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Freitag, 12. November 2010

Die leere Grube und das Pendeln



Ich denke an Poe, Edgar Allan
Während meiner fast täglichen Fahrt
Von Wertheim nach Würzburg, an Baustellen
Der Autobahn vorbei, Tagesstart.

Um sieben Uhr, frühs, sitz' ich im Bus
Die Morgendämmerung macht sich breit.
Nicht viel, was aus Fenstern drauß' Fokus:
Außer Pony, schlafend, nichts breit und weit.

Ich wohne gar nicht mehr in dem Ort
Meiner Universität, es stört
Mich, das Leben vereinsamt sofort.
Von meinen Freunden nicht viel gehört.

Doch Trägheit, Unmut, Selbsthass machen
Mich dauernd unglücklich, kein Erwachen.

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Der Titel dieses Sonetts bezieht sich auf eine fabelhafte und sehr eindringlich geschriebene Kurzgeschichte des großen amerikanischen Schriftstellers Edgar Allan Poe (1809-1849), welche im Original "The Pit and the Pendulum" heißt, demnach als "Die Grube und das Pendel" (link!) zu übersetzen. Darin geht es um einen Charakter, der in einem vollkommen dunklen Raum aufwacht und langsam merkt, dass über ihm ein bedrohliches Pendel schwebt. Im Laufe der short story stellt sich heraus, dass die Hauptfigur zur Zeit der Spanischen Inquisition eingesperrt ist.
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Nicht mit dieser Geschichte wirklich vergleichbar, fühlt sich mein derzeitiges Leben dennoch ähnlich qualvoll an, nur anders. Eine Art Pendel des Gewissens und des Drucks scheint auch über meine Person zu hängen. Die Uhr, sie tickt, denn Zeit verinnt.
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[ Bild und Text (c) 2010 by SR / Sray ]
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Donnerstag, 4. November 2010

Nachtrag: Ich, der Eremit



Weiter geht es mit der Aufarbeitung der letzten zwei Monate in meinem Leben. In diesem Post geht es darum, dass ich seit dem 1. Oktober 2010 wieder bei meinen Eltern wohne und zuvor aus der WÜ-Altstadt-WG ausziehen musste. Doch wie kam es dazu? Weil ich zuvor blöderweise den präzise als ganze Sätze getippten Text aus Versehen gelöscht habe, gibt es jetzt aus Zeitgründen nun nicht ausformulierte Stichworte.

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- 20 Jahre in Kreuzwertheim bei meinen Eltern gewohnt, mit 15 zu meinem Vater gezogen
- Eltern zwar geschieden, Wohnungen aber weiterhin nah beieinander
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- Im Juni 2008 in ein Wohnheim in Würzburg gezogen, sehr weit vom Schuss entfernt
- WG innerhalb des Wohnheims, erst mit Achim, dann mit Clemens zusammengewohnt
- Meist schöne Zeit, viele Nachbarn kennengelernt, Leo turned to best buddy
- Nach zwei Jahren vom Wohnheim wegen eigener Verneinung der Fristverlängerung
ausgezogen
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- Chrissie überredete mich, in ihre WG einzuziehen
- FH-BWL-Caro (nicht zu verwechseln mit Karo) Praktikum für sechs Monate in München
- Caro wusste noch nicht, ob Zwischenmiete bei mir oder dauerhaft in München ansässig und ich
zum Hauptmieter geworden
- Trotz Ungewissheit mein OK gegeben, weil Wohnung schön und zentral in der Altstadt
- Ebenfalls meist schöne Zeit, viele Leute durch coole Chrissie (Editors-Fan) kennengelernt
- Anna und ich jedoch sehr unterschiedlich, im Nachhinein festzustellen
- Caro entschied sich doch für eine Rückkehr in die WG → ich dadurch raus
- Seltsames während Auszug festgestellt: mein Leben passt in zwei Autoladungen (BMW
3er-Limousine), jedoch keine Möbel im Zimmer gehabt außer Matratze, viel Stuff noch in
„Kreuz“


- Positiv am Wohnen bei seinen Eltern: keine Miete zu zahlen
- Auch positiv: Komfort, oft gekochtes Essen, eigene Wäsche mitwaschen
- Positiv: Tagesplanung vonnöten, frühe Kurse können wegen frühen Busses nicht verpasst
werden
- Negativ am Wohnen bei seinen Eltern: Image des „Hotel-Mama-Beanspruchenden“
- Auch negativ: Pendeln zwischen Kreuzwertheim und Wertheim (42km mal zwei, 5,20 Euro
Tagesticket, ca. eine Stunde mal zwei Fahrtdauer)
- Negativ: Abhängigkeit vom Busfahrplan (letzter Bus zurück werktags: 18.15 Uhr!)
- Negativ: sehr frühes Aufstehen, wenig Zeit in Würzburg, in „Kreuz“ kein Internetzugang
- Negativ: Eltern zu sehr an der Backe, da Mutter bei Einkaufsfahrten stressig und Vater einen
mit 23 wie ein Kind behandelnd, obwohl selber ja schon noch SEIN Kind seiend
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- Mehr Negatives wie Positives, schon klar
- Auch nervig, da sensibles Reagieren: Wohnungsfrage „Hast du schon eine neue Wohnung
gefunden?“ derzeit meist gestellte seitens Freunden und Bekannten

→ DIE FRAGE IST OFT MIT SCHEINBARER MITLEIDBEKUNDUNG VERBUNDEN. IHR
HEUCHLER! ALS OB ES EUCH WIRKLICH INTERESSIEREN WÜRDE. FÄLLT EUCH KEINE ANDERE FRAGE ZUERST EIN, WENN IHR MICH ANTREFFT, NUR DIESE? WIE KREATIV! IHR KÖNNT EUCH ABER DIESE FRAGE SCHENKEN!

- Fühlt sich durch Wohnen in Kreuzwertheim und Studieren in Würzburg wie ein
Isolierter, ein Außenseiter, ein Eremit
→ vereinsamend
- Wann werde ich wohl tatsächlich eine neue Bleibe finden...?
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Mittwoch, 27. Oktober 2010

Ein Hoch auf meine mittelmäßige Laptop-Webcam!



Es sind nur 0,3 Megapixel. ;(

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Und ich bin mit meinem ehemaligen Kamerahandy von Sony Ericsson (3,2 MP, Handy verloren gegangen) und meiner derzeit zwecks leerem Akku und verlorenem Ladekabel meiner Digital-Kompaktkamera (8,2 MP) wohl im Vornherein viel zu verwöhnt.
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Aber die integrierte Webcam meines Laptop macht keine wirklich befriedigenden Videos und Fotos, sodass man da schon etwas neidisch sein kann auf die Brillianz so mancher, ich gestehe es, Macbook-Cams. Nicht mal bei hellem Tageslicht. Aber naja, immerhin funktioniert sie für Skype-Chats. Aber das mitgelieferte Cam-Programm, mit dem man kurz zuvor geschossene Bilder (bewegte oder nicht bewegte) mit kitschigen oder geschmacklosen Grafiken selten verschönern, meistens aber verunstalten kann (siehe Beweisfoto), ist schon dämlich. :D
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Donnerstag, 21. Oktober 2010

Heilung von der Blog-Apathie?



Warum ich den letzten Wochen so selten gebloggt habe...

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01) Tiefe Sinn- und Identitätskrise
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02) Keine Lust gehabt, große Texte über gewisse Themen zu schreiben, Faulheit
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03) Wenig Gelegenheiten gehabt, mich an einen PC zu hocken, z.B. aufgrund des Ferienjobs
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04) Wenn Zeit, dann für andere Dinge aufgewendet, z.B. Last.fm, Facebook, Spiegel.de
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05) Geeignete Themen nicht gefunden, fehlende Kreativität und Ideen
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06) Gefühl der Angeödetheit (Wort existent???) bezüglich des Blogs
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07) Faulheit, Faulheit und nochmals Faulheit

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Ob ich mittlerweile geheilt bin von der Apathie bezüglich meines Blogs "Croak for me!"? Wer weiß, bisher fehlt der gewisse Enthusiasmus, über mehr als nur über Musik zu schreiben...
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Dienstag, 27. Juli 2010

Überbewertete Bands und Künstler/innen - meiner Meinung nach!



Man kann sich darüber streiten oder nicht, aber es gibt einfach so viele Bands, Duos und Solo-Künstler(innen), die einfach überbewertet sind.

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Entweder es gibt solche, die viel zu oft in den Musik-Schlagzeilen vorkommen, die eher dafür als für musikalische Prächtigkeiten (mittlerweile) berühmt sind: Amy Winehouse habe ich in meiner Liste mal ausgelassen, sie hätte es aber trotz ihrer Großartigkeit verdient, wegen ihrer Eskapaden abgestraft zu werden, an ihrer Stelle tritt Peter Dohertys Babyshambles an.
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Oder es gibt solche, die hatten einst ein Meisterwerk von einem Album abgeliefert, veröffentlichen aber seitdem nur enttäuschende Platten. Beispiel: The Rolling Stones (seit vielen Jahrzehnten überschätzt), Prince, Arctic Monkeys (ihre letzten Singleauskopplungen waren enttäuschend).
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Oder es gibt solche, die einfach so sehr über den Klee gelobt werden, ständig und immer wieder, dass es einem aus den Ohren oder Augen (bei schriftlichen Lobpreisungen wie z.B. in der Rolling Stone oft vorkommend) förmlich herausquillt. Ellie Gouldings Musik zum Beispiel klingt echt nicht so gut, wie es der dazugehörige Hype der UK-Presse einem vermitteln will. Die unreflektierte Geilfindung von Bob Dylan, besonders seitens der deutschen Ausgabe des "Rolling Stone" ist noch weitaus verheerender!
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Oder Bands und Künstler/innen, die einfach sucken und nerven. Oder, oder, oder. Der Musikexpress stellte in der Mai-Ausgabe (link!) dieses Jahres (MGMT auf dem Titelbild, womöglich auch eine überschätzte Band?) die 50 meist überschätzten Bands (und auch Künstler) vor. Ich möchte mit einer eigenen Liste dagegenkontern, in der Bands und Leute wie Muse und Lady GaGa zwar fehlen, aber Bands wie Mando Diao oder U2 sowie die "Queen of Pop" (solche Pseudo-Titel sind oft ein Anzeichen für Überschätzung) hier wiedergefunden werden. Allerdings folgt meine Liste keinem Ranking.

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ÜBERBEWERTETE BANDS UND KÜNSTLER/INNEN

01) Arcade Fire
[Der ewige Hype um die "Indie"-Rock-Band, die übrigens überhaupt nicht "indie" ist, weil das Indie-Label Rough Trade in Deutschland bei Arcade Fire 2007 mit dem Major-Vertrieb Universal zusammenarbeitet, geht wieder los. Jaja, Arcade Fire machen Musik mit groß angelegtem Sound. "Black Mirror" vom letzten Album sowie "Neighborhood#2 (Laika)" vom vorletzten sind toll. Aber die Vorab-Free-Download-Songs "Month of May" und "The Suburbs" vom gleichnamigen Album The Suburbs (2010), welches nächsten Montag in Deutschland veröffentlicht wird, gehen einfach nicht in mein Ohr rein. Ihre Großartigkeit in den Klängen erkenne ich diesmal auch nicht. Für mich ist es einfach gewöhnliche Rockmusik.]
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02) The Strokes
[Ich mag die fünf New Yorker immer noch nicht. Was soll denn so geil an diesen wiedergekauten und ausgespuckten Garagenrock sein und dieses arrogante Retro-Lässigkeits-Gehabe?]


03) Bob Dylan
[Den mochte ich noch nie. Grässlich, sein Gesang! Noch schrecklicher: die Lobpreisungen, die sich so anhören, als sei Dylan Aristoteles. Oder Jesus!]
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04) Tocotronic
[Die deutschsprachige Musikpresse kann mich mal, Tocotronics Musik ist überintellektuelle schwandronierende wichtigtuerische quarkige Nicht-Musik.]
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05) M.I.A.
[Habe den Hype um Mathangi "Maya" Arulpragasam nie verstanden. Die provokante Künstlerin war zwar teilweise gut, aber nicht so überragend, wie es die Musikpresse wahrmachen wollte. Sie hatte eine große Klappe und setzte sich damit auch für diejenigen, die keine Stimme zu haben scheinen, z.B. für die tamilische Minderheit in Sri Lanka. Aber so überragend clever war ihre Musik so insgesamt nun auch wieder nicht, es gab auf Arular (2005), ihrem Debütalbum viel Füllmaterial. Der Bollywood-Gedenksong "Jimmy" aus Kala (2007) ist nicht wirklich geil, auch wenn es sich sehr am Mainstream anbiedert, mehr noch als das wirkluch gute "Paper Planes". Und das aktuelle Album /\/\ /\ Y /\ (2010) ist auch kein Meisterwerk, keine Platte zum Liebhaben, auch nicht zum Staunen. Es hat seine paar Momente, ist aber viel zu heterogen und verwirrend und rechtfertigt aber nicht ihre Messages und ihren Hype, der langsam verklingt. Denn jenes Album kriegt zum ersten Mal ganz viel Plattenkritik-Bashing! Noch schlimmer: die öffentliche Person M.I.A. fängt an, so richtig zu nerven. Ich sag nur: Verlobte eines Millonärs.]
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06) Madonna

07) Babyshambles

08) U2

09) Prince

10) Animal Collective UND Panda Bear

11) Guns N‘ Roses

12) Rage Against The Machine

13) Metallica

14) Mando Diao

15) Die Ärzte

16) Bon Jovi

17) The Smiths UND Morrissey

18) Robbie Williams

19) Bonnie „Prince“ Billy

20) Pet Shop Boys

21) Neil Young

22) Death Cab For Cutie

23) The Shins

24) Green Day

25) Wilco

26) Art Brut

27) The Doors

28) Justin Bieber

29) Ellie Goulding

30) Oasis

31) The Mars Volta

32) Moby

33) The White Stripes

34) Billy Talent

35) Arctic Monkeys

36) Die Toten Hosen

37) Herbert Grönemeyer

38) The Rolling Stones

39) Weezer

40) Tool

41) Norah Jones

42) Timbaland

43) Alicia Keys

44) Jack Johnson

45) Tiesto

46) David Guetta

47) Bob Marley

48) KISS

49) AC/DC

50) Nirvana
[Sie mögen zwar eine ganze Generation geprägt haben, aber der Kritiker- und Fan-Liebling Nevermind (1991) ist meiner Meinung nach das am meisten überschätzte Album überhaupt! Kein Song, der mich wirklich mitreißt, auch nicht jenes, das nach Jugendgeist stinken soll.]
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Empfehlung für ein Niedergeschlagenheits-Mixtape



Noch ein Mixtape, das zu schlechten Launen gut passt, gerade wenn man in dieser Stimmung bleiben möchte und eben NICHT aufgemuntert werden möchte. Hier aber liegt zum anderen Mixtape der Unterschied, dass man sich eher "depri" fühlt, dass man eher nicht das Gefühl hat, irgendetwas kaputt machen zu wollen, dass man eher leidet. Passende Adjektive zu dieser Gemütsverfassung: "geknickt", "hoffnungslos", "deprimiert", "trübselig", "am Boden", "bedröppelt", "unglücklich", "sorgenschwer", "kummervoll", "trostlos", "furchtbar traurig".
Hier: schlechte Laune, introvertiert dargestellt.

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01) Interpol - Pioneer to the Falls

02) Jeff Buckley - Forget Her

03) The Big Pink - Velvet

04) Massive Attack - Angel

05) The National - Afraid of Everyone

06) Japandroids - I Quit Girls

07) Portishead - Plastic

08) Beck - Lonesome Tears

09) Radiohead - Street Spirit (Fade Out)

10) I Am Kloot - Deep Blue Sea

11) David Bowie - Subterraneans

12) Blur - No Distance Left to Run

13) Nine Inch Nails - The Day the World Went Away

14) Goldfrapp - Horse Tears

15) Elbow - Friend of Ours
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Empfehlung für ein Grießgrämigkeits-Mixtape



Ich habe mal ein Mixtape erstellt, das zu schlechte Launen gut passt, gerade wenn man in dieser Stimmung bleiben möchte und eben NICHT aufgemuntert werden möchte. Passende Adjektive zu dieser Gemütsverfassung: "übellaunig", "missgestimmt", "bockig", "gereizt", "grießgrämig", "sauertöpfig", "verdrießlich", "trotzig", "unfügsam", "einfach schlecht drauf". Man denkt sich: "Alles ist beschissen, micht nervt die Welt und alles um mich herum".
Hier: schlechte Laune, extrovertiert dargestellt.

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01) Queens of the Stone Age - A Song for the Dead

02) Helmet - Bad Mood

03) Editors - Eat Raw Meat = Blood Drool

04) HEALTH - Die Slow

05) These New Puritans - Elvis

06) Muse - Stockholm Syndrome

07) Joy Division - She's Lost Control

08) Nine Inch Nails - March of the Pigs

09) Public Enemy - Shut 'Em Down

10) Björk - Declare Independence

11) Radiohead - Paranoid Android

12) Faith No More - Be Aggressive

13) Portishead - Small

14) Fiona Apple - Parting Gift

15) Madrugada - Whatever Happened to You?
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Mittwoch, 7. April 2010

Gehe nie als Single an einem Ostermontag spazieren!


[ all photos (c) 2010 by SR / Sray ]

Echt jetzt, das war die reinste Qual!

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Am besagten Ostermontag wollte ich, damit mir nicht die Decke unserer neuen WG auf meine Hirnschale (=Kopf) fällt, abends mal raus, spazieren gehen. Das Wetter war OK, nur leicht kalt war es. Ich war alleine unterwegs, wollte durch die Altstadt schlendern, am Main herumlaufen, währenddessen Fotos schießen.
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Anfangs war es ganz nett. Ich fand die Tatsache amüsant, dass vor dem McDonalds zwei Polizisten mit weiß-grünem Wägelchen standen, die fünf bis sechs Jugendliche befragten. Dreck am Stecken? Oh-oh! Unweit davon entfernt befand sich eine Vielzahl von unterschiedlichen weiteren Teens, wahlweise als Skater, Emos, Alternative-Rocker oder HipHopper verkleidet.
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Dann ging es weiter zur "Alten Mainbrücke". Von da aus beobachtete ich weitere Menschen. Zum Beispiel einen einsamen langhaarigen Typ auf einer Bank am Mainkai, der gerade sehr in sein Buch vertieft war. Eine ältere buckelige Frau mit zwei gefüllten Plastiktüten, die sich kurz am Gemäuer stützen musste. Zwei joggende - wahrscheinlich studierende - Twentysomething-Jungs, die bestimmt wahnsinnig viel Sport treiben, wahnsinnig auf ihre Ernährung achten, wahnsinnig auf ihr Äußeres achten und doch immer wieder in Schickimicki-Areale wie dem "Odeon" landen und einen tequila-getränkten Vollsuff erleben. Und dann noch zwei etwas aufgebrezelte Frauen mit Stöckelschuhen und ohne Jogging-Ambitionen.



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Allmählich war mir aber dann zum Kotzen zu Mute. Pärchen #1, Pärchen #2,...Pärchen #23,...Pärchen #923...! Pärchen in unterschiedlichstem Alter, in unterschiedlichster Kleidung. 50plus (siehe oberstes Foto, rechts unten im Bild), 30plus, Anfang bis Mitte 20, alles dabei. Sie sahen entweder schick und mittelständig oder bodenständig und etwas weniger gutverdienend. Verheiratet, verlobt, verliebt, was auch immer. Aber alle hatten was gemeinsam? Natürlich: Sie hielten alle Händchen. Bah! Furchtbar! Ich habe noch nie so viele Paare auf einem Haufen gesehen - ausschließlich heterosexuelle, versteht sich. Ich hätte mir gerne ein Händchenhalte-Verbot oder eine Küsschen-geben-Verordnung gewünscht.
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Es hat mich halt einfach traurig gemacht, als jahrzehntelanger Single so viele liierte Menschen auf einmal zu sehen. Würzburg ist nicht nur die Stadt der Baustellen (könnte mittlerweile den Postdamer Platz als symbolische Baustelle von Baustellen ablösen), sondern auch die Stadt der Paare und Pärchen. *kotz* Warum lebe und studiere ich hier eigentlich? Es schmerzte einfach nur. Einsam und alleine - ewiglich. In dem Moment wollte ich einfach nur nach Hause...
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Mittwoch, 10. März 2010

Und immer noch liegt Schnee auf den Straßen...


"When the Snow Went MARCHing In"
[ (c) 2010 by SR / Sray ]

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Da habe ich mich mit dem vermeintlichen Frühlingsgeruch (link!) sehr getäuscht...es vielen ja am Freitag Abend nochmal eine ganze Ladung Schneeflocken!
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Vor dem Eingang der Universitätsbibliothek Würzburg wurde dieses Foto von den Inseln mit dem zu Eis gewordenen Schnee geschossen.
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Mittwoch, 17. Februar 2010

Höllentage im Glück



Die letzten Tage (12. - 16. Februar 2010) meines langen Wochenendes waren ein Graus.

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Zunächst erstmal muss die Überschrift dieses Blogeintrags erklärt werden. Aaaalso:
Der Titel bezieht sich auf Mark Oliver Everetts tragikomischer Autobiografie "Glückstage in der Hölle" (link!). Everett ist eigentlich der Kopf der Band Eels und verarbeitet in seinem viel gelobten Buch, das weitaus harmloser auf Englisch "What the Grandchildren Should Know" heißt, sein bisheriges Leben, besonders die vielen tragischen Todesfälle in seiner Familie, die ihn auf dem Höhepunkt seiner ruhmreichen Karriere heimgesucht haben und ganz unmittelbar aufeinander folgten.
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Ich habe zwar in den letzten Tagen keinen Tod eines Familienmitglieds erfahren, doch konnte ich keine adäquatere Überschrift für mein missratenes Wochenende finden als die Umdeutung des Titels von Mark Oliver Everett. Man könnte mir jetzt natürlich Wichtigtuerei und Heulsusigkeit vorwerfen, aber das ist mir jetzt einfach mal egal. I don't give a fuck about all the opinions you have. Die Kommentare würde ich nicht lesen.

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Ich hatte mich schon zuvor vor diesem Wochenende gefürchtet, weil ja nicht nur der Valentinstag am allseits bekannten 14.02. stattfand, sondern unmittelbar darauf der Rosenmontag und der Fasnachts-Dienstag (15. und 16.02.) in diesem Jahr ihr Unheil suchen wollten. Während der V-Tag zum 22. Male wieder einmal Kummer hervorrufend vor Augen führte, wie erfolglos mein Liebesleben bisher gelaufen ist (Beziehungen: null), nervte mich das Brimborium des Faschings dank R-Tag und F-Nacht einfach nur.
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Diese Tage sind mit den "Höllentagen" gemeint, wohingegen "Glück" ausdrückt, dass der Zweck dieser Kommerztage ja eigentlich ist, in Zweisamkeit oder Mehrsamkeit ein Gefühl von Gemeinschaft und Optimismus zu zelebrieren. Das alles ist ja gut gemeint, aber was aus dem Tag der Liebenden und der Zeit der Jecken mittlerweile, also im Jahre 2010 geworden ist, stößt einem doch unangenehm auf, oder etwa nicht?

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Seit der fünften Klasse bin ich alles andere als ein Fan von Karneval / Fasching / Fasnacht / Fasnet. Das gezwungene Spaßhaben, die Kommerzialisierung von Verkleidung und Buntheit, welche sich eine ganze "fünfte Jahreszeit" lang erstreckt, also das Ausgeben von massig viel Geld, um im Kollektiv zu grölen, zu saufen, zu fressen, zu schunkeln und in die Ecke zu pissen, stinkt.
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Gegen diese kollektive Heuchlerei kommt nicht einmal der Valentinstag an, der weniger "in your face" ist, den ich selbst aber noch nie mit jemandem, mit einem Partner, ausleben konnte. Die 24 Stunden Rosa-Brillen-Feeling kenne ich nicht. Dumm, irgendwie. Aber so musste ich auch nie extra Geld ausgeben, um jemandem etwas zu schenken.

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Ich fuhr am Freitag heim und blieb bis heute Morgen (also bis Mittwoch) bei meinen Eltern. Ich blieb durchschnittlich länger dort als bei meinen Visiten zuvor. Einerseits musste ich für meine Mutter Bewerbungskram erledigen, ihr quasi beim Bewerben für einen neuen Job helfen, andererseits brauchte ich...ganz einfach Geld.
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Es gab nur wenige Höhepunkte, die es zwischen dem Freitag und dem Dienstag gab. Zum Einen wäre die am Freitag stattgefundene Premiere der neu restaurierten Fassung des visionären Stummfilmklassikers "Metropolis" aus dem Jahre 1927. Was an der arte-Liveschaltung (link!) zur Berlinale so besonders war, wo eben Metropolis 2.0. aufgeführt wurde, steht hier (link!). Supi war's!
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Dann wurde die erste Staffel von "Nip / Tuck" (link!) auf DVD zu Ende geschaut. Ich liebe diese US-Serie, sie ist so clever, so unterhaltsam, und vergisst auch nicht die Abgründe und tragischen Momente. Die zweite Staffel von "Nip / Tuck" muss bald her!

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Ansonsten war ich von der Online-Peripherie ziemlich abgeschnitten und konnte nur per Handy einen teuren Hauch WWW erleben. Auch nervten meine Eltern in gewisser Weise, noch mehr nervte aber die Einsamkeit in Kreuzwertheim. Dieses verschissene Großkaff hatte nichts zu bieten, außer eben den Rosenmontagsumzug zuletzt. Niemand, mit dem ich noch groß zu tun habe, wohnt dort noch. Auch auf dem anderen Ufer, in Wertheim nämlich, hätte ich lange suchen müssen.
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Die wenigen SMS-Dialoge waren auch nicht zufriedenstellend, weil ich den jeweiligen Dialogpartner mit meiner Jammertal-Stimmung früher oder später auf die Nerven gegangen war. Jemanden aus der Ferne daten wollte ich auch nicht, ich war einfach zu schlecht gelaunt. Und mit dem Auto meines Vaters herumzucruisen empfand ich wegen der winterlichen Witterungsverhältnisse als zu gefährlich.

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So war ich dann ziemlich faul und verkroch mich in meinem Zimmer. Ich schaute TV, obwohl das Fernsehen sich an jenen Feiertagen von seiner noch unerträglicheren Seite zeigte. Ich hörte die wenigen MP3s auf meinem Handy, aber die Alben von Corinne Bailey Rae und Yeasayer konnten meine Negativstimmung nicht dauerhaft begleiten oder sanft positivieren. Ansonsten schlief ich viel. Wann immer es ging.
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Ansonsten war ich kaum draußen, machte keine Spaziergänge, war nur dann in der frischen Luft, um mit meinen beiden Elternteilen getrennt einzukaufen (siehe Foto). Ganz toll. Die restliche Zeit las ich mich durch alte Musikzeitschriften oder aß etwas. Etwas? Hmm, naja. Ich hatte während der ungenutzten Tage leider wieder zu viel Ungesundes gegessen.

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Wie gut, dass heute alles Faschingmäßige endlich vorbei ist. Aschermittwoch, die Politiker haben ihren Senf dazugegeben. manch andere Leute haben auf diesen tagsüber gar verzichtet, wegen des Fastens natürlich. Viele, nur ich nicht, aßen Fisch oder kurierten ihren Kater (Schadenfreude!). Und nun bin ich endlich wieder in Würzburg. Hoffentlich vergehen in den nächsten Tagen Miss Melancholie und Misses Unzufriedenheit. Vielleicht werden sie dann einfach wieder für kurze Zeit von Alkohol fortgespült.
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Tagversüßer des Tages Vol.181



The Big Pink mit "Velvet".

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So, ich bin nach den vielen Tagen, die ich seit dem Freitag, dem 12.Februar, seit dem verfassten tausendsten Blogeintrag, pausiert habe, wieder da. Auch nachdem ich lange keinen Tagversüßer des Tages hatte, gibt es nun wieder einen.
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In den letzten sieben Tagen war ich von Melancholie geprägt und von Missmut geplagt. In diesem Blogeintrag (link!) stehen die Gründe. Mit der meisten Musik, die im sogenannten Musikfernsehen während des Valentinstags und der Faschingsfeiertage lief, konnte ich nur wenig bis nichts anfangen. Gut, dass MTVIVA mittlerweile fast nur noch enttäuschen und selten überraschen, ist ja nichts Neues:
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Musikalische Grausamkeiten, also schlimme Singles von Cobra Starship, Iyaz, Ke$ha, Three 6 Mafia, AC/DC, Musik-Retorten-Frau Alexandra Burke (wegen X Factor), Musik-Retorten-Mann Dominik Büchele (wegen DSDS), Fettes Brot („Jein 2010“ ist leider schlimm!). Auch sind es schlimme Singles von ein Drittel von Bro’Sis (Giovanni und Ross Antony), Jason Derulo, Nena, Owl City, Revolverheld, Timbaland feat. Katy Perry, Nickelback, Xavier Naidoo, Sportfreunde Stiller und Unheilig.
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Und dann gibt es noch Mittelmäßigkeiten - d.h. Geht-so-Sachen - von OneRepublic, Pitbull (nicht so schlimm trotz Akon als Feature), Sean Paul, Die Atzen und Amy Macdonald. Von allen Newcomern und neuen Musikvideos fand ich nur Rihannas „Rude Boy“ gut. Und wenn ich bereits eine Rihanna-Single für besser als den Rest befinde, dann muss das schon was heißen!

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Worauf ich hinaus will, ist, dass ich in den letzten Tagen älterer Musik, damit ist bereits 2009er-Musik gemeint, empfänglicher war als für den neuesten Scheiß (hier: Scheiß im Sinne von Scheiße). Was sich anbot, war „Velvet“ von den zwei Engländern The Big Pink. Als ihr Album A Brief History of Love im September letzten Jahres herauskam, fand ich von den paar Singles nur „Dominos“ toll. „Stop The World“ kenne ich bis heute nicht, „Too Young To Love“ war OK aber nicht mehr, und „Velvet“ war mir anfangs zu träge, zu matschig klingend.
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Anscheinend war ich aber zuvor nie in der richtigen dunklen samtigen Stimmung. Im derzeitigen melancholischen Zustand finde ich den Neo-Shoegaze-Indie von The Big Pinks „Velvet“ nun ziemlich ansprechend. Naja, das ist noch untertrieben: Die Single „Velvet“ hilft mir und meiner momentanen Befindlichkeit sehr! Erst in der Stimmung entfaltet „Velvet“ seine unterirdisch brodelnde Faszination. Ziemlich geil gerade!
Das teils traumwandlerische, trübsalblasende und deswegen sehr passende Musikvideo drehte der Regisseur Rob Hawkins.

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The Big Pink - Velvet on MUZU
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Mittwoch, 3. Februar 2010

Der Umzug von Su und Karo - Teil 1




Der Grund, warum ich so verf***t früh am letzten Samstag Morgen aufstehen musste war, dass ich sehr früh nach Würzburg-Lengfeld fahren musste, um Su aka Susi und Karo aka Wolta beim Umzug in eine gemeinsame Wohnung zu helfen.

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Es ist natürlich doof, wenn man am Abend zuvor (link!) ausgeht. Also frühstückte ich ein wenig bei "Flo-H", der mich dankenswerterweise bei sich übernachten ließ, bevor ich mich nochmal frisch machte und über meine verquollenen Haare und meine zerzausten Augen...äh...andersherum eigentlich, haha! ...und über meine verquollenen und geröteten Augen und meine zerzausten Haaren darüber hinwegsah.
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Zunächst muss ich erwähnen, dass ich erst gar nicht begeistert war von der sehr kurzfristige Bitte Karos, ihr und Su den ganzen Samstag über beim Umziehen zu helfen. Schließlich hatte ich diesen Samstag eigentlich für andere Sachen wie dem Lernen und einem Kinobesuch ("Synechdoche, New York" -> lief auf dem Internationalen Filmwochenende in Würzburg zu der Zeit) verplant.
Selbstlos, wie ich war, aber - das bilde ich mir immer ein - sonst leider zu selten bin, sagte ich nach ein wenigem Hinundherüberlegen dann doch zu. Lust hatte ich, wie gesagt, überhaupt nicht darauf, aber einer muss es ja machen, da sonst nur noch ihre Eltern und eine Kommilitonin von ihr bereitstehen würden. Und ich tat das für die beiden.
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Der besagte Samstag lässt sich nun in vier Tagesabschnitte aufteilen:

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1) Würzburg -> Würzburg. Zum Würzburger Stadtteil Lengfeld erreichte ich per Bus "Su aka Susis" alte Wohnung an, wo die bereits fast vollständig verpackten Sachen vom obersten Stock (das muss wohl die dritte Etage gewesen sein) auch gleich nach ganz unten befördert werden sollten. Sus Mama und Sus Stiefpapa halfen bei vielen Dingen mit, beim Abschrauben der Lampen, beim Absaugen der Böden oder auch beim Heruntertragen. Interessant sah das Waschbecken aus. Dampf entstieg der ungewöhnlich dunkeltrüben Flüssigkeit darin.
Nach ca. zwei Stunden fuhr ich mi Su und Karo in dem gemieteten Transporter mit, denn dieser hatte vorne drei Sitze. Mit einem der Elternteile wollte ich nämlich erst nicht mitfahren, da ich diese nicht kannte.
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Wir hörten Music For Men (2009) von Gossip und "Karo aka Wolta" und ich tauschten Geschichten aus, besonders gerne: Anektoden von früher. Es war bereits auf dieser Fahrt ersichtlich, dass der gefallene Schnee uns das Fahren auf der Autobahn und Hin- und Herschleppen schwierig machen sollte.

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2) Würzburg -> Frankfurt. Wir kamen nach einer Stunde ungefähr in Frankfurt, wo beide in Zukunft zusammen leben werden, an. Man merkt beiden an, dass sie ein Gespür haben, sich Wohnungen auszusuchen, die sich im obersten Stockwerk eines jeden Gebäudes befinden. So war es jetzt schon ein Graus, die ganzen teils schwer wiegenden Möbel und die anderen Besitztümer hochzutragen. Während ich meine jetzt schon nach kürzester Zeit aufkochende Erschöpft- und Genervtheit noch einigermaßen im Zaun halten konnte, erklang die Unzufriedenheit aus dem Mund von Sus Mum im Fünf-Minuten-Takt. Nach ihr konnte man die Zeit stellen.
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Wie gut nur, dass Karos coole und sehr nette Kommilitonin Alicia bald hinzukamm sodass wir zu sechst waren und die Menschenkette im Treppenhaus für das Hochtragen schneller vonstatten ging. Doch auch als nun alle Sachen im Transporter hochgebracht wurden, war nur die Hälfte der gesamten Schufterei geschafft: Jetzt mussten nicht nur Sus Sachen, sondern auch Karos Sachen aus ihrer bisherigen Wohnung in Offenbach geholt und nach FFH gebracht werden. Dazu war ein leerer Umzugswagen, der er jetzt nun war, nötig...
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Der Umzug von Su und Karo - Teil 2




Der Umzug von "Karo aka Wolta" und "Su aka Susi" (nicht im Bild) ging weiter...die Vorgeschichte gibt es hier (link!)...

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3) Frankfurt -> Offenbach. Nun ging es von Frankfurt, übrigens Karos Studienort (sie rechts im Bild), aus nach Offenbach zur nun nicht mehr existierenden Wohngemeinschaft von ihr und unserer gemeinsamen Co-Abiturientin "Babs". "Babs" war nicht da, und konnte, da sie lernen musste, nicht mithelfen. Da musste ich an mich denken, der ja im Gegensatz zu ihr trotz Lernens da war. Diesmal fuhr ich nicht mit dem jungen Pärchen mit, sondern mit den älteren Eheleuten. Die Summe der jungen Menschen belief sich mit dem Hinzukommen der Kommilitonin Karos namens Alicia (links im Bild) auf insgesamt vier. Da aber der Transporter über nur drei Sitze verfügte, solidarisierten Alicia und ich uns und saßen zu zweit auf der Rückbank des Autos von Sus Eltern.
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Nachdem wir den Schneetrubel im Auto überlebt hatten, kamen wir dann auch endlich in Offenbach an. Diesmal mussten Karos Sachen in den Transporter, Sus Eigentum wurde ja schon nach Frankfurt verfrachtet. Jetzt waren es um die fünf Stockwerke, die es zu bezwingen galt. Zum Glück gingen die zu beladenen Güter mithilfe der Menschenkette hauptsächlich nur nach unten, doch war das Treppenhaus an sich eine recht unangenehme und schmale Angelegenheit. Die langen Schrankwände und der Lattenrost waren wegen der Enge demnach schwierig herunterzumanövieren.
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Eine angenehme Ablenkung von der Umzieh-Arbeit war der Anblick eines Russischsprechenden, der gut aussah, ca. dreißig Jahre alt und ein nun Ex-Nachbar Karos war. Vor seinem Werkstattkeller schliff er gerade Fliesen zurecht.

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4) Offenbach am Main -> Frankfurt. Als auch das geschafft war, ging es ein letztes Mal von Offenbach nach Frankfurt, um auch Karos Sachen zur neuen 2-Zimmerwohnung hochzubefördern. Diese beinhaltete zwei eher klein bemessene Zimmer, Küche, Bad und ein Dachboden.
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Vor dem Umzugsfinale wurde aber noch an einer Tankstelle ein Zwischenstopp (zwischen OF und F) getätigt. Dies hat mich eigentlich aufgepisst, doch zeigte ich meinen Unmut öffentlich nicht, Denn es war so, dass nachdem Sus Stiefvater aus dem Auto ausstieg, um sich etwas Überteuertes zu essen zu kaufen, auch Alicia und die Mutter den Wagen verließen. Die Mutter tat dies nicht mit der Frage "Kann ich dir etwas mitbringen?", sondern mit den Worten: "Du bleibst doch hier im Wagen, oder?"
Tja, schon. Wer hätte sonst auf den nicht abgeschlossenen Skoda mit laufendem Radio aufpassen sollen, wenn nicht ich? Da ich mich aber nicht von den kalten, zähen und wirklich ekligen Bäcker-Brezeln ernähren wollte wie zuvor, blieb demnach mein hungriger, aber eigentlich appetitloser Magen komplett ungefüllt.
Dann fiel der Mutter später im Auto ein, dass sie mich "vergessen" hatten, doch nahm ich aus willenstarker, vielleicht auch aus falscher Bescheidenheit nichts von denen an. Wer will sich schon gerne anbiedern?
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Mit letzten Kräften verrichtete ich meinen Teil der Arbeit beim Umzug und hätte vor lauter Missmut und Mattheit fast kotzen können. Bei den vielen Bücher-Kisten von Streberin Karo war es fast unmöglich, diese alleine hochzutragen. Natürlich hatte ich mir dies nicht anmerken lassen, im Gegensatz zur Mutter.
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Doch es gab eine Person, die mir den Tag dann doch noch nachhaltig versüßen konnte. Es war die direkt nebenan wohnende Nacharin, die sicherlich auch den anderen das Arbeiten weniger schwer machte. Wie das? Die jung gebliebene 50plus-Frau hätte vom Charakter her nicht süßer, sympathischer und selbstloser - da hätten wir die am Anfang erwähnte Selbstlosigkeit wieder - sein können. Sie ließ die Haustur nicht nur offen, sondern stellte auch unter ihrer Türschwelle einen niedrigen Tisch hin, welcher mit einer Kaffeekanne, Kaffeetassen und Vollmilch-Schoki-Pralinen liebevoll gedeckt war. Wir konnten es kaum fassen! Sie lud uns noch zu sich ein, was wir nach getaner Arbeit - auch diese Tatsache konnten wir kaum fassen - auch annahmen.
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Die - wie gesagt - jung gebliebene Rentnerin tat im Grunde alles, damit wir uns bei ihr - auf Sofa und Sessel - wohlfühlten. Natürlich haben wir die Hälfte ihrer sehr lieb gemeinten Vorschläge - Saftmitnahme, Süppchen, Scotch, etc. - bescheiden nicht angenommen. Denn sie konnte es voll und ganz nachvollziehen, wie kräftezehrend solch ein Umzug sein kann. Nach der gut getanen Koversation bedankten wir uns bei ihr vielmals.

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Tja, und wie kam ich heim? Sus Eltern, die selbst in einem Dörfchen nahe Karlstadt wohn(t)en, fuhren mich nach Würzburg. Dies klappte fast reibungslos, weil sie ein Navi an Bord hatten. Hinten im Auto stellte ich mich meist schlafend, weil ich wegen der Schufterei und wegen ihrer Art nicht ins Labern kommen wollte. Trotz der extremen Witterungsverhältnisse kamen wir aber alle gut an und ich bedankte mich natürlich für das Heimfahren von mir und kam sicher im Wohnheim an.
Daheim stopfte ich mich dann mit Essen voll. :D
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Freitag, 8. Januar 2010

Ein Vampire-Weekend-Tag ohne Vampire-Weekend-Album :(


[Screenshot aus dem Musikvideo zu Vampire Weekends Single "Mansard Roof"]

Um es vorab zusammenzufassen: Ich habe mich heute sehr auf die Veröffentlichung des neuen Albums von Vampire Weekend namens Contra gefreut, jedoch hatten weder der "Müller" noch der "Media Markt" diese Platte an diesem Morgen vorrätig gehabt. Das hat mich auf die Palme gebracht.

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Seit Wochen habe ich mich auf den 8. Januar 2010 gefreut, dem Tag der Veröffentlichung von Contra, dem heiß erwarteten Album Nr.2 von Vampire Weekend. Ich habe jeden verdammten Musikmagazin-Artikel und jede Vorab-Plattenbesprechung gelesen. Ich hatte mir gestern Nacht vor dem Einschlafen noch den heutigen Tag ausgemalt:
Wie ich in den "Media Markt" gehe, mir die Contra-CD schnappe, zur Kasse gehe und bezahle. Um dann mit dem Bus in die Universitätsbibliothek zu fahren, die CD in einen der Laufwerke des Uni-PCs schiebe, die zehn Tracks auf Contra zu MP3s konvertiere und die restlichen Wochenendstage mit dem MP3-Player im Handy verbringe und nichts als glücklich bin.
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Es kam jedoch ganz anders. In keinem der CD-Regale des "Media Markts" in der Würzburger Altstadt ("Hard & Alternative", "Pop / Rock", "Neuheiten") war das VW-Album zu finden. Danach fragen wollte ich nicht, denn ich wusste eh, dass die Platte nicht da war, und um nachzubestellen, hätte ich mindestens bis Montag auf die Lieferung warten müssen.
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Meine Hoffnung lag auf das ebenfalls in der Innenstadt situierte "Müller"-Kaufhaus. Die Rolltreppen hastig hochgelaufen, steuerte ich auf die "Indie"-Regale der Elektronikabteilung zu. Aber nein, es war nur das alte Vampire-Weekend-Album Vampire Weekend von 2008 zu finden. Auch in "Pop" nichts, bei den Stapeln der neuesten CDs auch kein Contra.
Ich erbarmte mich und fragte diesmal den Service-Mann hinter der Kauftheke nach der Scheibe. Er tippte und klickte die Angaben von mir in den Computer. Es dauerte eine Minute, bis er mir endlich mitteilte, dass der Laden heute nur ein (!!!) Exemplar erhalten habe und welches bereits vergriffen ist. Er würde ein paar weitere CDs nachbestellen, frühestens am Montag sei Contra im Müller auffindbar. Toll. :(
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Geknickt und gleichzeitig erbost verließ ich den Laden. Zu den zwei anderen größeren "Media-Markt"-Filialen wollte ich nicht noch mal hinfahren. Hätte Zeit gekostet, weil die eher außerhalb liegen. Wollte direkt in die Uni-Bibliothek fahren.

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Wie kann es sein, dass in der - zugebenermaßen kleinen "Media Markt"-Filiale in WÜ-City schon am ersten Tag nichts Contra-mäßiges da war und wie kann es auch sein, dass der "Müller" NUR EINE CD von Contra zugestellt bekam? Vor fast zwei Jahren ging ich mit derselben Enttäuschung aus dem Laden, als der "Müller" am Veröffentlichungstag das Vorgängeralbum Vampire Weekend (2008) nicht mehr "hatte". Ich war schon damals ganz heiß auf die Musik der vier New Yorker und fuhr nämlich extra mit Papas Auto nach Würzburg! Nachbestellen musste ich mir das auch damals natürlich schon.
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Thesen: Vampire Weekend ist mittlerweile zu einer großen Indie-Band gereift, die fast in derselben Liga spielt wie die erfolgreicheren "Indies" Franz Ferdinand, Arctic Monkeys, Maxïmo Park und Editors. Der Unterschied ist nur, dass VW Amis und die letztgenannten Briten sind, aber das ist Nebensache.
Vampire Weekend sind so beliebt geworden, dass sogar in Würzburg mindestens zwei Leute (diese ominöse Person, die vor mir Contra wegschnappte) auf die Idee kommen, früh morgens den "Müller" extra wegen des heute neu erschienenen Vampire Weekend-Albums aufzusuchen. Und diese Begeisterung für diese eine Band wurde dann auch entweder vom Aufkäufer "Müller" oder von der unabhängigen Plattenfirma XL/Beggars (link!) unterschätzt oder missachtet. Sonst würde "Müller" mehr Platten abverlangen und / oder XL / Beggars mehr davon ausliefern.
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Zur Verteidigung: Eigentlich ist das ja eine schöne Sache, dass ich nicht der einzige Würzburger bin, der die Band so gut findet, dass er gleich am ersten Tag der Veröffentlichung das Album dazu kauft. Dies hat mich aber dennoch kaum hinwegtrösten können.
Und: Eine Indie-Plattenfirma hat, wie wir ja wissen, weniger Macht und Kapital als ein großes Major-Label. Und demnach ist sie limitierter in der Verschickung von den CDs ihrer Schützlinge als andere.
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Andererseits: XL / Beggars gehört mit unter Vertrag stehenden Bands wie Antony And The Johnsons, Tindersticks und The White Stripes (Platz 4 für "Seven Nation Army" in den deutschen Singlecharts!) und Künstlern wie Adam Green, Beck und "Nummer 1" Emilíana Torrini ("Jungle Drum"!!!) zu den "größten" und etabliertesten "Indies" überhaupt.

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Jetzt denkt ihr euch bestimmt: Warum regt sich der Typ wegen einer kleinen Sache hier so auf? Die Antwort: Weil Vampire Weekend neben Radiohead und Editors halt einfach zu meinen Lieblingsbands überhaupt zählt. Bin ein Fan, wenn man so will. "Oliver mit Hut" (link!) würde am ersten Veröffentlichungstag von einem neuen Album von David Bowie genauso reagieren, "Oli ohne Hut, aber mit T" würde bei einem neuen Muse-Album auch ausrasten.
Andererseits hätte ich mir das Album auch vorbestellen lassen können. Aber bei BOL hatte es mit Muses The Resistance zwei ganze Wochen gedauert, bis es per Post ankam. Schlechte Erfahrungen und so.
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Außerdem bin ich immer noch mehr Tonträgern zugeneigt statt (legalen) Downloads - im Gegensatz zu den zwei iTunes-süchtigen Olis oben. Bin quasi ein Traditionalist. Wichtige Alben kaufe ich grundsätzlich IMMER als CD, auch wenn sie teurer sind. Wobei ich die Wichtigkeit bei den Alben der damaligen Newcomer Jamie T (Panic Prevention, 2007) und The XX (XX, 2009) beim Download-Kauf damals nicht abschätzen konnte.

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Was das angeht, bin ich kompliziert, ich weiß. Aber, hey, ich habe Vampire Weekend einfach sehr lieb gewonnen. Man darf sich ja auch mal wegen so etwas Kleenes hier abreagieren können. :D
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Sonntag, 3. Januar 2010

Mein Weihnachten 2009



Wie ich die Weihnachtstage in diesem Jahr verbracht habe…

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Heiligabend war heuer sehr unspektakulär. Einen Tag zuvor fuhr ich von Würzburg nach Hause, vor meiner Abreise begegnete ich noch Mr. Haircut und Mr. Jürgeeeen. Als ich dann in Wertheim (Ankunftsort des Busses, war mein Geburtsort und der Ort, indem ich auf das Gymnasium ging) ankam, musste abends am 23.12. noch einkaufen, zum Glück hatte der Kaufland bis um 24h offen.
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Am 24.12. hingegen war ich den ganzen Tag eigentlich nur daheim in Kreuzwertheim (Wohnort meiner Eltern und vor mir bis zum 20.Lebensjahr) und kam nie aus dem Haus. Zu essen gab es, wenn ich mich recht entsinne, gekochte Kartoffeln und ein Fenchel-Auberginen-Ragout oder so. Idee von meiner Mutter und mir. Nichts spezifisch Weihnachtliches also.

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Am 25.12. fuhr ich mit meinem Vater nach Mannheim. Mein Vater wollte Bekannte von ihm besuchen, die auch aus Laos stammten: Ein Ehepaar, das zwei Kinder hat. Ich wollte gerne den BMW fahren, aber mein Vater erlaubte mir dies aus Angst vor Glätte und nicht so guten Straßen (noch) nicht. Als wir vor der Wohnung ankamen, hatte sich bereits immens viel in meiner Blase angesammelt, ich konnte auf den letzten Kilometern kaum noch still sitzen. Nach einer flüchtigen Begrüßung stürmte ich das Bad.
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Nach drei Minuten auf dem Töpfchen gesellte ich mich zum Wohnzimmer-Esstisch. Es saßen neben dem Elternpaar und meinem Vater auch zwei weibliche Bekannte der Gastgeber. Sie schienen, etwas dämlich zu sein, Alter: Irgendetwas zwischen 30 und 35. Die „Erwachsenen“ unterhielten sich hauptsächlich in laotischer Sprache, einmischen wollte ich nicht. Keine Lust gehabt. Ich aß zu Mittag wieder Kartoffeln, Salat und Rote Bete, Vegetarisches Ausweichessen natürlich, denn alles andere auf dem Tisch war der Weihnachtsbraten.
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Dann verbrachte ich den restlichen Tag, den Zweiten Weihnachtstag und den halben Sonntag größtenteils im Kinderzimmer. Sohn war 14, die Tochter 13. Sie waren zwar nicht mehr ganz so nervtötend wie damals, als sie uns in jüngeren Jahr hin und wieder in Kreuzwertheim besucht hatten, aber irgendwie auch verstörend, anders verstörend. Unfassbar vulgär – sie riefen sich gegenseitig u.a. „Penis!“ zu – und laut. Nur waren sie dann eben nicht laut, als sie vor ihren Laptops herumpickten. Anfangs war eine gewisse Distanz zwischen denen und mir, schließlich hatte ich viele Jahre nichts mehr mit ihnen zu tun gehabt. Nach ein paar Stunden dann aber nicht mehr so sehr, ich verstand mich trotz des Altersunterscheids fast schon mit ihnen. Trotzdem gingen sie mir hin und wieder auf die Nerven.

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Aber Unterhaltung in Form von Spaziergängen oder ähnlichen Frischluft-Aktivitäten war vom 25. bis zum 27. Dezember nicht drin. Ich war dort praktisch eingesperrt. Aber was will man als Nicht-Mannheimer machen? Alles bis auf die Tankstellen war über die Feiertage und den Sonntag zu, ich kannte sonst auch keine Mannheimer in meinem Alter. Stattdessen spielte ich mit den Kindern Gamecube oder durfte manchmal von einem der Laptops der Kids im Internet herumsurfen. Ansonsten lenkte ich mich durch das Lesen von Dostojewskis Erzählung „Weiße Nächte“ ab, zeichnete/kritzelte, las mich durch die mitgebrachten Musikzeitschriften. Oder hörte Musik. Und die Kids? Tanzten mit der besten Freundin der Tochter (siehe Foto), die eine Nacht lang bei denen pennte, irgendeine Assi-Choreografie oder synchronisierten als Manga-Fans so Anime-Videoausschnitte. Dann: youtube.
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Ansonsten war das Essen – bis auf das vorhin erwähnte Ausweichessen – ganz gut. Die Mutter von denen, die sonst in einem asiatischen Restaurant als Köchin arbeitet, kochte mir oft extra für mich noch etwas Anderes und Zusätzliches, sei es Omelett, ein asiatischer Eintopf oder gebratene Nudeln. Letzteres war ziemlich gut. Ich futterte zwecks Überbrückung der drohenden Langeweile auch zu viel Naschkram. Aber das mit der Schoki und den Gummibärchen ist ja dann wieder typisch für Weihnachten.

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Bei der Rückfahrt durfte ich dann doch das Auto fahren. Auf der Mitte der Strecke wurde es etwas haarig, weil es eine Zeit lang schneite und ich befürchtete, das Auto nicht unter Kontrolle halten zu können. Manche Straßenabschnitte glänzten, wie beunruhingend. Glätte? Zum Glück passierte nichts, mein Vater war ja auch Beifahrer. Und die Beatles waren noch bei mir.
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