dazu gekommen, ein paar Worte darüber zu verlieren.
-------------------------------------------------------------------------------------------------


"Other People Have Real Problems" ist das dritte offizielle Album der 32-jährigen Australierin und nun Exil-Britin Sia. Sie wurde in Adelaide geboren und kommt aus der australischen Acid-Jazz-Szene. Sie sagt von sich im Interview mit afterellen.com, dass sie sexuell aufgeschlossen ist, also bisexuell.

Schon 1997 veröffentlichte sie ein Solo-Album namens "OnlySee", das aber kaum Hörer fand und so "indie" ist, dass es nicht mal auf Amazon gelistet wird. Ihre damalige Plattenfirma, die das Album vertrieben hatte, existiert heute nicht mehr.

Anschließend siedelte sie nach England, unterschrieb bei einem Sub-Label vom Major Sony Music und veröffentlichte das erste offizielle Album "Healing Is Difficult" im Jahre 2000, das trotz Kritikerlobes und Vergleiche mit Lauryn Hill oder Nelly Furtado und einzelner Club-Hits wie "Drink To Get Drunk" (Platz 10 in den UK-Singlecharts!) und dem jazz-poppigen "Little Man" eher mäßig erfolgreich war. Uneinigkeiten mit der Plattenfirma führten zur Kündigung des Plattenvertrages. Sie wechselte zu einem Sub-Label von Universal Music.

Ab 2001 verfeinerte Sia mit ihrer Stimme einige Tracks des Downtempo-Duos Zero 7. "Distractions", "Somersault", "Throw It All Away". Alles großartige Stücke!

Nach einer EP im Jahre 2003 veröffentlichte sie im Jahr darauf ihr zweites Album "Colour The Small One", das größtenteils mit eher langsamen Stücken aufwartete. Hervorzuhebende Songs wären "The Bully", das durch Beck (Hansen) gefeautured wird, "Where I Belong", das sich auch auf dem Spiderman2-Soundtrack befindet und "Breathe Me". Letzterer machte Sia berühmt, da er der abschließende Song der allerletzten Folge der Serie "Six Feet Under" war.

2006 machte Sia bei "Exit Music: Songs With Radio Heads" mit, was ein Tribut-Album an Radiohead war und Cover-Versionen von unterschiedlichen Künstlern (u.a. Bilal oder Mark Ronson feat. Alex Greenwald [Phantom-Planet-Frontmann] mit "Just") enthielt. Sia's Tribut war das Cover von "Paranoid Android".
2007 folgte ein Live-Album mit dem schönen Titel "Lady Croissant" und die EP "Day To Soon", das eben "Day To Soon", "Buttons" und "The Girl You Lost To Cocaine" enthielt. Alle drei Songs sind auch auf...
-------------------------------------------------------------------------------------------------


..."Other People Have Real Problems" enthalten! Darin befinden sich 13 Songs + Hidden Track. Auch dieses Album hat mehr Balladen als Mid- oder Uptempo-Nummern.
Gelungen sind "Academia", ein Liebeslied, das vor lauter Mathe- und anderen Wissenschafts-Metaphern strotzt, "Lentil" ist besinnlich, auch wenn der Gesang im Schluss-Teil des Liedes etwas zu gekünstelt mariahcareyesk klingt."Beautiful Calm Driving" ist von einer unfassbaren Atmosphäre und "Death By Chocolate" kommt schön soulig daher und kann nicht nur Beck bei den Backing Vocals verzeichnen, sondern auch die eher fachfremden Schauspieler Giovanni Ribisi und Jason Lee. "Electric Bird" ist so ziemlich der beste Song auf diesem Album: tolle Streicher, tolle Melodie, toller Gesang! Die anderen Balladen hingegen kann man sich eher nicht so gut merken.

Dann gibt es noch etwas beschwingtere Songs wie "Playground", das, wie soll es auch anders sein, verspielt ist. "Buttons" ist sehr ohrwurmiger Pop, das durch ein, passend dazu, sehr exzentrisches, aber gelungenes Musikvideo visuell ergänzt wird. Fantastisch ist "The Girl You Lost To Cocaine", das richtig gute Laune macht! Ein perfekter Popsong, kompositorisch wie textlich. Und stimmlich sowieso.

Manche Songs von "Other People Have Real Problems" zünden aber einfach nicht so ganz, weil sie zu befindlich klingen, zu harmlos oder zu sehr Sensibelchen sind. Die Balladen halt. Die nehmen der Platte manchmal das Tempo arg raus. Und mit der einen oder anderen weniger wäre das Album schlanker und...eben besser. Dank der zuvor erwähnten Songs aber ein dennoch empfehlenswertes Album! 4 von 6 Punkten.
-------------------------------------------------------------------------------------


QUELLEN/LINKS:
http://siamusic.net/splash
http://www.myspace.com/siamusic
http://en.wikipedia.org/wiki/Sia_Furler
http://en.wikipedia.org/wiki/Some_People_Have_Real_Problems
http://www.afterellen.com/people/2008/2/sia
http://www.kcrw.com/

Cooles Interview mit Sia auf VEOH.com:
http://www.veoh.com/videos/v65641413hEAF8nN



-------------------------------------------------------------------------------------
KONZERTMITSCHNITT:



Dienstag, 30. September 2008

Neu im Plattenschrank: NIN "The Slip"



Endlich habe ich es mal geschafft, über das Album "The Slip" von Nine Inch Nails zu schreiben...


Künstler: Nine Inch Nails gibt es seit tatsächlich 20 Jahren und wurde von Trent Reznor in Cleveland, Ohio gegründet, der dies mehr als Musikprojekt denn als Band versteht. Deshalb gibt es auch keine Bandkostellationen oder feste Mitglieder, nur Studiotechniker jeweilige Live-Besetzungen. Reznor produziert, spielt die meisten Instrumente selbst und ist deshalb sein eigener "Jefe".
-------------------------------------------------------------------------------------------------


Musik-Genre: Im Grunde ist es Industrial-Rock (Rock mit verzerrtem Gesang, Samples und Synthesizer-Soundeffekten), doch Trent Reznor will sich auf keinen Fall auf nur ein Genre festlegen. Die Musik von Nine Inch Nails soll laut ihm weitaus vielfältiger sein.
-------------------------------------------------------------------------------------------------


Ruf: In den 90ern war Trent Reznor ein legendäres Enfant Terrible, das düstere, teils für den Mainstream-MTV-Gucker schockierende Videos vorzuweisen hatte. "Happiness In Slavery" zeigte in Schwarzweiß einen Mann, der auf einer Maschine gefesselt daliegt und gefoltert wird. Habe ich nie ganz gesehen. Vor "Closer" hatte ich als 10-Jähriger einen heiden Schiss. Umso mehr schätze ich heutzutage dieses Video, das viel weniger brutal, aber genauso unheimlich ist. Aber vor allem atmosphärisch und grafisch brilliant.

Seit der Jahrtausendwende scheint Reznor reifer und zahmer geworden zu sein und will audiovisuell weniger mit Schockelementen reizen (das geniale "Only", "Survivalism"). Durch Johnny Cash's Cover-Version von NIN's "Hurt" wurde er in der Musikwelt quasi geadelt.
-------------------------------------------------------------------------------------------------


Alben: Früher ließ sich Reznor für die Veröffentlichung seiner Alben sehr lange Zeit, manchmal 2, oft 3-6 Jahre. Seit 2007 muss man aber nie mehr lange auf musikalischen Output warten. Nach "Year Zero" und dessen Remix-Ableger "Y34RZ3R0R3M1X3D" kam 2008 in Deutschland überraschend das 4-CD-Paket "Ghosts I-IV", wenig später im Jahr "The Slip".
-------------------------------------------------------------------------------------------------


NIN und das WWW:

#1: Parallel zur Veröffentlichung von "Year Zero" (2007) wandte er virales Marketing an, das ja über die üblichen Werbungsmöglichkeiten weit hinausgeht. Mysteriöse Websites und Fake-Blogs von Fake-Bloggern, die Online-Games, Rätsel und Pfade innehatten. Bei seinen Konzerten liegengelassene USB-Sticks, in denen weitere versteckte Hinweise und Telefonnummern gespeichert waren. Online und offline getätigte Schnitzeljagden also! Und jeder konnte mitmachen.

#2: Die ersten 9 Tracks (glaub ich) der ersten CD von "Ghosts I-IV" wurden am 2.März kostenlos auf seiner Website zum Downloaden verfügbar gemacht. Daneben konnte man vollständigere und mehr oder weniger hochwertige Versionen des Instrumental-Albums in verschiedenen Preisklassen und Formaten (als legale MP3 oder physischer Tonträger) von der Internetseite aus kaufen. Ab dem 8.April war der Kauf der CD auch in üblichen deutschen Plattenläden möglich. Man könnte dies wohl als Stinkefinger gegen Major-Plattenfirmen verstehen, auch wenn Radiohead und Saul das zuvor .

#3: Noch großzügiger und gleichzeitig dreister war er bei "The Slip", dessen 10 Tracks + PDF-Datei ab dem 5.Mai komplett kostenlos heruntergeladen werden konnte (und nicht nur ein kleiner Teil des ganzen Werks), nachdem der/die Downloader/in das Musikdateienformat seiner Wahl gewählt und seine e-Mail-Adresse preisgegeben hatte. Das radikal-günstige Online-Angebot von "The Slip" macht ihn zu einen meiner persönlichen Helden 2008!
Dieses Album konnte man im Juli 2008 dann auch im Handel kaufen. Tat ich aber nicht, sondern sparte mir die Kohle und lud es mir herunter. Weil's ja legal ist! Diesmal bestand die Vermarktung und Werbung nicht aus interaktiven Websites und Aktionen, sondern allein aus der Gratis-Downloadbarkeit und der Musikpresse, die darüber berichtete.
-------------------------------------------------------------------------------------------------


"The Slip": Die Mehrheit der zehn Tracks ist im Gegensatz zur "Ghosts"-Reihe zwar wieder industriell-rockiger und mit Gesang versehen, doch nach dem erstaunlich sanften "Lights In The Sky" (Track 7) wird die betäubende ruhige Phase in dem langminütigen "Corona Radiata" und dem etwas kürzeren und triphoppigeren "The Four of Us Are Dying" (Track 8 und 9) ausgebaut. Die beiden letztgenannten Tracks sind gänzlich instrumental.

Davor hält Trent Reznor nur noch im fast schon unspektakulären Intro "999.999" die Klappe, das kaum hörbar beginnt und langsam in das rumpelnde "1.000.000" (Track 1 und 2) übergeht. Dort singt und stöhnt er wieder.
Anschließend setzt "Letting You" (Track 3), pfundiger Hard-Rock, das von der sehr groovigen und sogar clubtauglichen Single "Discipline" (Track 4) gefolgt wird. Track 5 ist eher elektronisch-pluckernd und heißt "Echoplex", das nicht minder genial ist.
"Head Down" (Track 6) und "Demon Seed" (Track 10) sind klassischer Industrial Rock.

Leider sind nicht alle Songs so eingängig wie meine Favoriten Track 2, 4 und 5. Die ruhige Phase finde ich nicht unsympathisch, liebgewinnen kann ich nur noch "Lights In The Sky". Davor ist auch "Letting You" catchy, ansonsten sind mir die anderen Tracks leider relativ egal.

3,5 Punkte + einen halben Punkt für seine Großzügigkeit macht: 4 von 6 Punkte!

Hier kannst du das Album kostenlos downloaden.
http://theslip.nin.com/

Nine Inch Nails - Discipline

Freitag, 22. August 2008

Neu im Plattenschrank: Wild Beasts "Limbo, Panto"


Wild Beasts: Vier British Lads aus der Kleinstadt Kendal, Cumbria (liegt in der nordwestenglischen Pampa) machen Indie Rock, der immer leicht avantgardistisch daherkommt. Das liegt vor allem an der Stimme von Sänger und Gitarrist Hayden Thorpe, die mal kehlig-soulig, oft schrill-falsettierend, mal grunzend, aber immer außergewöhnlich klingt. Dennoch erinnert sie stark an jene von Antony (von Antony And The Johnsons und Hercules And Love Affair).

10 Songs enthält das Debütalbum "Limbo, Panto" (Domino), dessen Lyrics und Songtitel oft stark mysteriös sind. Mysteriös im Sinne von spukig/gruselig/atmosphärisch, wie z.B. beim dennoch recht beschwingt klingenden "Brave Bulging Buoyant Clairvoyants":
"Adopting this young spirit of sin / To make the most, before we turn to ghost / Before, old friend, life’s just a means to an end"

Aber auch mysteriös im Sinne von zweideutig, von "Höh, was meint der denn jetzt damit???".
Wie bei "Please Sir":
"It’s glee, Sir, with your hot breath upon me (gob gurning in fury)"
[Sir, welch eine Freude, mit ihrem heißen Atem, den ich an mir spüre (Die Schnauze in Rage verziehend)]
Ui, wie homoerotisch! ;)

Ich habe mal ein wenig recherchiert und habe herausgefunden, dass es in einer anderen Kleinstadt in Cumbria, der Grafschaft, in der ihre Heimatstadt Kendal liegt, World Gurning Championships stattfinden. Lokale Tradition seit 1267! Man steckt den Kopf in eine Art Pferdenackenstütze (heißt im Deutschen Kummet) und verzieht das Gesicht zu grotesken faltenreichen Grimassen. So als würde man einen knurrenden Gesichtsausdruck hinlegen wollen Aha! Ja, ich weiß, nicht wirklich interessant
Worauf ich hinaus will: Man könnte mutmaßen, dass Wild Beasts für das Album schon ein wenig von ihrem Umfeld und ihrer Heimat beeinflusst worden sind.

Humorvoll können sie aber auch sein:

"Swig the bottle, bottle / [Sauf' die Flasche, Flasche leer]
Slap the face of Aristotle / [Gib' Aristoteles eine Ohrfeige]
Race me, Race me, Race me, Race me / [Fahr' mit mir um die Wette]
In yer fourth hand jalopy" [ In deiner alten Blechkiste aus vierter Hand]
("...Clairvoyants")

Das passt aber zu Thorpe, Ben Little (Gitarre), Tom Fleming (Bassgitarre, Vocals, ist der Schnuckel schlechthin in dieser Band ;) ) und Schlagzeuger Chris Talbot. Wild Beasts' Schrank hat nicht mehr alle Tassen und das ist auch gut so!

Lieblingssongs: "The Devil's Crayon", "Woebegone Wanderers" und "Brave Bulging Buoyant Clairvoyants". Gefällt mir! 4 von 6 Punkten!





LINKS:

http://wild_beasts.motor.de/
http://www.wild-beasts.co.uk/
http://www.myspace.com/wildbeasts
http://www.thecumbriadirectory.com/Cumbria_Traditions/Gurning/Gurning.php

Samstag, 5. Juli 2008

Neu im Plattenschrank: MGMT "Oracular Spectacular"

Zwei Monate nach der Veröffentlichung habe ich es mir endlich geholt: das Debütalbum "Oracular Spectacular" des Duos MGMT!

Und eigentlich war die Scheibe nicht meine erste Wahl:
- Scarlett Johansson's Album war mir mit 17,99€ ein paar Euro zu teuer ("Oracular Spectacular" kostete nur 12,99€),
- jene von N*E*R*D*, Santogold und Wild Beasts hatten sie nicht oder nicht mehr vorrätig gehabt,
- bei den Alben von Munk, Foals, The Ting Tings wollte ich (noch) nicht zugreifen,
- bei "Midnight Boom" von The Kills habe ich vergessen nachzuschauen,
- und ein Album aus dem letzten Jahr (von Feist, Thrice, Tele, Björk oder Radiohead) wollte ich mir auch nicht holen, aus Unlust.
-> Ach ja, und der Erwerb der CD von den Bravo-Lieblingen Jonas Brothers
wäre mir doch eher peinlich gewesen. *gg* Aber das Cover...*seuuuufz*


Also MGMT aus Brooklyn! Das steht für "Management". So wollten sich Andrew Vanwyngarden (der Blonde, der Sänger) und Ben Goldwasser (Was für Lippen!) ursprünglich nennen, jedoch hieß bereits eine andere Band so. Recht so, denn die Abkürzung klingt viel cooler!


Track 1 "Time To Pretend" kannte ich vorher schon als Single und als kostenloser legaler Download. Elektro-/Synthie-POP in lo-fi-Qualität. Ein wenig trashig, aber unglaublich melodisch und ohrwurmartig, da der POP-Faktor eben großgeschrieben wird. Ein verfluchter Hit! Und das Video dazu passt zur Trashigkeit: da bin ich mit Leo einer Meinung, das Musikvideo ist so auf schlecht gemacht, dass es schon wieder genial ist!

Track 2 "Weekend Wars" war mir ebenfalls vorher schon ein Begriff, da Musikexpress, SPEX und Rolling Stone alle dieselbe Idee hatten, genau diesen Song in ihre CD-Beilage zu pressen. Psychedelic Pop vom Feinsten mit viel Orgeleinsatz.

Track 3 "The Youth" klingt ähnlich psychedelisch. Noch geiler wird es, wenn der Refrain " The youth is starting to change / Are you starting to change? / Are you? / Together, together, together..." die Tonhöhe wechselt. Ich weiß nicht, das heißt, so wie das klingt, glaub ich, chromatisch, oder? Aber sehr geiler Effekt!

Track 4 "Electric Feel" wird auch bald als Single herausgekoppelt, zumindest gibt es dazu ein Video, das auf der CD mit drauf ist, ich mir aber noch nicht angeschaut habe. Der Song geht mehr in die Richtung Disco, ist dadurch noch tanzbarer als "Time To Pretend". Sehr groovy!

Track 5 ist "Kids". Am Anfang kreischen, jubeln...na Kinder halt! Und dann wird der Song wieder so elektropoppig mit so einer gewissen Dödödö-Melodie, ist aber dennoch weniger griffig als die vorigen vier Tracks.

Track 6 "4th Dimensional Transition" gehört auch nicht so ganz zu meinen Lieblingstracks des Albums, aber bemerkenswert sind dennoch die galoppierenden Percussions, der Hall, die Orgel mal wieder. Sehr psychedelisch, sehr 60er-Jahre-mäßig. Erinnert mich dennoch ein wenig an das letzte Muse-Album "Black Holes And Revelations".

Track 7 "Pieces Of What" ist ungewöhnlich ruhig, da das Lied mit Akustikgitarre beginnt. Später kommen noch weitere Instrumente hinzu, ab der Mitte auch Schlagzeug und Tamburin. Sehr charmant, weil das so bodenständig unelektronisch klingt.

Zu den restlichen Tracks 8-10 "Of Moons, Birds & Monsters", "The Handshake" und "Future Reflections" fällt mir bisher noch nicht viel ein, weil sie mich noch nicht so gepackt haben wie die anderen Songs. Fallen aber auf keinen Fall negativ auf.

Lieblingssongs: "Time To Pretend", "The Youth" und "Electric Feel". Und manchmal muss ich, wenn ich mir "Oracular Spectacular" anhöre, an "Lucy In The Sky With Diamonds" von The Beatles denken, das schon über 40 Jahre alt ist. Aber das Album von MGMT ist nicht einfach nur Retro, es verbindet das scheinbar Vergangene mit dem Modernen, was sich unwiderstehlich anhört. Well done! 4,5 von 5 Punkten.

LINKS:
Amazon.de: Oracular Spectacular: Mgmt: Musik
http://www.whoismgmt.com
Time To Pretend (youtube-Video)
Electric Feel (youtube-Video)

Freitag, 6. Juni 2008

Shopping-Manie - Teil 1: Incubus



Gestern neu erworben:
Incubus mit "A Crow Left Of The Murder" (2004). Ich hatte noch keine Zeit gehabt, in das komplette Album reinzuhören. Da mir aber die Singles "Megalomaniac" (genial!) und "Talk Shows On Mute" vorher musikalisch ein Begriff waren, muss auch der Rest bestimmt abgehen...

Erstaunlich: dies war eine DualDisc, also auf der einen Seite der Scheibe CD, auf der anderen eine DVD. (Albumtracks in Surround Sound, Live-Mitschnitte, Interviews und Hinter-den-Kulissen-Videos) Und nur weil wohl die Schutzfolie, die man sowieso wegschmeißt, ein wenig zerkratzt war, hat sie im Würzburger Media Markt (die große Filiale im Industriegebiet) NUR 1,99 Euro gekostet!!!!!!!!!!

Mittwoch, 14. Mai 2008

Lidellisiert



Jaaaa, endlich! Das neue Album "Jim" vom superfantastischen Jamie Lidell hab ich endlich auch. Na dann kann ich ja auch mal mit dir mithalten, lieber Oliver/OK! ;)

Diesmal hab ich mir die 10 unglaublich tollen Songs nicht physisch, sondern als Download gekauft. Obwohl ich schon ganz gerne die Jamie-Fotos zum Booklet hätte (deshalb die schlechte Skizze! *g*), waren in der Compact Disc keine Lyrics abgedruckt. Neben "Panic Prevention" von Namensvetter Jamie T. erst mein zweites digitales Album, das ich mir überhaupt nur heruntergeladen habe, diesmal bei Musicload. Nein, das Statussymbol der 00er Jahre schlechthin, den iKotz, besitze ich nicht... *fg*

Jetzt mal der Reihe nach:

"Another Day" - Besser und schöner kann man ein Album doch nicht starten! Extrem eingängig, wie ein herzlicher Willkommensgruß: "Another day, another day, for me to open up to you." Zurecht als erste Single ausgewählt. Optimistisch, flott, Soul vom feinsten!
"Wait For Me" - Genauso heiter geht es im zweiten Track weiter. Wieder ein Jamie, der
stimmlich aus sich herausgeht + Multitalent Gonzales am Piano. Richtig geil!
"Out Of My System" - Wieder ein spitze Uptempo-Song, der nicht an Xylophon-Klängen und Handclaps spart.
"All I Wanna Do" - Höre ich da etwa Sam Cooke's "A Change Is Gonna Come" heraus? Zumindest hat er sich melodisch und gesanglich sehr von der Soul-Legende und deren Meilenstein inspirieren können. Klingt nach Landhaus-Stil. Zwar mit 5:12 Minuten eine Minute zu lang, um richtig zu fesseln, aber immer noch gut.
"Little Bit Of Feel Good" - zuvor kannte ich nur die Version von Mochipet vs. Jamie Lidell, welche mit mehr Elektro-Breaks und Beats versehen wurde. Was ihn magnetisierender macht. Die Albumversion ist aber fast genauso gut! Legal kostenlos irgendwo online gedownloadet.
"Figured Me Out" - der LA Garage Mix, den ich mir ebenfalls kostenlos und legal im Netz herunterladen konnte war mir ebenfalls zuvor schon geläufig. Dieser ist im Remix natürlich auch elektronisch angehauchter und dadurch auch mehr Spaß machend ist als die Originalversion, welche aber immer noch Klasse hat.
"Hurricane" - Track Nr.7 ist nach wieder großartig. Überrascht mit einer fast schon noisigen Soundkulisse. Rockt aber wie Sau. Sehr hohes Suchtpotenzial!
"Green Light" - Es wird wieder etwas ruhiger. Die Melodie klingt in den Ohren wie ein akustisches Crème Brulée: exquisit!
"Where D'You Go" - Wieder einmal nostalgisch und doch modern. Erinnert an "Another Day", ist aber nur fast so makellos wie Track 1.
"Rope Of Sand" - Oaaaaaaah, zum Schluss wird er nochmal richtig melancholisch. Ein instrumental reduziertes Stück Großartigkeit und Sinnlichkeit. Berührend und wunderwunderwunderwunderwunderschön!

Vorbei die Zeit, in der er Ende der Neunziger in der Band Super_Collider und auf seinem Solo-Debüt "Muddlin Gear" (2000) mit elektronisch hektischen Sounds experimentierte. Schon auf seinem letzten Album "Multiply" (2005) kam er nicht mehr ohne Soul-Einflüsse aus und verband diese mit eingängigerem funky Electro. Jetzt
also Retro-Soul. Ein Revival, das schon Amy Winehouse mit Produzent Mark Ronson vor zwei Jahre losgetreten haben. Richtig richtig beeindruckend sind "Another Day", "Hurricane" und "Rope Of Sand". Mit seinem aktuellen dritten Album hat Jamie Lidell alles richtig gemacht. Respekt! (5 von 6 Punkten)

Quellen:
http://www.laut.de/lautstark/cd-reviews/l/lidell_jamie/jim/index.htm
http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,552786,00.html